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Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz glaubt nicht an Abschied von Havertz

„Das beschäftigt uns nicht“ : Bayer-Trainer Bosz glaubt nicht an Abschied von Havertz

Vor dem Saisonfinale gegen den FSV Mainz 05 gibt sich Bayer Leverkusens Trainer optimistisch, dass ihm sein Leistungsträger erhalten bleibt. „Er ist bei uns, steht noch unter Vertrag und ich gehe davon aus, dass er auch kommende Saison bei uns spielt“, sagt der Niederländer.

Nein, die Parallelergebnisse interessieren Peter Bosz am Samstag überhaupt nicht. Das jedenfalls sagt er vor dem letzten Ligaspiel gegen den FSV Mainz. „Das hat keinen Sinn“, betont der Trainer der Werkself. „Es gibt nur ein Ergebnis, das uns helfen kann – und das ist ein eigener Sieg.“ Im Fernduell mit Mönchengladbach geht es für Bayer um Platz vier und damit die Champions League. Die Borussen treten mit zwei Punkten Vorsprung gegen Hertha BSC an. „Wenn Gladbach 0:3 hinten liegt, und wir gewinnen nicht, bringt das auch nichts. Wir brauchen uns nicht damit zu beschäftigen, was auf den anderen Plätzen passiert. Wir müssen gewinnen – und danach sehen wir, ob das reicht.“

Dabei helfen soll freilich Kai Havertz, dessen starker Form auch die Corona-Zwangspause nichts anhaben konnte. Wenn am Samstag gegen 17.20 Uhr der Schlusspfiff in der BayArena ertönt, könnte es sein, dass es sein letztes Bundesligaspiel im Trikot der Werkself war. Der 21-Jährige ist eine der heißesten Personalien des Sommers, wird von Topklubs umworben und gilt als wechselwillig. Andererseits hat die Pandemie nicht nur den Sport, sondern auch den Transfermarkt durcheinandergewirbelt. Im August soll zudem noch die Europa League ausgespielt werden, in der Bayer nach dem 3:1-Sieg bei den Glasgow Rangers im März beste Aussichten auf das Viertelfinale hat.

Sportgeschäftsführer Rudi Völler betonte bereits, dass Havertz „selbstverständlich“ die Europa League mit Leverkusen zu Ende spielen wird. Was danach kommt, wird die Zukunft zeigen. Unterm Bayer-Kreuz gibt man sich nach wie vor optimistisch, dass Havertz der Werkself noch ein Jahr erhalten bleibt, ehe der von allen Branchenkennern prophezeite erste deutsche dreistellige Millionentransfer folgt.

Bosz ist ebenfalls guter Dinge, dass er weiterhin auf seinen Leistungsträger bauen kann. Die Frage, ob er den Eindruck habe, dass Havertz bereits an den Abschied denke, beantwortet er mit: „Nein, total nicht. Ich glaube nicht, dass ihn das beschäftigt – und uns auch nicht. Er ist bei uns, steht noch unter Vertrag und ich gehe davon aus, dass er auch kommende Saison bei uns spielt.“ Das werde auch beim DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern am 4. Juli und in der Europa League im August so sein. Allerdings schränkt der Niederländer ein: „Wenn da nichts passiert.“ Das ist ein ziemlich großes Wenn.

Personell kann Bosz für das letzte Ligaspiel gegen Mainz, das ebenfalls in Bestbesetzung anreist, aus dem Vollen schöpfen. Alle Spieler hätten trainiert, alle seien Fit, betont der 59-Jährige. Kapitän Lars Bender steht vor seinem Comeback. Der 31-Jährige kam seit der Zwangspause wegen einer nicht näher definierten Fußverletzung nicht mehr zum Einsatz. Ebenfalls wieder an Bord ist sein Bruder Sven, der beim 3:1-Derbysieg gegen Köln angeschlagen ausgewechselt werden musste und das bittere und womöglich die Champions League kostende 0:2 gegen Hertha BSC verpasste. Der zuletzt überspielt wirkende Winterzugang Edmond Tapsoba könnte ebenso eine Pause erhalten wie Charles Aránguiz, der derzeit auch unter seinen Möglichkeiten bleibt.

Der Respekt vor den Rheinhessen ist groß. Bosz erinnert sich noch gut an das Hinrundenspiel kurz vor Weihnachten, in dem Lucas Alario im letzten Moment den 1:0-Siegtreffer erzielte. „Da hatten wir Glück. Mainz hat sehr gut gespielt und in der Rückrunde immer wieder bewiesen, dass sie eine gute Mannschaft sind.“

Einer der vielen Belege dafür sei der 2:0-Sieg der 05er gegen Dortmund vor etwas mehr als einer Woche. „Sie haben sehr interessante Spieler. Das werden wir auch am Samstag sehen.“