Bayer 04 Leverkusen: Moussa Diaby spielt sich ins Rampenlicht

Starkes Startelfdebüt : Moussa Diaby spielt sich ins Rampenlicht

Der 20-jährige Franzose ist vielleicht der einzige Gewinner nach dem Unentschieden gegen Freiburg. Er erzielt nicht nur den Ausgleich, sondern bietet über 90 Minuten eine Vorstellung, die einer Bewerbung für mehr Spielzeit gleicht.

Es hatte sich bereits früh angedeutet. Nach 30 Sekunden startete Moussa Diaby auf der linken Seite durch, spielte einen Ball in den Strafraum, wo Kevin Vollands Abschluss zu einer Ecke geblockt wurde. Was folgte, war im Grunde eine 90-minütige Bewerbung des Franzosen um mehr Spielzeit. Im Sommer wechselte er mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht von Paris St. Germain zu Bayer 04, kam aber bislang nur sporadisch zum Einsatz. Er erzielte nicht nur den Ausgleich (36.) nach Freiburgs Führung (5.), sondern war stets mit Tempo, Dynamik, Raffinesse, Übersicht sowie starker Ballbehandlung unterwegs.

In der zweiten Halbzeit hätte er seine Gala-Vorstellung perfekt machen können, doch er rutschte frei vor dem Tor aus und vergab eine von vielen hochkarätigen Chancen der Werkself. Den Gesamteindruck trübte das aber nicht. „Er findet langsam seinen Weg und hat jetzt viel Selbstbewusstsein getankt“, sagte Schlussmann Lukas Hradecky. „Er kann mit seiner Schnelligkeit ein ganz, ganz großer Faktor für unseren Angriff sein.“ Der seit Sonntag 30-jährige Keeper sei jedenfalls stolz auf die Leistung Diabys. „Er hat gezeigt, dass er die Qualität für die Bundesliga hat – auch, wenn er vielleicht etwas mehr Zeit gebraucht hat als erwartet.“

Tatsächlich war es sein erster Einsatz in der Startelf, bei dem er prompt sein erstes Bundesligator erzielte. Kerem Demirbay, der Diabys Treffer vorbereitete, ist davon nicht überrascht. „Mich musste er nicht überzeugen. Schon am ersten Tag, als er hier ankam, war ich von ihm überzeugt“, sagte der 26-Jährige. „Er hat heute von Anfang an die Chance bekommen und sehr, sehr gut genutzt.“ Es sei aber schon vorher kein Geheimnis gewesen, dass er ein Linksaußen mit sehr hoher Qualität sei. „Er ist ein sehr cleverer, schneller Spieler. Das hat man nicht so oft in der Bundesliga.“

Der 20-Jährige ist zweifellos der Gewinner des 1:1, das für Bayers Ansprüche freilich viel zu wenig ist – zumal die Werkself genug Torschüsse für drei Siege herausspielte. Doch das Chancenfeuerwerk verpuffte. Das war auch das Einzige, was Trainer Peter Bosz nach dem Spiel störte. „Viel besser hätten wir kaum spielen können“, analysierte der Niederländer. „Wir hatten so viele große Torchancen und die Dinger müssen einfach rein, aber das war leider nicht der Fall.“

Zu Diaby hatte er eine klare Meinung. „Er hat das Tor geschossen, war konstant gefährlich und fast immer beteiligt, wenn wir Chancen hatten. Wir sind froh, dass wir so ein Talent in der Mannschaft haben.“ Warum es so lange für Diabys Startelfdebüt gebraucht hat, beantwortete Bosz mit einem Augenzwinkern: „Wir haben auf Freiburg gewartet“ – und dann fügte er hinzu: „Er ist 20 Jahre alt, kommt aus Frankreich, spricht kein Deutsch und kein Englisch“, erklärte Bosz. „Das braucht Zeit und es macht keinen Sinn, so einen Jungen zu früh von Anfang an zu bringen. Dann spielt er schlecht und das Selbstvertrauen ist weg.“ Jetzt habe Diaby seine Chance bekommen und genutzt. „Deswegen glaube ich auch, dass es der richtige Zeitpunkt war.“