Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz lässt den Ball laufen

Eindrücke aus den ersten Einheiten: Peter Bosz lässt bei Bayer Ball und Spieler laufen

Mit viel Elan ist Peter Bosz in seine Zeit bei Bayer 04 gestartet. Auf dem Trainingsplatz sprüht der Niederländer vor Tatendrang. Mittlerweile sind auch Charles Aránguiz und Leon Bailey wieder dabei.

„Es ist schön, nach einem Jahr Pause wieder arbeiten zu können“, sagt er. „Wir haben eine gute Mannschaft und die Jungs arbeiten hart.“ Mit einer Sache kann er sich aber bislang nur bedingt anfreunden: „Ich hoffe, dass es demnächst auch mal wieder trocken ist“, kommentiert der 55-Jährige die quasi seit seinem Amtsantritt anhaltende nasskalte Witterung.

Inzwischen ist auch der Kader der Werkself komplett. Leon Bailey, der die erste Einheit unter dem neuen Coach nach „Unregelmäßigkeiten bei der Rückreise“ verpasste, war am Samstag wieder an Bord. Charles Aránguiz, der aus familiären Gründen ein paar Tage länger in seinem Heimatland Chile weilte, ist seit Sonntag ebenfalls zurück in Leverkusen. Ein Nachspiel hat Baileys Versäumnis nicht. Der Jamaikaner habe sich nach seiner verzögerten Ankunft in Leverkusen nicht wohl gefühlt. „Ich habe mit ihm gesprochen. Das ist kein Thema mehr“, sagt Bosz. Bailey sei bereits am Freitag vor Ort gewesen, sei aber vorsichtshalber in der Kabine geblieben. Weitergehende Konsequenzen gibt es nicht.

Das ist wohl ein Stück weit auch eine vertrauensbildende Maßnahme des neuen Coaches für seinen nicht immer unproblematischen Schützling. In den vergangenen zwei Jahren hat der 21-Jährige immer wieder für störende Nebenkriegsschauplätze gesorgt, die kein Trainer gerne sieht – oft in Kooperation mit seinem Stiefvater und Berater Craig Butler. Insofern ist Bosz entgegenkommend zu dem bisweilen kapriziösen Jamaikaner, der zuletzt nur noch selten durch sein zweifellos enormes Talent auf sich aufmerksam machen konnte.

Der Niederländer ist abgesehen vom Wetter rundum zufrieden mit seinem Start unterm Bayer-Kreuz. „Der Kader ist nicht sehr groß – das liebe ich. Da ist es wichtig, dass alle Spieler fit sind und zur Verfügung stehen.“ Das sei bis auf die Langzeitverletzten Joel Pohjanpalo und Panagiotis Retsos jetzt der Fall. Karim Bellarabi pausierte zudem bei der dritten Einheit. Auffällig ist, dass Bosz bislang sehr viel mit dem Ball trainieren lässt – auch, wenn es um Kondition und Fitness geht. „Ich mache auf dem Platz nur Fußballtraining“, erklärt er. „Sehr intensiv“ sei die Dosierung momentan. Das Aufwärmen und andere Übungen absolvieren die Spieler vorab mit den Fitness-Coaches. Wenn er auf den Platz komme, solle es gleich losgehen, sagt Bosz

„Wichtig ist, was die Spieler brauchen“, betont der Niederländer. Danach richte er auch die Trainingssteuerung. „Ich gehe nicht zwei Mal trainieren, wenn die Mannschaft es nicht braucht oder sie müde macht. Die Spieler müssen frisch sein“, betont er mit Blick auf den Rückrundenstart am 19. Januar gegen Mönchengladbach.

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