Mögliches Comeback gegen Rekordmeister Hradecky steht in München vor der Feuerprobe

Leverkusen · Am Samstag will sich die Werkself gegen den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte stemmen – mit Lukas Hradecky?

 Lukas Hradecky hat nach mehrmonatiger Verletzungspause sein Comeback auf dem Platz gefeiert.

Lukas Hradecky hat nach mehrmonatiger Verletzungspause sein Comeback auf dem Platz gefeiert.

Foto: dpa/Roland Weihrauch

Die Länderspielpause hat Lukas Hradecky genutzt, um nach langer Verletzungspause Spielpraxis und Selbstvertrauen zu sammeln. Die Folgen einer Operation am Kiefer setzten ihn wochenlang außer Gefecht. Nachdem eine Zyste entfernt wurde, war die Knochenstruktur angegriffen und das Risiko einer Folgeverletzung zu groß. An der Saisonvorbereitung konnte der vom Pokalsieger Eintracht Frankfurt ablösefrei an den Rhein gewechselte Torhüter kaum teilnehmen.

In der Uefa Nations League absolvierte er nun mit Finnland zwei Länderspiele über 180 gegentorlose Minuten. Jeweils 1:0 gewann die Auswahl von Trainer Markku Kanerva gegen Ungarn und Estland. Am Samstag erwartet den 28-jährigen Schlussmann allerdings eine Offensivreihe ganz anderen Kalibers.

Beim FC Bayern München geht es ab 15.30 Uhr für die Werkself vor allem darum, dass aus dem bislang schlechten Saisonstart nicht der schlechteste der Vereinsgeschichte wird. Nach den Niederlagen in Mönchengladbach (0:2) und gegen Wolfsburg (1:3) schwebt die drohende dritte Niederlage in Folge wie ein Damoklesschwert über der Mannschaft, die vor der Saison einige Experten als „Bayern-Jäger Nummer eins“ sahen. Davon ist vor allem nach dem schwachen Auftritt gegen die Niedersachsen vorerst keine Rede mehr. Stattdessen geht es in der Allianz-Arena vor allem darum ein anderes Gesicht zu zeigen.

Hradeckys Rückkehr könnte dabei ein Faktor sein, denn der Finne ist nicht nur einer der besten Keeper der Liga, er ist auch erfahren und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, ohne dabei die Ernsthaftigkeit des Sports aus den Augen zu verlieren. Eine Portion seiner Ungezwungenheit könnte in der derzeit angespannten Situation unter dem Bayer-Kreuz hilfreich sein. Zudem hat er noch beste Erinnerungen an sein letztes Pflichtspiel auf Vereinsebene: Der 3:1-Pokalfinalsieg mit Frankfurt gegen die Bayern.

Heiko Herrlich bleibt vorsichtig. Die Frage, wer in München das Tor hüte, sei noch nicht entschieden, sagt der Trainer der Werkself. „Es gibt keine Erfahrungswerte bei anderen Patienten, wenn dann ein Ball auf den Kopf geflogen kommt oder er einen Ellenbogen ins Gesicht bekommt – was ja nicht ausgeschlossen ist“, erklärt der 46-Jährige seine medizinischen Bedenken. „Dass er sich gut fühlt, ist aber ein gutes Zeichen.“

Hradeckys Ersatzmann Ramazan Özcan hat in Mönchengladbach überzeugt, gegen Wolfsburg patzte er vor dem 1:1 indes folgenschwer. Laut Herrlich spricht nichts gegen einen erneuten Einsatz des Österreichers beim Rekordmeister. „Rambo hat die Mentalität, absolut jeder Mannschaft weiterzuhelfen“, betont er. „Das hat er bei seinen vorherigen Vereinen gezeigt und bei uns auch. Schade ist nur, dass er für uns in drei Pflichtspielen zwei Elfmeter gehalten hat, aber wir in den Partien keine Punkte geholt haben.“ So bleibe der für Özcan völlig untypische Fehler gegen Wolfsburg hängen. „Ich kann mich an keine Trainingseinheit erinnern, in der ihm so etwas passiert ist. Wir sind froh, dass wir ihn haben.“

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