Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz ein möglicher Trainerkandidat

Trainerwechsel : Neuer Bosz für Leverkusen?

Bei der Werkself soll Trainer Heiko Herrlich unmittelbar vor der Ablösung stehen. Bereits in der Winterpause soll dem Vernehmen nach ein neuer Coach präsentiert werden. Ein heißer Kandidat ist der Niederländer Peter Bosz.

Entspannt und guter Dinge beendete Heiko Herrlich am Montag das Training der Werkself. Nach der 1:2-Niederlage in Frankfurt ist die sportliche Lage seiner Mannschaft weiter angespannt, doch der 47-Jährige lässt sich von dem stetig steigenden Druck nicht aus der Ruhe bringen. Fragen nach seiner Zukunft bei Bayer 04 ist er gewohnt. Dass sich die Anzeichen für eine Trennung verdichten und munter über Nachfolger spekuliert wird, ist nichts Neues für Herrlich. Es ist in Leverkusen quasi Normalität geworden, ihn und seine Arbeit in Frage zu stellen.

Entsprechend routiniert reagiert er, wenn er darauf angesprochen wird. „Das ignoriere ich und konzentriere mich auf meinen Job, die Mannschaft bestmöglich auf das nächste Spiel vorzubereiten“, betont Herrlich. Er konzentriere sich auf das Wesentliche. Tatsächlich wird seit Ende August die Trainerfrage in Leverkusen gestellt. Das hat gute Gründe. Los ging die Saison 2017/18 mit einem dürftigen 1:0-Sieg im Pokal beim Oberligisten Pforzheim. Danach folgten drei Niederlagen zum Start der Liga. Seitdem ist ein stetes Auf und Ab bei Leistungen und Ergebnissen das prägende Bild.

In dieser Saison sah es mehrfach so aus, als würde der Verein die Reißleine ziehen, doch Sportgeschäftsführer Rudi Völler verteidigte Herrlich gegen jedwede Gerüchte und Spekulationen. Treue auch zu umstrittenen Trainern hat der Weltmeister von 1990 bereits im Fall Roger Schmidt nachhaltig bewiesen. Doch das wurde dem Verein beinahe zum Verhängnis. Viel zu spät erfolgte die Trennung von dem polarisierenden Coach, der sich ähnlich wie nun Herrlich mehr schlecht als recht durch die Saison schleppte. Danach konnte Leverkusen nur mit Mühe das Abrutschen auf den Relegationsrang verhindern. Die Lehre daraus kann eigentlich nur sein, die Winterpause für einen sauberen Schnitt zu nutzen. Dem Vernehmen nach ist das der Plan unter dem Bayer-Kreuz, um die Ziele nicht komplett aus den Augen zu verlieren.

Heißester Kandidat für den Trainerstuhl ist Peter Bosz. Von Juli bis Dezember 2017 trainierte der 55-jährige Niederländer Borussia Dortmund. Nach dem besten Start der Vereinsgeschichte beim Revierklub blieb er jedoch neun Spiele in Folge ohne Sieg und wurde schließlich durch Peter Stöger ersetzt. Er scheiterte unter anderem daran, die richtige Balance zwischen Angriff und Abwehr zu finden. Exemplarisch dafür steht das Revierderby beim FC Schalke, das trotz einer 4:0-Führung des BVB noch 4:4 ausging. Seit seiner Entlassung in Dortmund ist Bosz, der als Coach von Ajax Amsterdam 2017 das Finale der Europa League erreichte, ohne Verein.

Leverkusen soll bereits vor der Saison 2017/18 bei ihm vorgefühlt haben. Nun soll es dem Vernehmen nach wieder Kontakt gegeben haben. Allzu lange wird Bosz unter Umständen aber nicht mehr auf dem Trainermarkt sein. Der belgische Spitzenklub RSC Anderlecht ist derzeit auf Trainersuche und soll ebenfalls Interesse haben.

Neben Bosz werden in Marco Rose und Daniel Farke noch zwei weitere Trainer gehandelt. Ex-Bundesligaspieler Rose ist seit 2017 Chef beim österreichischen Meister RB Salzburg, der ehemalige BVB-Nachwuchstrainer Farke steht derzeit mit dem englischen Zweitligisten Norwich City auf einem Aufstiegsrang zur Premier League.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Peter Bosz

Mehr von RP ONLINE