Bayer 04 Leverkusen: Lokomotive Moskau macht Werkself Mut für FC Bayern München

Selbstbewusste Ansagen vor dem Topspiel : Moskau macht Bayer Mut für München

Nach dem 2:0-Sieg gegen den russischen Pokalsieger in der Champions League wähnt nicht nur Lukas Hradecky sein Team bereit für höhere Aufgaben. Eine davon wartet am Samstagabend beim Rekordmeister FC Bayern München.

Ein Angstgegner ist der Werksklub für den FC Bayern München wirklich nicht. Seit 1989 gewann Bayer 04 lediglich eines von wettbewerbsübergreifend 32 Auswärtsspielen in der bayrischen Landeshauptstadt. Zuletzt siegte Leverkusen am 28. Oktober 2012 nach einem Treffer von Stefan Kießling und einem Eigentor von Jerome Boateng mit 2:1 in München. Am Samstag (18.30 Uhr) ist Bayer nun erneut zu Gast beim derzeitigen Tabellendritten. Die Hoffnung, dem großen Favoriten ein Bein zu stellen, ist nach dem 2:0-Erfolg in Moskau bei allen Beteiligten groß.

Torhüter Lukas Hradecky sieht im Champions-League-Triumph gar die „perfekte Vorbereitung“ auf das Gastspiel beim Team von Hansi Flick, der vor wenigen Wochen Niko Kovac als Cheftrainer bei den verhältnismäßig schwach gestarteten Bayern übernahm. Der finnische Schlussmann, der in seiner Karriere je einmal mit Frankfurt und einmal mit Leverkusen die Münchner bezwang, hofft auf die ersten „Big Points“ bei einem Titelaspiranten in dieser Spielzeit. „Es wäre schön, jetzt auch einen richtig starken Gegner in der Bundesliga zu schlagen“, sagte er.

Teamkollege, Torschütze und Moskau-Sieggarant Sven Bender sieht seine Mannschaft durchaus in der Lage, für eine Überraschung zu sorgen. „Durch den Sieg in Russland können wir mit Rückenwind nach München fahren. Vielleicht fühlen sich die Beine nicht ganz so müde an, als wenn wir ausgeschieden wären. Der Sieg war ganz wichtig für Kopf und Körper.“

Mindestens einen Punkt beim FCB zu entführen, wäre auch mit Blick auf die Tabelle hilfreich. In der liegt die Werkself nach 19 Punkten in zwölf Spielen nur auf dem neunten Platz. Um die Lücke zur Spitzengruppe, die derzeit vom Tabellenführer aus Mönchengladbach (25 Punkte) angeführt wird, nicht zu groß werden zu lassen, benötigt Bayer Zähler, die vor Saisonbeginn vielleicht nicht zwingend eingeplant waren. „Wir haben viele Punkte unnötig liegengelassen, da müssen wir uns an die eigene Nase packen“, betonte Sven Bender. Sowohl in der Partie gegen Mönchengladbach (1:2) als auch gegen Freiburg (1:1) wäre für das Team von Trainer Peter Bosz zuletzt deutlich mehr möglich gewesen.

„Mit dem neunten Platz können wir überhaupt nicht zufrieden sein. Wir haben viel, viel besser gespielt, als es der Tabellenplatz zeigt. Aber verlierst du ein paar Spiele, stehst du schnell im Mittelfeld. Wir wollen den Anschluss nicht verlieren“, sagt der 30-Jährige und merkt an: „Wir sind eine Mannschaft, die immer für eine Überraschung gut ist.“ Einfach wird das Unterfangen, im beim Mittelfeldmann Julian Baumgartlinger zufolge „schwierigsten Auswärtsspiel, das man haben kann“, auch ungeachtet der schwachen Bilanz in den vergangenen 30 Jahren freilich nicht. Unter Coach Flick hat der FCB in vier Spielen vier Siege gefeiert – bei beeindruckenden 16:0 Toren. Wie groß das in Russland errungene Selbstvertrauen unter dem Bayer-Kreuz wirklich ist, wird der Samstagabend zeigen.