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Bayer 04 Leverkusen: Lukas Hradecky lobt Bayers Pokalreife

Nach dem Sieg im Viertelfinale : Lukas Hradecky lobt Bayers Pokalreife

Bayers Torwart Lukas Hradecky weiß aus eigener Erfahrung, worauf es auf dem Weg ins Finale ankommt – und sieht davon schon viel bei der Werkself.

Lukas Hradecky weiß, wie DFB-Pokal geht. Mit Eintracht Frankfurt gewann er 2018 den Titel, ehe er ablösefrei nach Leverkusen wechselte. Entsprechend sicher ist sich der Schlussmann, welche Fähigkeiten eine Mannschaft braucht, die am 23. Mai die Trophäe in den Berliner Abendhimmel stemmen will. Auf spielerische Raffinesse kommt es dabei nicht unbedingt an, auch nicht auf taktische Kniffe oder technische Brillanz. Es geht aus seiner Sicht schlicht und ergreifend um Effizienz.

„Wir müssen nicht immer eine gute Leistungen bringen, aber wir müssen die Spiele trotzdem gewinnen“, sagte Hradecky nach dem 3:1 (0:1)-Erfolg gegen Union Berlin, der die Werkself zum zweiten Mal binnen zwei Jahren ins Halbfinale bringt. „Im Pokal ist es immer vor allem eine Einstellungs- und Willensfrage. Das haben wir in der zweiten Halbzeit gezeigt.“

Leverkusens erste 45 Minuten gegen den Aufsteiger waren hingegen eines K.o.-Spiels nicht würdig. Fahrig, Unkonzentriert und uninspiriert trat die Mannschaft von Trainer Peter Bosz auf. Verdiente Konsequenz war der Rückstand durch Marcus Ingvartsen kurz vor der Halbzeit. Die dürftige Leistung der Gastgeber war aber wohl auch der gespenstischen Atmosphäre im Stadion geschuldet. Nach einer knappen Viertelstunde stellten die Fans beider Mannschaften Gesänge und Anfeuerungen ein. Grund war ein Notfall auf der Haupttribüne, wo ein 62-Jähriger mutmaßlich nach einem Herzanfall reanimiert werden musste. Rund 20 Minuten dauerte die notärztliche Erstversorgung, ehe der Fan in stabilem Zustand ins Klinikum abtransportiert werden konnte. Das und der Berliner Führungstreffer brachen den Jubelbann in der BayArena.

Bosz reagierte auf die schwächste Halbzeit seines Teams seit Monaten und brachte zur Pause Moussa Diaby sowie Mitchell Weiser ins Spiel, was für eine sichtliche Offensivbelebung sorgte. Den Sieg wechselte der Niederländer allerdings erst mit Karim Bellarabi ein, der zwei Minuten später das 1:1 erzielte (72.) und Diabys Treffer zum Endstand vorbereitete (90.+1). Charles Aránguiz hatte die Werkself per Kopfball nach einer Ecke von Kerem Demirbay in Führung gebracht – ein Treffer mit erlösender Wirkung (86.).

Nun geht es in der Runde der letzten Vier entweder gegen Saarbrücken, Bayern München oder Hradeckys Ex-Klub Frankfurt weiter. Die Entscheidung fällt in der Auslosung am Sonntag ab 18 Uhr. Der pokalerfahrene Schlussmann hat eigentlich nur einen – wie er sagt – „bescheidenen Wunsch“ für das Halbfinale: „Ich will alles andere als München auswärts.“ Zwar habe Bayer in der Liga mit dem 2:1-Sieg in München bereits bewiesen, dass Siege beim Rekordmeister und -pokalsieger möglich sind, „aber ob das zwei Mal in einer Saison klappt, weiß ich nicht, also lass uns die lieber noch vermeiden“, sagte Hradecky lachend.

Ins Endspiel will er aber freilich trotzdem. „Das Halbfinale ist etwas Großes. Wir brauchen diese Euphorie und Freude, dass wir so weit gekommen sind und nur noch einen Schritt machen müssen“, betonte der finnische Nationaltorwart slowakischer Abstammung.

Abwehrchef Sven Bender sieht es ähnlich. Wer der nächste Gegner ist, spielt für ihn aber keine Rolle. „Wenn wir ins Finale nach Berlin wollen, müssen wir noch einmal gewinnen – egal, gegen wen. Der 30-Jährige zeigte sich angesichts der anfangs schwachen Leistung selbstkritisch. „Zum Glück haben wir in der zweiten Halbzeit unser wahres Gesicht gezeigt, sonst würden wir jetzt hier nicht stehen und uns über das Halbfinale freuen.“ Der Platzverweis gegen Christopher Lenz nach knapp 70 Minuten habe Bayer aber freilich sehr in die Karten gespielt. Die Erfolgsformel gegen Union fasste Bender mit einfachen Worten zusammen: „Alles, was wir in der ersten Halbzeit gemacht haben, so nicht mehr machen, und alles, was wir können, auf den Platz bringen.“

Die nächste Gelegenheit dafür gibt es am Samstag im Heimspiel gegen die Eintracht (15.30 Uhr), das womöglich ein Vorgeschmack auf das Halbfinale ist – je nach Auslosung.