Bayer 04 Leverkusen: Lucas Alario bleibt trotz Doppelpack bescheiden

Erfolgsgarant beim 2:1 gegen Schalke : Alario bleibt trotz Doppelpack bescheiden

Mit seinen beiden Toren gegen den FC Schalke avanciert der Argentinier zum Matchwinner. Nach dem Schlusspfiff gibt er sich auf seine Rolle im Team angesprochen diplomatisch und vermeidet es, große Ansprüche zu stellen.

Nach 90 spannenden Minuten gegen den FC Schalke war Lucas Alario ein gefragter Mann für Interviews. Der Argentinier hatte das Topspiel am Samstagabend mit seinen Toren entschieden. Erst köpfte er das 1:0 nach einer Ecke von Leon Bailey (15.), dann schloss er eine perfekte Hereingabe von Charles Aránguiz trocken mit dem rechten Fuß und kalter Präzision ab (81.). Zwar kamen die Gäste aus Gelsenkirchen nur eine Minute später zum Anschluss, doch es blieb beim 2:1 (1:0)-Sieg der Werkself, die nun fünf der letzten sechs Pflichtspiele gewonnen hat.

Alario war aber nicht nur wegen seiner Tore ein Erfolgsgarant. Der Angreifer war auch sonst gut in das Spiel eingebunden. „Heute war ein Tag, an dem ich wieder dran war und mich präsentieren konnte“, sagte Alario, der in den letzten Wochen nur sehr spärlich dosiert von Peter Bosz eingesetzt wurde. „Der Trainer stellt die Mannschaft auf und diese Entscheidungen müssen wir alle akzeptieren. Es können nur elf Spieler spielen und für mich geht es darum, meine Chance zu nutzen – und das ist mir heute sehr gut gelungen“, gab sich der 27-Jährige auf seine Rolle im Team angesprochen diplomatisch. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich meine Aufgabe erfüllen und der Mannschaft helfen konnte.“

Mit seiner Gesamtsituation bei Bayer kann er aber nur bedingt zufrieden sein. Auf elf Einsätze kommt er bislang in der Liga. Dabei gelangen ihm vier Tore und zwei Vorlagen. Das ist ein mehr als ordentlicher Wert für den Nationalspieler, der auch beim 2:2 Argentiniens gegen Deutschland im Oktober mit einem Tor und einer Vorlage seine Klasse bewiesen hat.

Doch wenn Bosz sich entscheiden muss, ob er Kevin Volland oder Alario in die Startelf nimmt, fällt die Wahl des Niederländers fast immer auf den Deutschen. Der wurde gegen Schalke wohl mit Blick auf das Spiel gegen Juventus Turin am Mittwoch (21 Uhr) geschont und kam nur in der Schlussphase zum Einsatz. Gut möglich, dass er im letzten Spiel der Champions-League-Gruppenphase wieder in die Anfangsformation rückt – und Alario zunächst nur die Rolle des Zuschauers bleibt.

„Wir wissen um die hohe Qualität, die auf uns zu kommt. Juventus ist jederzeit in der Lage, sehr viel Gefahr auszustrahlen“, sagt Alario. „Es ist eine der besten Mannschaften der Welt, aber wir haben noch eine Chance, in die nächste Runde zu kommen – und dafür werden wir alles tun.“ Die Werkself muss gegen den italienischen Meister gewinnen, um sich die Option auf das Achtelfinale offen zu halten. Parallel dazu spielt Atlético Madrid gegen Lokomotive Moskau – und darf aus Leverkusener Sicht auf keinen Fall gewinnen.

„Wir haben mehr als elf gute Spieler“, betont Bosz mit Blick auf seine von Spieltag zu Spieltag knifflige Aufgabe, eine Anfangsformation zu finden. „Mit Lucas Alario im Sturm spielen wir in einigen Details wie zum Beispiel unserem Anlaufverhalten etwas anders, weil er ein anderer Spielertyp als Kevin Volland ist.“ Er lasse sein Team jedenfalls immer so auflaufen, dass die individuellen Qualitäten seiner Spieler bestmöglich zur Geltung kämen. Zur Möglichkeit, in der Champions League zu überwintern, sagt er: „Es kann sein, dass die Chance klein ist, aber sie ist da.“