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Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz lässt Saisonziele offen

„Ich weiß es nicht“ : Bayer-Coach Bosz lässt Saisonziele offen

Bayer Leverkusens Trainer Peter Bosz vermeidet eine klare Aussage mit Blick auf die Ambitionen des Werksklubs für diese Spielzeit. Am Samstag geht es für ihn und sein Team bei Mainz 05 weiter. Florian Wirtz fällt wegen einer Bauchmuskelzerrung aus.

Für viele Bayer-Fans ist inzwischen klar: Mit der Qualifikation für die Champions League wird die Werkself in dieser Saison nichts zu tun haben. Kai Havertz und Kevin Volland sind gewechselt, die Zugänge Patrik Schick und Santiago Arias beide verletzt und auch der Saisonstart mit drei Remis nach drei Spielen war alles andere als verheißungsvoll.

Trainer Peter Bosz wollte vor der Partie am Samstag in Mainz (15.30 Uhr) nicht darüber urteilen, ob der Kader noch stark genug ist, um in die Königsklasse einzuziehen. Der 56-Jährige sagte lediglich: „Wir müssen jetzt nicht über Ziele reden, was realistisch ist und was nicht. Das ergibt keinen Sinn. Niemand weiß das, auch ich nicht.“ Das einzige, was er sagen könne, sei, „dass wir alles Mögliche tun werden, um am Ende den bestmöglichen Platz zu erreichen. Wenn wir am Ende Vierter würden, wäre das super.“ Echte Zuversicht sieht anders aus.

Der Niederländer dürfte wie viele Bayer-Fans enttäuscht sein, dass sich sein Wunsch nach einem weiteren Stürmer für die Spielzeit zerschlagen hat. Am letzten Tag vor dem Ende der Wechselfrist schien es, als würde Bremens Milot Rashica noch unters Bayer-Kreuz wechseln. Doch die Werderaner wollten verkaufen, Leverkusen den 24-Jährigen nur leihen. Eine Einigung kam nicht zustande. So bleibt Bosz nichts anderes übrig, als auf die Profis zu bauen, die ihm zur Verfügung stehen.

Florian Wirtz gehört, zumindest am Samstag, nicht dazu. Der U21-Nationalspieler zog sich in der Partie des Nachwuchses am Dienstag gegen Bosnien-Herzegowina (1:0) eine Bauchmuskelzerrung zu und wird wohl ein Spiel aussetzen müssen. Außenangreifer Moussa Diaby, der für Frankreichs U21 im Einsatz war, steht hingegen nach überstandenem Faserriss im linken Fuß wieder bereit.

Bosz gab indes zu verstehen, dass abseits von Panagiotis Retsos (AS St. Etienne) und Joel Pohjanpalo (Union Berlin; beide Leihe) zuletzt noch weitere Spieler mit einem Wechsel aus Leverkusen geliebäugelt haben. Unter anderem Jonathan Tah, der seit Beginn des Jahres hinter Sven Bender und Edmond Tapsoba nur noch Ersatz für die Innenverteidigung ist. „Ich glaube, dass da neben Jona noch mehrere Spieler in unserem Kader sind, die gerne gewechselt wären“, sagte Bosz. Als ehemaliger Fußballer könne er deren Wunsch nach mehr Einsatzzeit gut nachvollziehen. Jetzt sei das Transferfenster aber geschlossen. Es müsse ein Strich gezogen und nach vorne geblickt werden. „Das gilt für mich, muss aber auch für die Spieler gelten. Im Fußball kann es sehr schnell gehen.“

Seine Aufgabe wird nun sein, trotz vieler Ungewissheiten und eines geschwächten Kaders dafür zu sorgen, dass Bayer 04 nicht früh in der Saison den Anschluss zum oberen Tabellendrittel verliert. Drei Punkte bei kriselnden Mainzern sind daher Pflicht. Die Rheinhessen haben sich nach einem Spielerstreik bereits früh von Trainer Achim Beierlorzer getrennt. Das Debüt von Jan-Moritz Lichte, zwischen 2012 und 2014 Co-Trainer der Werkself, ging jedoch mit 0:4 bei Union Berlin verloren.

Bosz erwartet einen Gegner, der es schwierig habe. „Sie haben schnell den Coach getauscht – das ist weder für den Trainer noch für die Mannschaft oder den Verein gut.“ In der Vergangenheit habe man allerdings gesehen, dass Qualität in der Mannschaft stecke. „Es liegt an uns, dass es noch eine Woche länger dauert, bis man diese Qualität wieder sehen kann.“