U21-Nationalspieler der Niederlande Bakker sucht seinen Platz in der Werkself

Leverkusen · Das erste Jahr bei Bayer 04 Leverkusen war für Mitchel Bakker eins mit Höhen und Tiefen. Trotz vieler guter Ansätze muss der 21-Jährige noch beweisen, dass er die Dauerbaustelle hinten links langfristig schließen kann.

Der Leipziger Yussuf Poulsen grätscht Leverkusens Mitchel Bakker (r.) den Ball vom Fuß.

Der Leipziger Yussuf Poulsen grätscht Leverkusens Mitchel Bakker (r.) den Ball vom Fuß.

Foto: Bayer 04 Leverkusen

Mino Raiola hatte großes mit Mitchel Bakker vor. Durch den Wechsel von Paris St. Germain in die Bundesliga zu Bayer 04 wollte der inzwischen verstorbene Top-Spielerberater seinen Klienten „auf das nächste Level heben“. Mehr Einsatzzeiten und Entwicklungschancen als beim Star-Ensemble der Franzosen hatten sich Raiola und sein niederländischer Klient versprochen. Nach der ersten Saison unter dem Bayer-Kreuz lässt sich konstatieren: Der Plan ist bislang nicht aufgegangen. Bakker hat sich nach dem Abgang von Wendell zwar als solide Lösung für die Linksverteidigerposition erwiesen. Den Beweis, dass er die Dauerbaustelle in der Viererkette langfristig schließen kann, muss er indes noch liefern.

Dabei hatte alles äußerst vielversprechend angefangen. Nach einer guten Vorbereitung hatte sich Bakker im internen Vergleich erwartungsgemäß gegen seinen Landsmann Daley Sinkgraven durchgesetzt und sich einen Stammplatz erarbeitet. Mit seiner Schnelligkeit und Physis fügte der 21-Jährige dem Bayer-Spiel eine Komponente hinzu, die zuvor gefehlt hatte. Besonders deutlich wurde das am zweiten Spieltag, als Bakker mit je einem Tor und einer Vorlage entscheidend zum 4:0-Erfolg der Werkself gegen Borussia Mönchengladbach beitrug.

Das zu Beginn gezeigte Niveau konnte er derweil nicht dauerhaft halten. Gegen Augsburg leistete er sich einen folgenschweren Aussetzer, die Top-Teams aus Dortmund und München wiesen ihn darüber hinaus deutlich in die Schranken. Dabei war es häufig ein Mix aus Übermut und Sorglosigkeit, mit der sich der Sohn des ehemaligen Amsterdam-Profis Edwin Bakker das Leben auf dem Rasen selbst schwermachte. Nach einer gegen Wolfsburg erlittenen Verletzung am Sprunggelenk war für ihn die Hinrunde im Prinzip schon Ende Oktober beendet. Erst am letzten Spieltag vor der Winterpause feierte der U21-Nationalspieler gegen Freiburg sein Comeback.

In der Rückrunde wiederholte sich dann das zu Beginn der Saison bereits Erlebte: Bakker stand wieder in der Startelf, zeigte teils starke Auftritte wie bei den Kantersiegen gegen Augsburg und in Dortmund, bot ansonsten aber auch viel Durchschnitt. Dass Coach Gerardo Seoane zum Saisonende hin vermehrt auf den gelernten Innenverteidiger Piero Hincapie für die linke Abwehrseite setzte, spricht für sich.

Was das Talent und das Potenzial des Youngster betrifft, gibt es indes keine Zweifel. Bakker bringt physisch alles mit, was es braucht, um auf einem Top-Niveau zu agieren, ist fußballerisch gut ausgebildet und tritt mit großem Selbstvertrauen auf. Im vergangenen Winter soll Newcastle United bereits versucht haben, Bakker von einem Wechsel in die Premier League zu überzeugen. Passiert ist aber nichts. Der Vertrag des Abwehrspielers, der mit dem Nachwuchs der Niederlande bereits vor dem nächsten Spiel am Samstag das Ticket für die U21-EM gelöst hat, läuft bis 2025. Leverkusen und Bakker haben also noch Zeit, um sich miteinander vertraut zu machen, damit beide Seiten noch mehr als bisher voneinander profitieren.

Die Abslösesumme von sieben Millionen Euro, die Bayer für Bakker an Paris überwiesen hat, dürfte sich indes bereits rentiert haben – auch wenn der Blondschopf seinen endgültigen Platz unter dem Bayer-Kreuz noch nicht gefunden hat.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort