Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz ist nicht besorgt, aber enttäuscht

Bayer verliert Generalprobe gegen Valencia : Trainer Bosz ist nicht besorgt, aber enttäuscht

Sechs Tage vor dem Pflichtspielauftakt im Pokal gegen Aachen misslingt auch die Generalprobe der Werkself gegen Valencia. Trainer Peter Bosz findet nach der 1:2-Niederlage gegen den spanischen Pokalsieger deutliche Worte.

Peter Bosz war nach der Partie gegen den FC Valencia anzumerken, dass er mit dem, was er 90 Minuten zuvor auf dem Rasen der BayArena gesehen hat, nicht zufrieden war. Es sei schade, dass seine Mannschaft bei ihrer offiziellen Saisoneröffnung 1:2 (1:1) gegen den FC Valencia verloren habe, betonte der Trainer der Werkself. „Wir spielen für die Fans und wenn die Zuschauer nach 20 Minuten ein schlechtes Spiel und eine Rote Karte sehen, ist das nicht gut. Sie haben sicherlich etwas anderes erwartet.“ Das gilt wohl auch für den Niederländer, der in der Vorbereitung acht Testspiele seines Teams sah, von denen nur eins gewonnen werden konnte – bei insgesamt 14:16 Toren.

Dennoch wollte Bosz nicht alles nur negativ sehen. „Die Ergebnisse sind nicht gut, aber ich habe trotzdem bei meinen Spielern eine Entwicklung gesehen. Wir steigern uns und das Vertrauen ist da“, betonte der 55-Jährige. Man dürfe auch nicht vergessen, dass er durch verlängerte Urlaube erst seit gut einer Woche mit dem gesamten Kader trainieren könne. Zudem brauche es auch Zeit, bis Zugänge wie Kerem Demirbay, Nadiem Amiri, Moussa Diaby oder Daley Sinkgraven ins Team integriert und auf ihrem Topniveau seien. „Das ist nicht immer einfach“, sagte der Coach.

So lässt sich auch das Geschehen auf dem Rasen beschreiben. Der FC Valencia entpuppte sich als erwartet starker Gegner, der gnadenlos die Konteranfälligkeit der Werkself aufdeckte. Hinzu kamen Schludrigkeiten im Spielaufbau und einige individuelle Patzer. Eine dieser Fehlerketten nutzte Valencia zur Führung per Foulelfmeter (11.). Demirbay hatte Rodrigo ahndungswürdig im Strafraum gefoult. Danach spielte Leverkusen gefällig, kombinierte auch bisweilen ansehnlich, ließ aber unter anderen bei den Chancen von Leon Bailey sowie Paulinho die Präzision vermissen. Kurz danach sah Aleksandar Dragovic nach einer Notbremse die Rote Karte.

Ein von Kai Havertz verwandelter Handelfmeter brachte den Ausgleich (27.). Beide Teams kamen anschließend zu Chancen, doch Zählbares gelang nur noch Valencia. Nach knapp einer Stunde traf Gameiro zum 1:2-Endstand – eine Szene, die einmal mehr die Konteranfälligkeit der Werkself demonstrierte. Danach flachte die Partie zunehmend ab.

„Wir mussten nach dem Platzverweis unsere Spielweise anpassen und konnten nicht mehr so viel Druck machen“, erklärte Bosz. „Das ist für die Fans und für mich als Trainer schade. Sonst wäre es ein anderes Spiel geworden.“ Eine ernsthafte Generalprobe sei das in Unterzahl nicht mehr gewesen. Von einem angeknacksten Selbstvertrauen geht der Trainer nicht aus. „Wir haben noch keine Punkte verloren und noch keine gewonnen. Ab nächster Woche wird es ernst.“ Immerhin habe seine Mannschaft Charakter bewiesen.

Die Frage, ob er noch einen Wunschspieler für das sich Anfang September schließende Transferfenster habe, beantwortete der Niederländer mit Humor: „Ja, aber ich glaube nicht, dass Messi nach Leverkusen kommt.“

Mehr von RP ONLINE