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Bayer 04 Leverkusen: Nadiem Amiri lässt Chance im DFB-Team liegen

Bayer-Profis auf Länderspielreisen : Amiri lässt Chance im DFB-Team liegen

Der Mittelfeldspieler von Bayer 04 darf sich zum ersten Mal über reichlich Spielzeit in den Reihen der Nationalmannschaft freuen. Beim 1:0 gegen Tschechien verpasst er aber sein erstes Tor für Deutschland.

Des einen Pech ist des anderen Glück. Während der Einsatz von Gladbachs Jonas Hofmann beim Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Tschechien wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel bereits nach 20 Minuten beendet war, bot sich dem eingewechselten Leverkusener Nadiem Amiri die Gelegenheit, Bundestrainer Joachim Löw nachhaltig von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. In seinem fünften Einsatz für die Auswahl des DFB stand der Mittelfeldspieler der Werkself zum ersten Mal für einen längeren Zeitraum auf dem Rasen. Amiri spielte ordentlich und half dabei, das 1:0 über die Zeit zu bringen. In den entscheidenden Szenen versagten dem 24-Jährigen jedoch die Nerven.

Kurz vor der Pause war Amiri so dicht an seinem ersten Länderspieltreffer wie nie zuvor. Erst lief er nach Zuspiel des starken Florian Neuhaus alleine auf Jiri Pavlenka zu und scheiterte am Bremer Schlussmann, dann kam Amiri nach einem Querpass von Ridle Baku erneut an den Ball – und fand im Schlussmann der Tschechen erneut seinen Meister. Mit insgesamt drei Abschlüssen in der ersten Halbzeit sammelte der in dieser Saison beim Werksklub verbesserte Offensivspieler die meisten aller Profis. In Hälfte zwei häuften sich jedoch sowohl bei Amiri als auch den anderen Spielern im jungen deutschen Team die Fehler. Eine Empfehlungsschreiben für weitere Einsätze im DFB-Dress war sein Auftritt eher nicht.

Das gilt allerdings auch für den zweiten Leverkusener, der am Mittwochabend in Leipzig spielte – und das sogar die vollen 90 Minuten. Jonathan Tah hatte zwar die meisten Ballkontakte aller Spieler und wies auch ordentliche Zweikampfwerte auf. In seinen Aktionen wirkte der Abwehrspieler aber behäbig. Er hatte zudem Glück, dass die Tschechen einen Stellungsfehler im ersten Spielabschnitt nicht nutzen konnten. Wenige Minuten vor dem Abpfiff fasste er sich ein Herz und zog aus der Distanz ab, Pavlenka parierte den mittig geratenen Schuss jedoch vergleichsweise mühelos. Dass das Toreschießen nicht zu Tahs Paradedisziplinen gehört, wissen sie auch in Leverkusen: Fünf Treffer in 186 Spielen für den Werksklub zeugen nicht gerade von einem ausgeprägten Offensivdrang.

Während die deutschen Nationalspieler also nur bedingt überzeugten, lief es bei den beiden Österreichern in Diensten von Bayer 04 ziemlich gut. Julian Baumgartlinger wurde zwar erst neun Minuten vor dem Spielende eingewechselt, glänzte aber in dieser Zeit mit zwei Torvorlagen beim 3:0 der ÖFB-Auswahl in Luxemburg. Für den Kapitän der Österreicher war es das 80. Länderspiel. 85 Einsätze stehen seit Mittwoch in der Vita von Baumgartlingers Vereins- und Nationalmannschaftskollegen Aleksandar Dragovic. Der gebürtige Wiener kam zur zweiten Halbzeit in die Partie, spielte souverän und zog als Fünfter in der „Ewigen Rangliste“ der Österreicher mit den meisten Partien für die Nationalelf mit Ex-Bundesliga-Spieler Marko Arnautovic gleich.

Zum Auftakt der Länderspielserie – insgesamt sind zwölf Profis der Werkself international unterwegs – sah Bayers Keeper Lukas Hradecky zudem einen 2:0-Sieg seiner Finnen bei Weltmeister Frankreich. Der Stammkeeper wurde jedoch geschont und verfolgte den Achtungserfolg von der Bank aus.