Bayer 04 Leverkusen: Lucas Alario steht vor ungewisser Zukunft

Bayer-Stürmer : Alario steht vor ungewisser Zukunft

Der Argentinier zeigte im letzten Saisondrittel, wie wichtig er für Bayer 04 sein kann – nicht nur als Joker. Vor allem zwei Klubs aus Spanien sollen konkretes Interesse an einer Verpflichtung des Mittelstürmers haben.

Lucas Alario ist kein Mann der lauten Töne. Interviews mit dem Argentinier sind selten – und wenn er sich äußert, macht er das meist in einem ruhigen, beinahe schon schüchternen Tonfall. Aus der Saison hat er sich jedoch mit einem Feuerwerk verabschiedet. Drei Tore erzielte der 26-Jährige zum Abschluss in Berlin. Es war das bemerkenswerte Ende einer Spielzeit, in der Alario über weite Strecken unzufrieden mit seiner Rolle in der Werkself war. Erst in den letzten Partien kam er nach den Verletzungen von Leon Bailey und Karim Bellarabi vermehrt zum Einsatz – und stellte prompt seinen Torriecher unter Beweis. Das wird auch anderen Klubs aufgefallen sein.

Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ist eine Qualität, die freilich auch sein Trainer Peter Bosz zu schätzen weiß. „Mit seiner Entwicklung kann man nur zufrieden sein. Wenn er spielt, muss er Tore schießen. Dafür ist er Stürmer. Das hat er gemacht“, sagt der Niederländer. Das wird Alario wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Ob es ihn allerdings dazu bewegt, auch über den Sommer hinaus für Bayer 04 spielen zu wollen, ist offen. Im Laufe der nicht immer einfachen Saison ließ er mehrfach durchblicken, mit der Rolle als Joker unzufrieden zu sein.

Im Sommer 2017 wechselte er nach langem Transfertheater mit seinem ehemaligen Klub River Plate Buenos Aires für kolportierte 19 Millionen Euro nach Leverkusen. Seine erste Bundesliga-Saison verlief mehr als ordentlich. In 23 Einsätzen gelangen ihm neun Tore sowie fünf Vorlagen. In der abgelaufenen Spielzeit kommt er zwar auf 27 Einsätze (neun Tore, drei Vorlagen), doch ein großer Teil davon waren Einwechslungen in der Schlussphase. Als er jedoch für den Endspurt um die Champions League gebraucht wurde, war er zur Stelle – mit sechs Treffern in den letzten fünf Ligaspielen.

„Es liegt auch immer an dem Spieler, ob er damit leben kann, wenn er vielleicht nicht alle Spiele macht“, betont Bosz mit Blick auf Rotationen und den internen Konkurrenzkampf. Man habe im letzten Saisondrittel jedoch gesehen, dass auch Alario gebraucht werde. Ob sich der Mittelstürmer dauerhaft damit zufrieden gibt, im Angriff hinter Kevin Volland die zweite Geige zu spielen, ist indes fraglich. Schon lange umranken ihn Transfergerüchte. Die meisten davon führen nach Spanien. So sollen unter anderem Atlético Madrid und Betis Sevilla konkret an einer Verpflichtung des 26-Jährigen interessiert sein.

Alarios Vertrag in Leverkusen läuft bis 2022. Sein Marktwert dürfte mit der 2017 von Bayer bezahlten Ablösesumme vergleichbar sein. Rechnet man die Vertragsdauer hinzu, könnte er bis zu 30 Millionen Euro einbringen. Er selbst äußerte sich in der ihm eigenen Art eher zurückhaltend zu seinen Zukunftsplänen. Man werde im Juni sehen, wie es weitergehe, ließ er nach dem 2:0-Sieg gegen Nürnberg im April verlauten.

Es scheint, als rücke die Antwort auf die Frage nach der sportlichen Zukunft des Argentiniers in schnellen Schritten näher.

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