Bayer 04 Leverkusen: Mit Tempo gegen die Moskauer Mauer

Bayer-Trainer Bosz vor Champions-League-Auftakt : „Wir müssen das Spiel gewinnen – das ist halt so“

Bayer Leverkusens Trainer Peter Bosz erwartet zum Start der Champions League am Mittwoch einen betont defensiv auf- und eingestellten Gegner aus Russland. Sein Rezept: Druck, Geschwindigkeit und gute Restabsicherung.

Peter Bosz lässt gerne betont offensiv spielen. Mit viel Ballbesitz, an das spanische „Tiki Taka“ erinnernden Passstaffetten und schnellen Flügelspielern soll es immerzu nach vorne gehen. Bei Verlust des Spielgeräts ist binnen Sekunden die Rückeroberung gefragt – ansonsten wird es gefährlich für das eigene Tor. Die Spielweise des Niederländers hat sich auch bis nach Russland herumgesprochen. Jedenfalls erwartet der 55-Jährige einen sehr defensiv eingestellten Gegner zum Auftakt der Champions League am Mittwoch in der BayArena (21 Uhr).

Lokomotive Moskau kommt ins Rheinland und die Gegenüberstellung der beiden Kader zeigt, dass Leverkusen die Favoritenrolle innehat. Im Grunde ist der Bundesligist auf jeder Position besser besetzt als der russische Pokalsieger und Vizemeister. „Wir müssen das Spiel gewinnen – das ist halt so“, sagt Bosz entsprechend selbstbewusst, mahnt aber auch: „In der Champions League gibt es keine schlechten Mannschaften.“

Er erwartet, dass sich die Gäste vor dem eigenen Strafraum einigeln, die Räume eng machen und auf Konterchancen durch schnelles Umschaltspiel setzen – ein probates Mittel gegen die bosz’sche Fußballidee, die gerade in diesen Situationen besonders anfällig ist. „Das kennen wir schon aus der Rückrunde der vergangenen Saison. Das sind wir gewöhnt“, sagt der 55-Jährige. „Wir müssen eine Antwort auf die Mauer an Verteidigern haben, aber auch unsere eigene Restverteidigung gut organisieren.“ Bayer habe unter ihm eine „klare Spielweise, in der wir auch auf Gegner eingestellt sind, die sehr kompakt verteidigen.“ Er trainiere bereits seit seinem Amtsantritt im Winter, was dann zu tun sei. „Da geht es um viele Sachen: Den Ball schnell laufen lassen, die Seite wechseln, hinter die Ketten laufen, zwischen die Linien spielen – und so weiter.“ Die Frage sei, mit welcher Qualität seine Spieler diese Vorgaben umsetzen.

Personell kann der Trainer der Werkself aus dem Vollen schöpfen. Ausfälle sind nicht zu beklagen, zum Abschlusstraining im Stadion traten alle Profis an. Die Vorfreude bei den Spielern auf die Königsklasse ist laut Kapitän Lars Bender „ungebrochen groß“ – trotz der 0:4-Niederlage in Dortmund am Wochenende. „Wir haben das Spiel jetzt analysiert, aber die Champions League ist ein anderer Wettbewerb, in dem noch keine Punkte ausgespielt wurden.“ Die Pleite beim BVB müsse das Team entsprechend „schnellstmöglich abschütteln“. Dafür seien die Champions League und die damit einhergehenden Englischen Wochen ein willkommener Anlass. „Der Blick richtet sich nach vorne und nicht mehr nach hinten.“ 

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