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Bayer 04 Leverkusen: Leon Bailey zieht es in die Premier League

Transfer bahnt sich an : Leon Bailey zieht es in die Premier League

Bayer Leverkusens Topscorer spricht in einem Interview freimütig davon, „bereit für den nächsten Schritt“ zu sein – und den will er wohl in England machen. Die Zeichen stehen nach vier Jahren beim Werksklub auf Abschied.

Für Subtilität ist Leon Bailey nicht unbedingt bekannt. Seine bisweilen grenzwertige Selbstinszenierung bei Instagram sorgt wahlweise für Kopfschütteln, Anerkennung oder Schmunzeln, aber auf jeden Fall wird sie wahrgenommen. Das gilt auch für ein kleines, aber nicht unerhebliches Detail in seinem Profil. Von Bayer 04 Leverkusen ist da nämlich nichts mehr zu lesen. Fans mutmaßen bereits, dass der Jamaikaner den Hinweis auf seinen Noch-Arbeitgeber gelöscht haben könnte, weil er einen neuen gefunden habe – und der ist höchstwahrscheinlich in der Premier League zu finden.

Der FC Everton soll an dem Jamaikaner interessiert sein, ein Angebot von Aston Villa soll der Werksklub vergangene Woche abgelehnt haben. Angeblich hatten die Engländer 29 Millionen Euro geboten. Eins ist aber klar: Der Poker um Bayers Topscorer hat längst begonnen. Und er ist heißer denn je. Dafür sorgt Bailey selbst. In einem Interview mit dem US-amerikanischen TV-Sender „ESPN“ sagte der 23-Jährige, dass er nach vier Jahren in Leverkusen einen Tapetenwechsel anstrebe.

„Ich habe immer hart gearbeitet um da zu sein, wo ich heute bin und ich fühle, dass ich an einem Punkt in meinem Leben angekommen bin, an dem ich bereit für den nächsten Schritt bin“, sagte Bailey. Er hoffe, dass dies schon bald passiere. „Ich will auf dem höchsten Level spielen und ich denke, dass ich eine neue Herausforderung brauche.“

Die absoluten Topklubs aus der Premier League, die seit jeher ein Sehnsuchtsziel des Jamaikaners ist, bieten aber nicht mit. Neben Aston Villa und Everton sollen auch die Wolverhampton Wanderers interessiert sein. Auch Leicester City und West Ham United sind Teil der brodelnden Gerüchteküche. Bayer will den Rechtsaußen mit Vertrag bis 2023 indes nicht unter Marktwert ziehen lassen. Der dürfte zwischen 30 und 35 Millionen Euro liegen.

Sportlich wäre der Abgang des Angreifers freilich ein herber Verlust. In der vergangenen Saison war er mit 15 Toren und 11 Vorlagen in wettbewerbsübergreifend 40 Partien der Topscorer der Mannschaft. Bailey ist trotz einiger Phasen, in denen er auf eher überschaubarem Niveau gespielt hat, in den vergangenen Jahren zu einem Leistungsträger avanciert. Auf der anderen Seite würde der Transfer Geld in die Kassen spülen, das für einen adäquaten Ersatz ausreichen sollte. Doch der wird nicht so leicht zu finden sein.

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Bailey, der bei Jamaikas 0:1-Niederlage gegen die USA im Viertelfinale des Gold Cups angeschlagen war und nur zusehen konnte, könnte indes nicht der einzige namhafte Abgang in Bayers Offensive sein. So soll auch Lucas Alario, der zweite Leverkusener Topscorer der vergangenen Saison, auf der Suche nach einem neuen Klub sein und den Markt sondieren. Dazu passt die Meldung, dass der Werksklub an einem Transfer von Arthur Cabral arbeit.

Wie verschiedene Medien berichten, hat Bayer dem FC Basel bereits ein Angebot für den 23-jährigen Stürmer unterbreitet. Der Brasilianer soll mindestens acht Millionen Euro kosten. Zudem kursiert seit einigen Tagen das Gerücht, dass Leverkusen auch an dem 26-jährigen Iraner Sardar Azmoun Interesse habe. Der Stürmer von Zenit St. Petersburg glänzt mit einer hervorragenden Torquote und ist nochmal eine andere Preisklasse als Cabral. Für einen Wechsel wären wohl über 20 Millionen Euro fällig. Es kommt also Bewegung in Bayers Offensive.

Nach der Niederlage gegen die USA steht für Bailey nun erstmal Urlaub an – viel Zeit, um sich mit etwaigen Anfragen anderer Klubs zu beschäftigen.