Bayer 04 Leverkusen: Mitchell Weiser überzeugt beim Sieg gegen FC Bayern München

Starker Auftritt gegen die Bayern : Leverkusens Matchwinner heißt Mitchell Weiser

Mitchell Weiser rückte für Kapitän Lars Bender in die Startelf und überzeugte beim 3:1-Sieg gegen München mit einer starken Leistung. Nun gelte es aber, nicht Übermütig zu werden, mahnt der 24-Jährige.

Guter Laune war Niko Kovac nach dem Schlusspfiff in der BayArena nicht unbedingt. Und doch sorgte der Trainer des FC Bayern München für einen Lacher: Er verwechselte Mitchell Weiser mit dessen Vater Patrick Weiser, gegen den er selbst einst gespielt habe, wie der 47-Jährige schmunzelnd hinzufügte.

Ansonsten war es aber aus Münchner Sicht kein Abend für heitere Momente. Der Rekordmeister musste sich in der BayArena nach zuletzt sieben Siegen in Folge geschlagen geben. Einen großen Anteil an dem 3:1-Sieg der Werkself hatte der 24-jährige Weiser. Der 47-jährige Weiser ist indes inzwischen Jugendtrainer bei Bayer 04.

Der Sohn des Ex-Profis spielte allerdings nur gegen seinen Ex-Klub, weil Kapitän Lars Bender kurzfristig ausfiel und so dessen Posten als rechter Verteidiger frei wurde. Von 2012 bis 2015 schnürte der gebürtige Troisdorfer für den FC Bayern seine Fußballschuhe, ehe er über Hertha BSC im vergangenen Sommer den Weg nach Leverkusen fand. Das dürfte ihm wohl eine zusätzliche Motivation gewesen sein.

Jedenfalls machte er einen guten Job und hatte den ebenso schnellen wie technisch starken Kingsley Coman über weite Strecken gut im Griff. Hervorheben wollte er das allerdings nicht. „Es war eine Mannschaftsleistung“, betonte Weiser. „Die Bayern haben sehr, sehr gute Einzelspieler. Es ist nicht einfach, sie zu stoppen. In der Defensive haben wir das als Team gut hinbekommen.“ Die Werkself könne „stolz sein, so gut dagegengehalten zu haben.“

Für ihn ist es bislang kein einfaches Jahr in Leverkusen. Zwar zeigte der Defensivmann mit viel Offensivgeist immer wieder ansprechende Leistungen und schoss sehenswerte Tore wie etwa beim 2:4 gegen Dortmund oder dem 4:2 gegen Rasgrad, doch leistete er sich auch immer wieder erschreckend schwache Spiele. Wie bei der Mannschaft insgesamt unterlag seine Formkurve unter Trainer Heiko Herrlich starken Schwankungen.

Das verleitete ihn auch zu deutlicher Selbstkritik. Seine Flanken und sein Zweikampfverhalten seien nicht immer optimal, räumte er vor der Winterpause ein. „Ich habe auf meine Chance gewartet und wollte sie bestmöglich nutzen“, sagte er zu seiner Reservistenrolle. „Mit dem Sieg haben wird das gekrönt. Das tut mir und der Mannschaft gut.“

Auch sonst gefalle ihm, wohin sich die Werkself unter Peter Bosz entwickele: „Wir spielen anders: Wir pressen, machen uns gegenseitig Mut auf dem Platz und es kommt vielen Spielern entgegen, dass wir so hoch verteidigen.“ Damit meint er wohl vor allem sich selbst, denn er interpretiert die Rolle rechts in der Viererkette seit jeher betont offensiv. Das war auch gegen den FC Bayern immer wieder zu sehen. Hinten ging er seinen Gegenspieler kompromisslos an und im Spiel nach vorne setzte er immer wieder Impulse.

Bei aller Freude über den Sieg gegen München mahnte Weiser, nicht übermütig zu werden. „Es sieht sehr gut aus momentan, aber es sind bis jetzt in der Rückrunde nur drei Spiele gewesen. Da dürfen wir nicht satt sein, sondern müssen am Dienstag in Heidenheim weitermachen.“ Ab 18.30 Uhr spielt Bayer 04 dann gegen den Zweitligisten um den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals – und der 24-Jährige betont: „Wenn wir gegen Heidenheim nicht gewinnen, ist der Sieg gegen die Bayern schnell vergessen.“

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