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Bayer 04 Leverkusen: Nizza ist kein Maßstab für Augsburg

Peter Bosz erwartet enges Duell : Nizza ist kein Maßstab für Augsburg

Bayer Leverkusens 6:2-Sieg in der Europa League gegen OGC Nizza lässt keine Rückschlüsse auf das Montagabendspiel gegen den FC Augsburg zu, betont Trainer Peter Bosz.

Leverkusen Hohe Ergebnisse lassen im Fußball immer aufhorchen. Das gilt freilich auch für den 13:0-Sieg von Ajax Amsterdam beim VVV-Venlo in der Eredivisie, der europaweit Schlagzeilen machte. Bei Peter Bosz, der einst den niederländischen Hauptstadtklub trainierte und 2017 ins Finale der Europa League führte, sorgt der Rekordsieg nicht für Euphorie – im Gegenteil. „Das ist schlecht für den holländischen Fußball, weil alle darüber reden“, sagte der 56-Jährige am Sonntag. Eine plausible Herleitung, wie dieses bemerkenswerte Resultat zustande kam, hat er nicht. „Selbst mit Roten Karten darf so etwas nicht passieren.“

Bayer 04 hat unter der Woche ebenfalls einen Rekordsieg eingefahren – wenn auch etwas dezenter. Dennoch: Das 6:2 gegen OGC Nizza zum Auftakt der Europa League hat ebenfalls für Aufsehen gesorgt. Nie zuvor ist Leverkusen ein Sieg mit Sechs eigenen Treffern auf der europäischen Fußballbühne gelungen. Die Werkself agierte dabei streckenweise wie entfesselt, hatte aber auch Phasen, in denen ihr die Partie zu entgleiten drohte. Doch das war nachher nur noch am Rande ein Thema.

Nicht so für Bosz. Er betont vor dem Montagabendspiel gegen den FC Augsburg (20.30 Uhr), dass ihm nach erneuter Analyse des Kantersieges einiges aufgefallen sei, das es zu verbessern gelte. Trotz einiger Angriffsspielzüge wie aus dem Bilderbuch habe es auch Anlass für Kritik gegeben. „Wenn wir innerhalb von neun MInuten drei Tore schießen, steht es plötzlich 6:1 und die Welt sieht für das Umfeld auf einmal ganz anders aus – aber nicht für mich“, sagte Bosz. „Wir müssen einfach den Weg, auf dem wir sind, weitergehen.“

Ohnehin sei das 6:2 gegen Nizza kein Maßstab für die anstehende Aufgabe in der Bundesliga. Die Franzosen seien eine mutige Mannschaft, die das Spiel von hinten aufbaue und viel Ballbesitz anstrebe. „Sie waren auch bereit, Risiken einzugehen“, sagte der Niederländer. Die von seinem Vorgänger in Leverkusen trainierten Augsburger schätze er deutlich defensiver. „Wir erwarten am Montag eine Mannschaft, die hinten sehr kompakt steht und den schnellen, langen Ball nach vorne sucht“, sagte Bosz.

Für die Partie nicht zur Verfügung stehen Paulinho (Reha nach Kreuzbandriss), Patrik Schick (Aufbautraining nach Faserriss) sowie Charles Aránguiz (muskuläre Probleme). Durch den engen Spielplan wird der Trainer wohl so oder so rotieren – auch, wenn er Änderungen in seiner Startelf meist nur sehr sparsam dosiert. „Es gibt Spieler, die können Englische Wochen sehr gut verkraften, aber es gibt auch welche, bei denen das nicht so ist. Meine Aufgabe ist, dass sich diese Spieler nicht verletzen.“

Von Montagabendspielen hält der 56-Jährige indes nicht viel. Ihm wäre eine Ansetzung am Sonntag lieber gewesen. „Wenn man einmal nur zwei Tage zwischen den Spielen hat, geht das. Wenn man es zweimal hintereinander hat, wird die Müdigkeit immer größer”, sagte er. „Wir hatten nun drei Tage frei, spielen dann aber am Donnerstag und am Sonntag und haben so zweimal hintereinander nur zwei Tage frei. Das ist nicht gut.”

Insofern reicht ihm gegen den FCA wohl auch ein knapper Erfolg ohne berauschende Rekordmarken. Bosz jedenfalls betont: „Wir müssen dieses Spiel gewinnen.“