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Bayer 04 Leverkusen: Nadiem Amiri meldet sich eindrucksvoll zurück

Starker Auftritt gegen den BVB : Amiri meldet sich eindrucksvoll zurück

Bei seinem ersten Einsatz in der Startformation seit Ende des vergangenen Jahres überzeugt der Mittelfeldspieler von Bayer 04 in ungewohnter, defensiverer Rolle. „Es ist eine Last von mir gefallen“, sagt der 23 Jahre alte Nationalspieler.

Den Start in die Rückrunde hatte sich Nadiem Amiri anders vorgestellt – zumindest aus persönlicher Sicht. Beim Auftakterfolg in Paderborn saß der im Sommer für neun Millionen Euro aus Hoffenheim gekommene Mittelfeldspieler wie schon im ersten Spiel gegen die Ostwestfalen 90 Minuten auf der Bank. In den darauffolgenden Partien gegen Düsseldorf, bei der TSG Hoffenheim und im Pokal gegen Stuttgart kam der 23-Jährige lediglich zu Kurzeinsätzen. Beim emotionalen 4:3-Erfolg am vergangenen Samstag gegen Dortmund durfte der dreifache deutsche Nationalspieler nun erstmals seit der Hinrunde wieder von Beginn an ran. Eine Chance, die Amiri nutzte.

„Ich habe mich gut gefühlt“, sagte der gebürtige Ludwigshafener nach dem Triumph im Topspiel. Von ihm sei nach „ein, zwei schwierigeren Wochen“, in denen Trainer Peter Bosz ihm andere Profis vorzog, „eine Last“ abgefallen. Mit einer Vorlage auf Kevin Volland hatte Amiri das Sieben-Tore-Spektakel am Samstag eingeleitet. Auch sonst überzeugte er mit Übersicht und durchdachten Aktionen. Und das auch noch auf ungewohnter Position.

Dass Amiri als Sechser auflief, war freilich dem Umstand geschuldet, dass in Kerem Demirbay (Sperre), Julian Baumgartlinger (Knieprobleme), Charles Aránguiz (Faserriss in der Wade) und Exequiel Palacios (Rückenprobleme) gleich vier nominelle defensive Mittelfeldspieler ausfielen. Die Hereinnahme des Sommerzugangs erwies sich als Glücksgriff: Amiri zeigte sein bislang wohl bestes Spiel für den Werksklub. „Ich bin sicher am Ball und habe keine Angst, mir die Bälle auch unter Druck hinten abzuholen. Dieses Gefühl wollte ich auch unseren Innenverteidigern und Lukas geben, dass ich immer anspielbar bin und sie nicht jeden Ball lang schlagen müssen“, erläuterte Amiri.

Zwar sei er kein „geborener Sechser“, sondern eher jemand, der sich in offensiverer Mittelfeldrolle wohlfühle. „Aber ich kann überall spielen – außer vielleicht in der Abwehr“, sagte Amiri und lachte. Obwohl seine Konkurrenten im Kampf um die Plätze im Mittelfeld in absehbarer Zukunft zurückkehren werden, blickt Amiri optimistisch auf den Rest der Saison. „In der Hinrunde habe ich mich auch durchgesetzt und sehr oft gespielt. Ich werde mich im Training weiter anbieten und dann entscheidet der Trainer.“

Keine Sorgen um einen Platz in der Startformation muss sich indes Amiris Teamkollege Lukas Hradecky machen. Er ist unter Peter Bosz unangefochtener Stammtorhüter der Werkself und überzeugt Woche für Woche mit starken Leistungen. Auch gegen den BVB konnte sich der finnische Nationaltorhüter wieder einige Male auszeichnen – unter anderem gegen Erling Haaland. Bei Emre Cans Traumtor aus rund 30 Metern war Hradeckys Flugeinlage jedoch vergebens. „Ich dachte, der Ball geht fünf Meter über das Tor. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass er aus dieser Position schießt“, sagte der 30-Jährige.

Er hofft nun darauf, dass der „emotionalste Sieg seit ich bei Bayer spiele“ keine Ausnahme bleibt. „Das will ich auch. Das darf keine Ausnahme bleiben und daran arbeiten wir. Nach dem Stuttgart-Spiel im Pokal waren wir selbstkritisch und auch in der ersten Halbzeit gegen Dortmund haben wir zu viel zugelassen und zu viele Bälle verloren.“ Hradecky: „Ich hoffe, der Sieg gegen Dortmund gibt uns Feuer und Benzin.“

Der Schlussmann hatte beim Duell mit dem BVB fünf Freunde aus Finnland zu Besuch. Sie hätten sich wohl kein besseres Spiel aussuchen können. „Ich hätte auch gerne mit ihnen und einem Bier in der Hand in der Kurve gestanden“, sagte Hradecky mit einem Augenzwinkern.