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Bayer 04 Leverkusen: Lukas Hradecky zeigt Verständnis für Neven Subotic

Mehr Mitsprache für Profis : Hradecky zeigt Verständnis für Subotic

Bayer Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky zeigt Verständnis für Profis wie Neven Subotic, die sich mit Blick auf den Bundesliga-Neustart mehr Mitsprache gewünscht haben. Er sagt: „Entscheidungen müssen getroffen werden – aber am besten von allen zusammen.“

Es gibt sie noch, die Fußballprofis mit einer klaren Meinung, die Entscheidungen hinterfragen, Position beziehen. Union Berlins Verteidiger Neven Subotic gehört zweifelsfrei dazu. Der 31-Jährige äußerte sich zuletzt mit Blick auf den Liga-Neustart am Wochenende kritisch und klagte unter anderem über fehlende Mitsprache-Möglichkeiten für sich und seine Berufskollegen in der Corona-Krise. Jetzt bekommt er Unterstützung von Bayers Torhüter Lukas Hradecky.

Auf die Frage, ob er die Kritik und die Sorgen des Berliners sowie einiger weiterer Profis nachvollziehen könne, antwortete der Finne: „Auf jeden Fall.“ Dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Entscheidung, wann und wie der Ball wieder rollt, den Spielern abgenommen habe, sei zwar auch gut, aber: „Vorab jemanden zu fragen, wäre nicht schlecht gewesen. Da haben die Jungs schon recht. Natürlich ist es für alle eine schwierige Situation und Entscheidungen müssen getroffen werden – aber am besten von allen zusammen.“

Am Montagabend ist Hradecky gemeinsam mit 26 weiteren Bayer-Profis, dem Trainer- und Betreuerstab sowie der Klubführung in das durch die DFL vorgeschriebene einwöchige Quarantäne-Trainingslager nach Wermelskirchen gefahren. Zum Training, das nach wie vor an der BayArena stattfindet, pendelt die Mannschaft täglich mit dem Bus. Ablenkung gibt es im Hotel „Große Ledder“ zur Genüge, viele Teamkollegen hätten zudem ihre Spielekonsolen mitgebracht, erläutert Hradecky.

„Eine Woche Quarantäne sind noch in Ordnung“, beteuert der 30-Jährige. Ob die Mannschaft aber bereit gewesen wäre, sich für den Rest der Spielzeit komplett von der Außenwelt abzuschotten? „Ich weiß nicht, ob da alle mitgemacht hätten.“ Er könne dabei nur für sich sprechen, erinnert aber auch an Kollegen, die zum Beispiel ihre schwangere Frau alleine zuhause hätten lassen müssen oder einfach in anderen Lebenssituationen stecken. Hradecky: „Sie betrifft es dann natürlich noch mehr.“

Im ersten Spiel nach dem Neustart ist der Werksklub am Montag (20.30 Uhr) in Bremen gefordert. Über die Leistungsfähigkeit der Mannschaft könne man derzeit nur spekulieren, doch Hradecky gibt sich betont optimistisch. „Auch wenn es sich wie vor dem ersten Spiel einer neuen Saison anfühlt, ist das nicht so“, sagte er. „Ich denke schon, dass wir den Schwung von vor der Pause mitnehmen können.“

Das Hinspiel gegen Bremen endete 2:2. Die Werkself war durch ein Eigentor des Ex-Leverkuseners Ömer Toprak früh mit 1:0 in Führung gegangen, geriet durch Treffer von Milot Rashica und Davy Klaassen aber wieder mit 1:2 ins Hintertreffen. Erst Lucas Alario besiegelte die Punkteteilung. „Da hatten wir unsere vielleicht schwächste Phase der Saison und haben unglücklich 2:2 gespielt. Trotzdem glaube ich, dass wir auch da schon die bessere Mannschaft waren“, sagte Hradecky.

Klubchef Fernando Carro glaubt indes wie der Schlussmann daran, dass die Werkself gut aus der Zwangspause findet. „Ich habe den Eindruck, die Mannschaft ist sehr fokussiert, sehr konzentriert. Die Spieler wollen wieder zeigen, dass sie sehr gut Fußball spielen können und dass sie auch bereit sind, alles zu geben, um die Ziele zu erreichen – und wenn möglich dieses Jahr auch Titel zu holen“, sagte der 55-Jährige bei der Ankunft im Trainingslager.