Bayer 04 Leverkusen: Mitchell Weiser will nur noch Siege sehen

Weisers Rechnung : Noch fünf Siege bis Europa

Der 24-Jährige sieht es im Grunde als Pflicht an, die restlichen fünf Partien zu gewinnen, um einen Europapokal-Platz zu erobern. Auch die Champions League hat er noch nicht komplett abgeschrieben.

Mitchell Weiser war der erste Spieler der Werkself, der nach der Trainingseinheit am Dienstag den Rasen verließ – und der 24-Jährige war ein wenig überrascht von dem Andrang. Die Osterferien und das frühlingshafte Wetter nutzen vor allem viele Kinder und Jugendliche, um sich Selfies sowie Autogramme von und mit ihren Stars zu holen. Auch die Signatur des im Sommer für kolportierte 12,5 Millionen Euro aus Berlin verpflichteten Rechtsverteidigers war begehrt – und er nahm sich die Zeit. Der 1:0-Sieg in Stuttgart am Wochenende hat ihn und seine Mitspieler sichtlich entspannt.

„Es war wichtig, dass wir gewonnen haben – auch für die Stimmung in der Truppe“, sagt Weiser. Es sei eine „gewisse Erleichterung“ nach dem knappen Erfolgserlebnis gegen die abstiegsbedrohten Schwaben spürbar. „Allerdings ist auch klar, dass wir uns davon nichts kaufen können. Wir wissen, dass wir ab jetzt jedes Spiel gewinnen müssen, um noch Chancen auf einen Platz im internationalen Fußball zu haben.“

Die Rechnung des gebürtigen Troisdorfers ist vergleichsweise simpel: Noch maximal 15 Punkte gibt es gegen Nürnberg, Augsburg, Frankfurt, Schalke und Berlin zu gewinnen – und sollte das gelingen, stünden am Ende 60 Zähler in der Bilanz. Das ist eine Marke, die sogar für mehr als die Europa League reichen könnte. Zumindest war es beim letzten Mal so, als Bayer 04 direkt in die Champions League einzog. Die Saison 2015/16 endete damals noch unter Trainer Roger Schmidt mit 60 Punkten auf Platz drei. Auch in der vergangenen Spielzeit hätte das für den dritten Rang gereicht.

Das wird in diesem Jahr wohl nicht mehr klappen, da der Dritte RB Leipzig bereits 58 Zähler auf dem Konto hat und es keine Anzeichen für eine Schwächephase gibt. Aber was ist mit Frankfurt auf Platz vier? Auch Weiser ist nicht entgangen, dass die Eintracht zuletzt gegen Augsburg verloren hat und der Vorsprung auf sieben Punkte geschrumpft ist. „Ich schaue nicht nach jedem Spieltag auf die Tabelle, aber jetzt habe ich mal drauf geschaut. Wenn wir die letzten Spiele alle gewinnen und die anderen Mannschaften ausrutschen, ist vielleicht noch was drin“, sagt er mit Blick auf die aus seiner Sicht noch nicht ganz abgeschriebene Königsklasse. „So lange die Möglichkeit besteht, hofft man natürlich. Aber realistischer ist die Europa League – und auch dafür müssen wir denke ich alle noch anstehenden Spiele in dieser Saison gewinnen.“

Von einem günstigen Restprogramm will Weiser indes nichts wissen. „In der Bundesliga ist es immer sehr schwer, aber es ist unser Anspruch, diese Spiele zu gewinnen“, sagt er. Augsburg sei zum Beispiel wieder erstarkt. Leicht werde keines der Spiele. Am Samstag kommt aber zunächst Nürnberg in die BayArena (15.30 Uhr). Ähnlich wie Stuttgart kämpft auch der Club um den Klassenerhalt – und hat zuletzt beim 1:1 gegen den FC Schalke gezeigt, dass er sich nicht mit dem vorletzten Platz abgefunden hat. Kampfgeist und Geduld werden wohl erneut von der Werkself gefragt sein, um die von Weiser angestrebte Serie zu starten, die direkt in den internationalen Wettbewerb führen soll. Sein Credo für die Partie ist daher klar: „Nachlegen“.

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