Bayer 04 Leverkusen: Lukas Hradeckys späte Revanche

Gala von Bayer 04 gegen Frankfurt : Lukas Hradeckys späte Revanche

Als Pokalsieger wechselte Lukas Hradecky von Eintracht Frankfurt zu Bayer 04. Nun konnte er den ersten Sieg gegen seinen ehemaligen Klub feiern – und was für einen. Die Werkself habe endlich aus ihren Fehlern gelernt, betont der 29-Jährige.

Ja, ein paar kleine Witze habe er sich nach seinem Wechsel zum Bayer 04 schon gefallen lassen müssen, sagte Lukas Hradecky. Seine ehemaligen Teamkollegen von Eintracht Frankfurt hatten durchaus den ein oder anderen Spruch auf Lager, weil sein neuer Arbeitgeber im bisherigen Saisonverlauf dem Europa-League-Halbfinalisten aus Hessen permanent hinterherhechelte. Vor ein paar Wochen schien die Eintracht bereits komplett enteilt, doch nun sind beide Klubs punktgleich auf Platz vier und fünf der Tabelle. Nur die Tordifferenz macht derzeit noch einen Unterschied zwischen Frankfurts Champions- und Leverkusens Europa-League-Platz aus. „Die Jungs auf der anderen Seite taten mir schon leid. Das Ergebnis war ein bisschen übertrieben, aber ich bin ein glücklicher Mann“, sagte Hradecky nach dem furiosen 6:1 (6:1)-Triumph gegen seinen Ex-Klub – frei nach dem Motto: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Nebenbei ist auch die Revanche für das 1:2 im Hinspiel geglückt.

Der 29-jährige Schlussmann hatte eine bemerkenswerte Erklärung für den nun seit vier Spielen anhaltenden Lauf, der zwölf Punkte, 13:2 Tore und reichlich Selbstvertrauen für den Endspurt in der Liga brachte. Die Grundlage dafür seien aber die drei Niederlagen zuvor gegen Bremen, Hoffenheim und Leipzig gewesen, betonte Hradecky. „In dieser Phase mussten wir alle in den Spiegel schauen und lernen, unsere Köpfe nicht so schnell hängen zu lassen. Unsere Mannschaft hat sehr viel Charakter.“

In der Tat ließ sich Bayer 04 zuletzt weder von destruktiven Stuttgartern oder Nürnbergern, noch vom frühen Rückstand in Augsburg und vom schnellen Frankfurter Anschlusstreffer am Sonntag beeindrucken. Stattdessen zog das Team von Trainer Peter Bosz seine Spielweise durch, agierte ebenso konzentriert wie konsequent und fuhr die drei Punkte ein. Hradecky fand dafür eine Beschreibung, die seit Jahren eher ein Fremdwort unter dem Bayer-Kreuz gewesen ist: „Vielleicht kommt jetzt allmählich Konstanz rein.“

Das ist exakt, was der hochveranlagten Elf in den vergangenen Saisons gefehlt hat. Auch diese Spielzeit verlief größtenteils eher durchwachsen. Zwar hielt Leverkusen über weite Strecken den Anschluss an die Europapokalplätze, aber es gab auch Phasen, in denen die Werkself endgültig im grauen Mittelfeld zu versacken drohte. „Sollte es am Ende tatsächlich noch für die Champions League reichen, war das ein toller Endspurt“, betonte Hradecky. Dafür sind aber freilich noch zwei weitere Siege gegen Schalke 04 und bei Hertha BSC Berlin zum Abschluss notwendig – und passende Ergebnisse der Konkurrenz.

Seinen ehemaligen Teamkollegen wünscht er nach dem Sieg in der Liga freilich viel Glück für das Europa-League-Halbfinale gegen den FC Chelsea am Donnerstag (21 Uhr). Das Hinspiel in Frankfurt endete 1:1. Sein freundschaftlicher Rat an die Eintracht: „Gewinnen und dann den Champions-League-Platz in Baku holen.“ Dann ist es für die Hessen auch egal, ob sie Rang vier halten oder ihn an Leverkusen verlieren. Denn der Gewinner des Europa-League-Endspiels in der Hauptstadt Aserbaidschans qualifiziert sich automatisch für die Königsklasse.

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