Bayer 04 Leverkusen: Mitchell Weiser will mehr Torgefahr ausstrahlen

„Ich muss effektiver werden“ : Mitchell Weiser will torgefährlicher werden

Der rechte Außenverteidiger setzt sich klare persönliche Ziele für die kommende Saison. Vor allem in seinem Offensivspiel sieht er noch Luft nach oben. Den Konkurrenzkampf mit Kapitän Lars Bender scheut der 25-Jährige nicht.

Sein erstes Jahr bei der Werkself verlief für Mitchell Weiser rein statistisch gesehen ziemlich gut. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass der im Sommer 2018 für zwölf Millionen Euro von Hertha BSC verpflichtete Außenverteidiger eine wichtige Säule im Team von Trainer Peter Bosz geworden ist. Auf 41 Pflichtspieleinsätze kommt er in der vergangenen Saison – und als Kapitän Lars Bender verletzt ausfiel, gab der 25-Jährige auf der rechten Seite zeitweise gar den Alleinunterhalter, defensiv wie offensiv. Für das Lösen dieser anspruchsvollen Aufgabe erhielt er nicht nur von Bosz viel Lob, sondern auch von Beobachtern und Experten. Er selbst bewertet seine Performance indes etwas kritischer.

„Es war jetzt nicht so schlecht letztes Jahr, aber ich weiß, dass ich es besser kann und das will ich jetzt auch zeigen“, sagt Weiser. „Ich denke, dass ich in der offensive effektiver werden muss.“ Daher habe er sich vorgenommen, seiner Bilanz in der anstehenden Saison mehr Vorlagen und auch Tore hinzuzufügen. Zudem wolle er „möglichst Stammspieler sein“. Den Weg zu seinem persönlichen Saisonziel kann der gebürtige Troisdorfer genau definieren. „Ich muss mich noch häufiger trauen, offensiv in das Eins-gegen-Eins zu gehen und auch an meinen Flanken werde ich weiter arbeiten“, betont er.

In der Tat ist die über die reine Einsatzzeit hinausgehende Statistik nicht sonderlich eindrucksvoll. In seinen 41 Einsätzen gelangen ihm zwei Tore und vier Vorlagen – eigentlich zu wenig für einen mit reichlich Vorwärtsdrang ausgestatteten Außenverteidiger, dessen spielerische Wurzeln in der Offensive liegen. Das ist Weiser schon länger bewusst. Bereits in der vergangenen Rückrunde sagte er, dass seine Hereingaben und offensiven Zweikämpfe die Punkte seien, in denen er sich verbessern wolle – auch, weil es in der Spielidee des niederländischen Coachs sehr wichtig ist, dass sich die Außenverteidiger in den Angriff einbringen.

Es ist eine Position, in der sich die Konkurrenzsituation im Kader der Werkself verschärft hat. Zum einen wurde in Daley Sinkgraven ein Mann für die zuletzt im Grunde nur von Wendell bespielte linke Abwehrseite verpflichtet, dem der Ruf vorauseilt, ein Wunschspieler von Bosz zu sein. Zum anderen ist Panagiotis Retsos, der wegen verschiedener Verletzungen fast die gesamte Vorsaison passen musste, zwar noch nicht in Topform, aber zumindest wieder topfit. Der Grieche ist zwar nominell ein Innenverteidiger, kann aber auch die Außenpositionen in der Viererkette übernehmen. Das gilt auch für Tin Jedvaj.

Mitchell Weiser steht auf der rechten Seite vor allem mit Lars Bender in direkter Konkurrenz. Der 25-Jährige sieht darin aber weder eine Belastung noch ein Problem, sondern eher einen Vorteil. „Wenn man international spielt, ist es wichtig, auf jeder Position zwei Spieler zu haben“, sagt er. „Ich denke, für die Frische im Kader ist es gut, wenn der Trainer mehrere Optionen hat und rotieren kann. Das wird der Mannschaft guttun.“

Auch dem internen Ringen um einen Platz in der Startelf sieht er gelassen entgegen. „Konkurrenzkampf ist immer da. Jeder will spielen – das ist klar.“

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