Bayer 04 Leverkusen: Lukas Hradecky entschuldigt sich für sein Horror-Debüt

Nach Aussetzer in der Königsklasse : Lukas Hradecky entschuldigt sich für sein Horror-Debüt

In seinem ersten Champions-League-Spiel leistet sich der Torwart der Werkself den entscheidenden Patzer. Am Donnerstag ereilte das Team die nächste schlechte Nachricht: Leon Bailey fällt mit einem Muskelfaserriss wochenlang aus.

Es läuft die 37. Minute. Beim Stand von 1:1 gegen Lokomotive Moskau spielt Karim Bellarabi auf der linken Seite einen hohen Rückpass auf Lukas Hradecky. Bayers Nummer eins will den Ball an der Strafraumkante direkt zu Julian Baumgartlinger weiterleiten, doch Dmitri Barinov lauert genau auf diese Aktion. Der Russe läuft dem Pass entgegen und vollendet an Hradecky vorbei aus der Distanz zum 1:2-Endstand aus Leverkusener Sicht. In der zweiten Halbzeit stemmt sich Bayer zwar gegen die Niederlage, kann den missratenen Auftakt in die Champions-League-Saison aber nicht mehr verhindern.

„Das tut mir leid für die Mannschaft und die Fans. Ich möchte mich entschuldigen“, sagte Hradecky im Anschluss. Auch er habe sich einen schöneren Start für seine Geschichte in der Königsklasse gewünscht. „Ich habe eine falsche Entscheidung getroffen. Der Ball war schlampig gespielt.“ Angesprochen auf die teils krassen Fehler seines Teams in der ersten Halbzeit zeigte sich der 29-Jährige ratlos. „Ich weiß es nicht. Das war nicht mit der Überzeugung, die wir normalerweise haben. Vielleicht waren wir zu nervös.“

In der Tat wirkte die Werkself vor allem in den ersten 45 Minuten gehemmt, fahrig, unkonzentriert und der Situation nicht gewachsen – also im Grunde wie das genaue Gegenteil einer Spitzenmannschaft. Dass es in der zweiten Halbzeit besser lief, ist angesichts des Ergebnisses freilich ein schwacher Trost. „Die Niederlage macht unsere Aufgabe in der Gruppe ein bisschen schwieriger, aber wir dürfen die Köpfe jetzt nicht hängen lassen.“ Am Samstag warte in Union Berlin bereits die nächste schwere Aufgabe in der Liga. „Wir müssen uns den Gefallen tun, die Punkte zu holen.“ Auch in der Champions League sei trotz der Niederlage noch nicht alles gelaufen. „Ich werde das Vertrauen in meine Mannschaft nie verlieren“, betonte Hradecky.

Sein Teamkollege Jonathan Tah, der sich gegen Moskau ebenfalls ungewohnt unsicher präsentierte, sieht es ähnlich. Dass er nach dem Spiel in ein kleines Wortgefecht mit einem frustrierten Fan geriet, will er nicht überbewerten. „Ich habe nur Gemecker gehört und da habe ich zurückgemeckert“, beschrieb der Nationalspieler den Disput. Dass es bei so einem Spiel emotional werde, sei normal. Seinem Schlussmann wollte er keinen Vorwurf machen. „Lukas hat uns schon oft gerettet. Jetzt hätten wir ihm helfen können, indem wir das Spiel gewinnen oder wenigstens den Ausgleich schaffen.“ Das habe leider nicht geklappt. Der 23-Jährige sieht das Problem auch auf der anderen Seite des Platzes. Entschlossenheit und Präsenz im gegnerischen Strafraum hätten gefehlt, sagte er.

Am Samstag geht es gegen Berlin (15.30 Uhr) nicht nur um drei Punkte, sondern auch um die Rückgewinnung des Selbstvertrauens, das nach dem guten Saisonstart verflogen zu sein scheint. Nicht dabei helfen kann Leon Bailey. Wie der Verein am Donnerstagnachmittag mitteilte, fällt der Flügelspieler rund vier Wochen aus. Er zog sich gegen Moskau einen Muskelfaserriss zu und musste zur Pause vom Platz.

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