Bayer 04 Leverkusen: Millionen von der Bank - Werkself mit mehr Optionen

Mehr Optionen für Peter Bosz : Die Bank ist der neue Trumpf von Bayer Leverkusen

Mehr als 90 Millionen Euro hat Bayer 04 Leverkusen in den vergangenen Jahren für Transfers ausgegeben. Das zahlt sich nun aus. Bayer-Trainer Peter Bosz hat gleich mehrere Optionen auf der Bank.

21 Sekunden. Länger brauchte Leon Bailey nicht, um Bayer Leverkusen bei Alemannia Aachen in die zweite Pokalrunde zu schießen. Trainer Peter Bosz hatte den Jamaikaner in der 72. Minute ins Spiel gebracht – und der 22-Jährige es ihm prompt mit dem Treffer zum 3:1 gedankt. Dass sich die Werkself am Ende verdient mit 4:1 (2:0) gegen den Regionalligisten durchsetzte, liegt auch an einer neuen Qualität in dieser Saison: einer klar verbesserten Bank.

In Torschütze Bailey, Lucas Alario, Panagiotis Retsos, Paulinho, Julian Baumgartlinger sowie den Sommer-Zugängen Daley Sinkgraven und Moussa Diaby schauten beim Anpfiff des ersten Pflichtspiels Profis von der Seitenlinie zu, für die der Werksklub in den vergangenen Jahren zusammengerechnet mehr als 90 Millionen Euro ausgegeben hat. Mit Blick auf die im Vergleich zur Vorsaison qualitativ und quantitativ verstärkten Bank sagte Bayer-Coach Bosz: „Manchmal ist es für mich als Trainer nicht einfach, da ich auch Spieler enttäuschen muss. Aber klar ist es gut, wenn ich neben mich schaue, und Spieler mit dieser Qualität auf der Bank sitzen.“

Bei der Partie auf dem mit 30.861 Zuschauern ausverkauften Tivoli benötigte der 55-Jährige die Reservespieler schon mehr als vielleicht vermutet. Denn sein Team geriet nach dem Aachener Anschlusstreffer durch Stipe Batarilo zum 1:2 (56.) ins Wanken. Erst Baileys Blitz-Tor und Kai Havertz (88.) – nach Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Diaby – brachten die Entscheidung.

„Ich war froh, dass das 2:2 nicht gefallen ist – das hätte ein Knackpunkt sein können“, betonte Bosz. Der Niederländer zeigte sich nach dem Weiterkommen dennoch zufrieden. Auch wenn „nicht alles gut“ gewesen sei, habe er Aspekte im Spiel seiner Mannschaft entdeckt, die ihm gefallen hätten.

Dazu gehörten gewiss die beiden Tore in der ersten Halbzeit: Zum einen der von Wendell herbeigeführte Führungstreffer, bei dem Aachens Kapitän Peter Hackenberg den Ball im eigenen Tor unterbrachte (19.). Und zum anderen das 2:0 durch Kevin Volland, bei dem der Angreifer eine Passstafette zielgenau abschloss (39.).

In der vergangenen Bundesliga-Spielzeit glänzte die Werkself nicht gerade mit einer starken Bank. Bis auf Alario, der zumindest drei Mal als Einwechselspieler traf, gelang ansonsten nur noch Karim Bellarabi ein Jokertor. Unter anderem durch die Verpflichtungen von Kerem Demirbay und Nadiem Amiri in diesem Sommer hat Bosz nun deutlich mehr Optionen, situativ nachzulegen. Auch wenn sicher nicht jeder Einwechselspieler gleich nach 21 Sekunden treffen wird.

Mehr von RP ONLINE