Bayer 04 Leverkusen: Lukas Hradecky spricht über die Arbeit mit Peter Bosz

Bayer-Keeper Lukas Hradecky : „Es herrscht ein neuer Spirit im Team“

Bayers Nummer eins Lukas Hradecky spricht im Trainingslager über das neue Selbstverständnis der Werkself, die Arbeit mit Trainer Peter Bosz und Wunschgegner in der Champions League.

Herr Hradecky, wie sind Sie in die Vorbereitung und vor allem das Trainingslager reingekommen?

Lukas Hradecky „Es ist in den ersten Tagen der Vorbereitung immer schwer für mich, aber langsam wird es wieder. Die Aktionen kommen wieder besser und ich halte viele Bälle im Training. Wir haben im Moment ziemlich heftige Einheiten, aber das ist auch richtig so.“

Wie sehen Sie die tägliche Arbeit des Trainers?

Hradecky „Mit welcher Intensität Peter Bosz trainieren lässt, ist schon etwas Besonderes. Das habe ich so noch nicht erlebt. Aber ich finde das gut. Man muss immer ein bisschen anders ticken als die breite Masse. Daraus können wir als Bayer 04 Leverkusen einen Vorteil ziehen und einen eigenen Stil entwickeln.“

Täuscht der Eindruck, oder hat die Mannschaft in den vergangenen Monaten ein neues Selbstverständnis entwickelt?

Hradecky „Die Jungs gehen mit breiter Brust und voller Vertrauen in die Vorbereitung, aber ohne Arroganz. Es herrscht ein neuer Spirit im Team. Das spürt man jeden Tag. Ich glaube, dass wir wirklich etwas erreichen können mit der Mannschaft. Alle sind komplett überzeugt von der Spielweise des Trainers und wollen sie Tag für Tag perfektionieren.“

Sie sind in Leverkusen die unangefochtene Nummer eins und haben im Grunde keinen echten Konkurrenzdruck. Ist das gut oder schlecht?

Hradecky „Ich war schon immer sehr ehrgeizig. Ich brauche keinen Konkurrenzdruck, um meine beste Leistung zu bringen. Ich könnte zwar damit auch sehr gut umgehen, aber die klare Torwarthierarchie in Leverkusen hat auch etwas für sich. Es ist auch ein Lob an mich, dass in der vergangenen Saison trotz vieler Gegentore nie über den Torwart geredet wurde.“

Was haben Sie sich für die kommende Saison mit dem Werksklub vorgenommen?

Hradecky „Mein Ziel ist, dass ich der Mannschaft noch mehr helfen kann und den Spielern mit meinen Paraden Sicherheit gebe. Als Torwart ist mentale Stärke das Wichtigste. Auch wenn Du einen Fehler machst, musst Du das direkt abhaken und beim nächsten Schuss aufs Tor wieder voll da sein. Daran erkennt man meiner Meinung nach die Qualität eines Torhüters. Natürlich will ich insgesamt weniger Gegentore kassieren.“

Sie gelten als jemand, der immer einen guten Spruch auf Lager hat. Sind Sie für die gute Laune im Team verantwortlich?

Hradecky „Ernsthafte Themen spreche ich in der Mannschaft eher nicht an, dafür haben wir andere Spieler wie zum Beispiel die Benders. Aber ich versuche schon, mit meiner Art die Stimmung im Team zu verbessern, mal einen Witz an der richtigen Stelle zu machen oder Mitspieler mit Humor aufzumuntern. So helfe ich den Jungs. Die strenge, ernsthafte Art ist nicht so mein Ding.“

Sie stehen mit 29 Jahren vor ihrem Debüt in der Champions League. Wie fühlt sich das an?

Hradecky „Ich freue mich sehr darauf. Als ich ein Junge war und noch Playstation gespielt habe, war es sogar schon was Besonderes, die Hymne zu hören. Jetzt werde ich das wirklich als Spieler auf dem Platz erleben. Das wird etwas, an das ich mich nach meiner Karriere immer erinnern werde. Die Champions League ist für mich das Größte, was im Vereinsfußball möglich ist.“

Sogar größer als der Pokalsieg mit Frankfurt?

Hradecky „Das war etwas Außerordentliches. Das will ich noch einmal erleben. Die Eintracht hat lange auf ihre Zeit gewartet – vielleicht ist Leverkusen jetzt auch so weit.“

Haben Sie einen Wunschgegner?

Hradecky „Ich würde unheimlich gerne gegen Barcelona spielen. Camp Nou will ich unbedingt erleben. Liverpool wäre auch nicht schlecht. Ich hoffe so oder so auf eine Knallergruppe für uns. Aber wenn Viktoria Pilsen dabei ist, wäre das auch okay.“

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