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Bayer 04 Leverkusen: Mitchell Bakker ist der neue Mann für hinten links

Neuer Linksverteidiger : Bakker soll Bayers Dauerbaustelle beenden

Der Transfer des Niederländers Mitchel Bakker verschärft die Konkurrenzsituation für Wendell und Daley Sinkgraven. „Der Klub ist ehrgeizig, ich bin es auch. Das passt“, sagt der 21-Jährige.

Außenverteidiger haben einen der anspruchsvollsten Jobs im modernen Fußball. Sie sollen läuferisch stark sein, möglichst viele Zweikämpfe gewinnen, sich gewinnbringend in das Offensivspiel einschalten und im Ideallfall auch noch schnell sowie technisch stark sein. Entsprechend rar sind Profis mit entsprechenden Fähigkeiten gesät. Die Worte von Sportgeschäftsführer Rudi Völler lassen erahnen, dass Bayer Leverkusen in Mitchel Bakker genau so einen Spieler gefunden hat.

Der niederländische U21-Nationalspieler vereine „athletische Fähigkeiten wie Schnelligkeit und Zweikampfstärke mit fußballerischer Klasse“, schwärmt der 61-Jährige. „Er hat als Verteidiger moderner Prägung einen starken Offensivdrang und wird unserer Mannschaft guttun.“ Auch Simon Rolfes ist voll des Lobes, wenn es um den Zugang von Paris St. Germain geht. „Mitchel Bakker ist ein technisch versierter und dynamischer Außenbahnspieler, dessen Profil perfekt zu Bayer 04 passt“, sagt der Sportdirektor des Werksklubs. „Er ist noch jung und entwicklungsfähig, hat aber bei einem europäischen Spitzenklub bereits Erfahrungen auf allerhöchstem Niveau gesammelt.“ Der 21-Jährige sei unter Trainer Thomas Tuchel ein wichtiger Spieler für PSG gewesen, der die Qualität des Leverkusener Kaders anheben werde. „Wir sind sicher, dass er vor einer erfolgreichen Zukunft steht.“

Das wirft automatisch die Frage nach der Zukunft von Wendell und Bakkers Landsmann Daley Sinkgraven auf. Die beiden haben in der vergangenen Saison eine Art „Job-Sharing“ auf der Linksverteidigerposition gemacht, dabei aber insgesamt nur bedingt überzeugt. Nachhaltig hat sich keiner als Stammkraft für den wichtigen Posten empfohlen. Vor allem Wendell dürfte nach dem Transfer von Bakker keine allzu große Perspektive mehr in Leverkusen haben. Der Brasilianer spielt seit 2014 in Schwarz-Rot und war lange als Linksverteidiger gesetzt. Doch den Status als Stammspieler hat der 27-Jährige längst eingebüßt, weil er in seiner spielerischen Entwicklung bestenfalls stagniert, wenn nicht sogar in den beiden vergangenen Spielzeiten einen Rückschritt gemacht hat. Er geht in sein letztes Vertragsjahr.

Wohl auch deshalb sah Bayer hinten links akuten Handlungsbedarf, obwohl die Werkself durch das Karriereende von Lars und Sven Bender zunächst einmal einen Rechts- und einen Innenverteidiger verloren hatte. Dass Timothy Fosu-Mensah wegen seines Kreuzbandrisses noch lange fehlen wird und Mitchell Weiser ähnlich wie Wendell zu den Spielern gehört, die bei einem Angebot den Verein verlassen können, macht die Lage in Bayers Hintermannschaft nicht unkomplizierter.

  • Der Niederländer Mitchel Bakker im Spiel
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  • Bayers Innenverteidiger Edmond Tapsoba hat sich
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  • Andrej Lunjow.
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Die Verletzung von Edmond Tapsoba verdeutlicht zudem, wie knapp der Kader in der Defensive besetzt ist. Der Nationalspieler aus Burkina Faso zog sich im individuellen Lauftraining vor seiner Rückkehr nach Deutschland einen Riss der linken Syndesmose zu. Der 22-Jährige wurde bereits operiert. Seine Reha wird er in der Leverkusener „Werkstatt“ in Angriff nehmen. Das Pokalspiel bei Lokomotive Leipzig am 7. August wird der Innenverteidiger wohl ebenso verpassen, wie den Ligastart am 14. August bei Union Berlin.

Weitere Transfers für die geschröpfte Hintermannschaft sind also nicht nur denkbar, sondern zwingend notwendig. Bakker, der einen Vertrag bis 2025 unterschrieben hat und kolportierte sieben Millionen Euro Ablöse gekostet haben soll, dürfte erst der Anfang einer Leverkusener Transferoffensive für die Defensive sein. In der vergangenen Saison absolvierte der Niederländer für PSG wettbewerbsübergreifend 40 Pflichtspiele.

Vor zwei Jahren war er aus der Jugend von Ajax Amsterdam zum französischen Hauptstadtklub gewechselt. „Ich bin sehr glücklich, dass ich hier bin. Bayer Leverkusen ist ein toller Verein“, sagte der 21-Jährige nach seiner Vertragsunterschrift. „Ich hoffe, dass ich die Erfahrungen, die ich in Paris gemacht habe, hier einbringen kann. Ich will mich zeigen und bin bereit.“ Er sehe in Bayer 04 eine „Möglichkeit, bei einem attraktiven Verein den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Der Klub ist ehrgeizig, ich bin es auch. Das passt.“