Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz arbeitet an Bayers Standard-Problem 

Schwäche der Werkself : Peter Bosz arbeitet an Bayers Standard-Problem

Ruhende Bälle sind schon lange eine Schwäche der Werkself. Trainer Peter Bosz will dieses Manko schnellstmöglich beheben – und ist dafür mittendrin, statt nur dabei.

In der vergangenen Saison waren ruhende Bälle ein Problemfall bei der Werkself. 20 Gegentore kassierte die Mannschaft nach Standardsituationen, davon alleine zehn nach einem Eckball. Das waren mit die schlechtesten Werte der Liga. „Das ist ein relativ hoher Wert“, sagt auch Trainer Peter Bosz. „Oft fielen die Tore aber nach einem Rebound.“ Direkte Treffer seien eher die Ausnahme.  „Da ist noch Luft nach oben – bei eigenen und bei gegnerischen Standards.“

In Kerem Demirbay hat Bayer 04 einen neuen potenziellen Freistoßschützen in seinen Reihen. Sein Training mit einem sehenswerten Tor sowie vier Aluminium-Treffern aus neun Versuchen sah bereits vielversprechend aus. Auch Ecken liegen dem 32-Millionen-Euro-Zugang. Allerdings ist der ehemalige Hoffenheimer nach Ansicht des 55-Jährigen nicht der einzige, der gute Bälle treten könne. „Wir haben mehrere Spieler, die dafür in Frage kommen.“

Ihm sei aber klar, dass wie zuletzt sieben Tore nach einer Ecke und fünf nach einem Freistoß für eine Saison insgesamt zu wenig seien. „Wir werden das immer wieder trainieren“, kündigt der Niederländer an. „Standards sind immer eine Waffe." Bei Elfmetern läuft es hingegen auf Kai Havertz als Schützen hinaus, der in der vergangenen Saison jeden seiner Strafstöße (3) verwandelt hat. „Kai ist unser Schütze, aber Kerem kann das auch“, sagt Bosz.

Auffällig bei der Vormittagseinheit am Donnerstag war indes, dass der Coach bei Ecken mit den Spielern im Strafraum unterwegs war, ihnen Anweisungen gab und gegebenenfalls das Stellungsspiel korrigierte. Auch bei den Spielformen beobachtet er das Geschehen meist nicht von außen, sondern bewegt sich zwischen den Spielern auf dem Feld.

„Es ist besser, wenn ich mittendrin bin“, sagt Bosz. „Ich habe dann wieder das Gefühl, wie es als Spieler ist und sehe zum Beispiel direkt, ob die Abstände stimmen.“ Bei den Standards sei es das Gleiche. „Wenn ich mir das von der Seite anschaue, ist es ganz anders. Aber es gibt auch von jeder Einheit Videos, auf denen ich die Situationen dann aus einer anderen Perspektive sehen kann.“

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