Bayer 04 Leverkusen: Mannschaft von Peter Bosz setzt auf Ergebnisfußball

Bayer siegt ohne zu glänzen : Ergebnisfußball statt Spektakel

Das 2:0 gegen Nürnberg hat die Erkenntnis bestärkt, dass Bayer 04 seine Spiele auch glanzlos gewinnen kann. Für die Offensivspieler Kai Havertz und Julian Brandt ist das auch ein Zeichen des Selbstbewusstseins der Werkself.

Erleichterung ja, Euphorie nein – so lässt sich die Stimmungslage unter dem Bayer-Kreuz nach dem mühsam erarbeiteten 2:0 (1:0) der Werkself gegen tief stehende Nürnberger wohl am ehesten beschreiben. Das Team von Trainer Peter Bosz feierte nach dem 1:0 in Stuttgart den zweiten Arbeitssieg in Serie. In den Partien zuvor hatte Bayer 04 bisweilen zwar ansehnlich gespielt, aber zu viele Gegentore und drei Niederlagen kassiert. Lautet also die neue Erfolgsformel im Saisonendspurt: weniger Spektakel, mehr Ertrag?

Für Kai Havertz war der Fakt, dass die Werkself nun zwei Mal in Serie keinen Gegentreffer hinnehmen musste, kein Grund zur ausgelassenen Freude. „Wir haben nicht gegen die besten Offensivmannschaften der Bundesliga gespielt“, betonte der 19-Jährige, sagte aber gleichwohl: „Zwei Mal zu Null ist gut – so wollen wir weitermachen.“ Die letzten beiden Duelle gingen in die richtige Richtung. Aber: „Es gibt noch viel Verbesserungspotenzial. Auch wenn die Fans in der ersten Halbzeit ein wenig ungeduldig waren, hatten wir das Spiel zu 100 Prozent im Griff. Nürnberg hatte keine annähernd gute Torchance. Wir wussten, dass wir sie knacken konnten.“

In den ersten 45 Minuten kombinierte Bayer zwar ordentlich in den torfernen Bereichen, ließ jedoch jegliche Konsequenz im und um den gegnerischen Sechzehnmeterraum vermissen. Mit Ausnahme eines Pfostenschusses von Havertz (17.) und eines Kopfballs des eingewechselten Lucas Alario (45.) war FCN-Schlussmann Christian Mathenia beinahe beschäftigungslos. Teile der Fans quittierten die Leistung der Leverkusener mit Pfiffen zur Halbzeitpause.

„Die Zuschauer sind eher im Stadion, um ein Offensivspektakel zu sehen. Aber das geht nicht immer, wenn eine Mannschaft tief drinsteht. Ab und an waren wir zu verspielt, haben zu selten den Abschluss gesucht“, sagte Havertz, der dennoch betonte: „Trotzdem können wir zufrieden sein.“ Letztlich sorgten Alario (61.) und Kevin Volland (86.) für die verdienten drei Punkte.

Mit Ergebnisfußball kann sich in der aktuellen Situation kurz vor dem Ende der Saison sicher auch Julian Brandt anfreunden. „Wir haben es nicht perfekt, aber gut gemacht und wie schon in der Woche davor Geduld bewiesen. Wir haben das getan, was von uns erwartet wird, und die Punkte geholt.“ Auch wenn es mal „60 bis 70 Minuten“ dauern würde, ehe der erste Treffer fällt, bliebe die Mannschaft zuversichtlich, betonte Brandt. „Das ist das Selbstbewusstsein der Mannschaft, das man sieht.“

Am Freitag (20.30 Uhr) ist das Bosz-Team nun zu Gast in Augsburg. Sollte die Werkself auch dort gewinnen, wird es den Bayer-Profis herzlich egal sein, ob dies mit oder ohne Spektakel gelingt.

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