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Bayer 04 Leverkusen: Lazarett der Werkself lichtet sich langsam

Quintett vor Comeback : Bayers Lazarett lichtet sich langsam

Für Florian Wirtz und Karim Bellarabi sieht es mit Blick auf das Spiel gegen Bochum gut aus. Unterschiedlich große Fragezeichen stehen indes noch hinter der Einsatzfähigkeit von Charles Aránguiz, Patrik Schick sowie Lucas Alario.

Die Ampel ist in Deutschland derzeit in aller Munde. Das politische Farbenspiel in Berlin lässt sich ein Stück weit auch auf die Situation im Kader der Werkself anwenden. Fünf Spieler sind für das Ligaspiel am Samstag gegen Bochum (15.30 Uhr) fraglich, Trainer Gerardo Seoane steht mit Blick auf den Spielplan bis zur Winterpause vor einer heiklen Abwägung: Wer wird rechtzeitig fit und wer braucht noch Zeit, um Folgeverletzungen zu verhindern? „Wir müssen das Risiko so gut wie möglich einschätzen. Es sind noch acht Spiele in diesem Jahr – und wir brauchen alle Spieler“, betont der Schweizer.

Florian Wirtz wurde rund zehn Tagen geschont. Er trainiert noch individuell. Muskuläre Probleme im Hüftbereich machten Bayers Senkrechtstarter zu schaffen. Seoane ist mit Blick auf die Einsatzfähigkeit des 18-Jährigen optmimistisch. „Der Plan ist, dass er am Mittwoch ins Mannschaftstraining einsteigt und weite Teile mitmacht.“ Das Gleiche gelte für Karim Bellarabi, der seinen vor rund drei Wochen erlittenen Faserriss im Oberschenkel auskuriert hat. Beide dürften eine realistische Option für das Spiel gegen Bochum sein. Bei ihnen steht die Ampel Richtung Comback zwar noch auf Gelb, ist aber kurz davor, auf Grün zu wechseln.

Bei Charles Aránguiz gibt es ebenfalls Grund für Optimismus. Der Chilene hat zuletzt wieder auf dem Platz trainiert und steht ebenfalls vor der Rückkehr ins Teamtraining „Wir müssen aber erst schauen, wie er reagiert“, sagt Seoane. „Es besteht die Möglichkeit, dass er im Lauf der Woche voll einsteigen kann.“ Voraussetzung sei, dass der 32-Jährige sein bisheriges Programm problemlos absolviert habe. Die Spieltags-Ampel des Mittefeldspielers ist von Rot auf Gelb gesprungen – mit der Hoffnung auf eine vergleichsweise kurze Phase bis zum grünen Licht.

Bei Patrik Schick ist die Lage etwas komplizierter. Der Tscheche zog sich beim 2:2 in Köln einen Bänderriss im Sprunggelenk zu. „Bei ihm müssen wir von Tag zu Tag schauen, ob er noch den Schmerz hat oder nicht“, sagt Seoane. „Die Bänder sind zwar verheilt, aber er hat noch Probleme. Wenn das in den nächsten zwei, drei Tagen nachlässt, steht er zur Verfügung – allerdings nach einer längeren Pause und mit sehr wenig Trainingsrhythmus.“ Das ist zwar kein ausdrücklich rotes Licht für das Heimspiel gegen den VfL, tendiert aber Richtung des bekannten Autofahrerwitzes „Kirschgelb“.

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Schicks Sturmkollege Lucas Alario ist zwar nicht verletzt, aber angeschlagen. Seine Wadenblessur ist auskuriert. Probleme bereitet indes noch das Knie des Argentiniers, das nun durch Muskeltraining stabilisiert werden soll. „Er wird voraussichtlich die ganze Woche nicht auf dem Platz trainieren“, sagt Seoane. „Die medizinsiche Abteilung hat entschieden, dem Ganzen etwas mehr Zeit zu geben.“ Alario mache Kraftraining und arbeite auf dem Laufband oder Fahrrad in der hauseigenen „Werkstatt“. Abschreiben will Seoane den Angreifer aber nicht für Bochum. „Es ist nicht so, dass er nichts macht“, betont der Coach. „Es kann auch sein, dass alles gut geht und er Ende der Woche wieder mittrainieren kann.“ Dennoch leuchtet die Ampel im Fall des 29-Jährigen derzeit rot.

Und dann ist da noch die Risikoabwägung für das anstehende Heimspiel und das restliche Jahr. „In der Situation, in der wir sind, müssen wir jede Chance wahrnehmen“, betont Seoane. „Aber es wird immer noch ein Seiltanz sein.“