Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz fordert Steigerung „in allen Bereichen“

Nach vier Spielen ohne Sieg : Bayer-Trainer Bosz fordert Steigerung „in allen Bereichen“

Der Trainer der Werkself hofft vor dem Duell am Samstag mit Bremen sowohl auf eine verbesserte Abwehr als auch mehr Gefahr im Angriff.

Seit Peter Bosz Trainer der Werkself ist, lautete die Frage oft nicht wann Bayer 04 treffen würde, sondern nur wie viele Tore es am Ende sein würden. Starke 62 Treffer in 32 Partien schenkte das Bosz-Team seinen Gegnern seit Amtsantritt des Niederländers ein. Zuletzt jedoch geriet die Leverkusener Offensive ins Stocken: In den vergangenen 360 Pflichtspielminuten gelang Bayer lediglich ein Tor. Grund, an den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln, bestehe dem Coach zufolge aber nicht. „Das Vertrauen ist gar kein Thema“, sagte der 55-Jährige vor der Partie am Samstag (18.30 Uhr) gegen Werder Bremen. Doch er weiß auch: „Wir müssen uns in allen Bereichen weiter verbessern.“

Die Hoffnung bei ihm und freilich auch dem Anhang des Werksklubs ist groß, dass der Knoten gegen die in der Tabelle drei Plätze und fünf Punkte hinter Bayer rangierenden Norddeutschen platzen wird. „Wenn man das Spiel im letzten Drittel gegen Atlético betrachtet, haben wir vor allem den letzten Pass sehr schlecht gespielt“, sagte Bosz. Das sei auch der Hauptgrund dafür gewesen, dass seine Mannschaft sich beim 0:1 in der Champions League am vergangenen Dienstag in Madrid kaum nennenswerte Torchancen herausspielte.

Deutlich mehr Chancen auf einen Treffer verbuchte die Werkself noch beim 0:3 in Frankfurt in der Vorwoche, ließ dabei aber die Genauigkeit im Abschluss vermissen. Insgesamt stimmt derzeit das Verhältnis zwischen Torabschluss und Ertrag nicht: 51 Mal feuerte Bayer in den vergangenen vier Spielen aufs Tor, nur einmal fand der Ball ins Ziel. Bosz betont jedoch, dass Bayer „immer für Tore gut“ sei und dazu eine Spielweise habe, mit der man „viel rausholen“ könne. Er setzt angesichts von nun vier Pflichtspielen in Serie in der BayArena auch auf den Heimvorteil. „Mit unseren Fans im Rücken wollen wir Tore schießen.“

Um das zu schaffen, benötigt die Werkself eine Steigerung ihrer Leistungsträger. Lucas Alario, der in Madrid nur von der Bank kam, gehörte in der Partie bei Eintracht zu den auffälligsten Leverkusenern, ließ aber die Kaltschnäuzigkeit, die ihn in der Rückrunde vergangene Spielzeit auszeichnete, vermissen. Karim Bellarabi gehört in dieser Saison zu den schussfreudigsten Angreifern, steht jedoch wie Alario bei erst einem Saisontor in der Liga. Shootingstar Kai Havertz war zwar schon zwei Mal erfolgreich, steckt aber seit einigen Wochen im ersten Formtief seiner Karriere.

Da Havertz zuletzt krankheitsbedingt das Training verpasste, könnte ihm Bosz gegen Bremen eine Pause geben. Auch der Einsatz von Abwehrchef Sven Bender, der gegen Madrid mit einer perfekten Zweikampfquote überzeugte, ist fraglich. Den 30-Jährigen plagen seit dem Madrid-Spiel Schmerzen im Sprunggelenk. Sein Ausfall wäre angesichts der ohnehin dezimierten Defensivabteilung eine enorme Schwächung.

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