Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz freut sich für seine Nationalspieler

Gelungene EM-Qualifikationen : Bosz freut sich für Bayers Nationalspieler

Die letzte Länderspielpause des Jahres war aus Sicht der Werkself ein voller Erfolg: Jeder Profi, der mit seiner jeweiligen Auswahl die Chance dazu hatte, konnte sich für die EM-Endrunde 2020 qualifizieren – sehr zur Freude von Peter Bosz.

Für Jonathan Tah fing die Länderspielpause suboptimal an. Von einem grippalen Infekt angeschlagen verfolgte der Innenverteidiger 90 Minuten von der Ersatzbank aus mit, wie die DFB-Auswahl Weißrussland 4:0 besiegte und damit die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 besiegelte. Der 23-Jährige hatte in dieser Saison bislang eine eher unglückliche Figur im Trikot mit dem Adler auf der Brust gemacht. Doch dann kam der 6:1-Sieg gegen Nordirland am Dienstagabend, der den Gruppensieg für die deutsche Mannschaft brachte.

Tah stand in der Startelf – und von Anfang an war ihm anzumerken, dass er keine Fehler mehr machen wollte. Er spielte konzentriert und gewann fast jedes direkte Duell. Grobe Schnitzer wie noch beim 2:4 gegen die Niederlande im September erlaubte er sich nicht. Zwar dürften die verletzten Niklas Süle und Antonio Rüdiger sowie Matthias Ginter in der Innenverteidiger-Hierarchie noch vor dem Leverkusener rangieren, doch er hat gezeigt, dass er eine gute Option für die Abwehrreihe des DFB ist. Sein Vereinskollege Nadiem Amiri kam zum Abschluss der Qualifikation ebenfalls noch knapp zehn Minuten zum Einsatz, spielte aber unauffällig. Kai Havertz ist derweil damit beschäftigt, seinen Muskelfaserriss auszukurieren, den er sich beim 2:0-Sieg in Wolfsburg zuzog.

Aber auch er wird sich über die erfolgreiche Länderspielpause gefreut haben. Sollte nichts völlig unerwartetes passieren, wird der 20-Jährige 2020 zum Aufgebot für das Turnier gehören. Dass sich auch Julian Baumgartlinger und Aleksandar Dragovic mit Österreich sowie Joel Pohjanpalo und Lukas Hradecky für die EM qualifiziert haben, freut Peter Bosz. „Das ist nicht nur für den Verein gut, sondern vor allem für die Spieler. Ich bin froh, dass sie es geschafft haben“, sagt der Trainer der Werkself, der in den vergangenen knapp zwei Wochen auf seine Nationalspieler verzichten musste. „Dass die Finnen das erste Mal dabei sind, ist super und ich habe auch den Österreichern direkt gratuliert.“

Die Erfolge auf der Länderspielebene könnte den Nationalspielern Rückenwind für die anstehende Aufgabe in der Bundesliga verleihen. Da wartet am Samstag um 15.30 gegen den SC Freiburg ein Schlüsselspiel. Zwar haftet den Breisgauern nach wie vor das Image der sympathischen Fußballprovinz an, doch das Team von Trainer Christian Streich ist längst im Establishment der Bundesliga angekommen – und spielt bislang eine starke Runde. Auf Platz vier hat Freiburg drei Zähler Vorsprung auf den Achten Leverkusen. Aus der Konstellation ergibt sich die große Bedeutung des Heimspiels. Mit einem Sieg mischt Bayer wieder im Rennen um die Top-Vier-Plätze mit. Bei einer Niederlage geht der Anschluss vorerst verloren – zumal eine Woche später das Auswärtsspiel beim FC Bayern München ansteht. „Wenn wir dabeibleiben wollen, müssen wir gewinnen“, betont Sven Bender mit Blick auf den Samstag. Vom „kleinen Freiburg“ könne schon lange keine Rede mehr sein: „Wir müssen gegen sie alles investieren.“

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