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Bayer 04 Leverkusen lässt in der Bundesliga die Muskeln spielen

Starker Saisonstart : Bayer 04 lässt die Muskeln spielen

Bayer Leverkusen profitiert beim 4:1-Sieg in Augsburg von kuriosen Eigentoren. Trainer Gerardo Seoane übt sich in Bescheidenheit, doch der starke Saisonstart der Werkself ist mehr als nur ein glücklicher Zufall.

Glück ist ein erstaunliches Phänomen. Manche nennen es Zufall, wenn ein Ereignis durch eine Laune des Schicksals auf günstige Art und Weise endet. Andere wiederum sagen, dass man sich Glück erarbeiten oder es sogar erzwingen kann. Bei Bayers 4:1 (2:1)-Sieg in Augsburg ist jede dieser Deutungen zulässig. Das ist auch Gerardo Seoane bewusst. „Es war eine kuriose erste Halbzeit“, sagte der Trainer der Werkself. „Da hat sicher das Spielglück auf unserer Seite gelegen.“

Gemeint sind das 1:0 und das 2:0 für Leverkusen. Nach drei Minuten spitzelte Patrik Schick den Ball im Strafraum an Felix Uduokhai vorbei, allerdings etwas zu weit für echte Abschlussgefahr. Iago kam in klärender Absicht dazu, erwischte den Ball mit dem Außenrist und traf mit einem unfreiwilligen Lupfer aus etwa 15 Metern ins eigene Tor. Gut zehn Minuten später war es Florian Niederlechner, der Kerem Demirbays frechen Abschluss von der rechten Strafraumkante aufs kurze Eck ins eigene Netz abfälschte. So stand es nach einer Viertelstunde 2:0 für Leverkusen. Der Start erinnerte an das 4:0 gegen Gladbach in der Vorwoche.

Augsburg gelang allerdings nach einer halben Stunde der Anschluss. Diesmal hatte Niederlechner das Glück auf seiner Seite und profitierte von Mitchel Bakkers Stockfehler, der für Verwirrung im Strafraum der Werkself sorgte. Augsburg drückte anschließend auf den Ausgleich, doch Bayer ließ die anrollenden Angriffswellen mal mehr, mal weniger souverän branden.

„Wir haben uns gut auf die Spielweise von Augsburg vorbereitet und wussten, dass sie uns mit ihrem Direktspiel und ihren schnellen wie zweikampfstarken Spielern in Schwierigkeiten bringen werden“, resümierte Seoane. Der 42-Jährige sprach kein Sonderlob an die Offensive aus, sondern hob die defensiven Qualitäten seines Teams hervor. „Kompliment für den Spirit, den die Mannschaft an den Tag gelegt hat, wie sie gefightet und sich in die Zweikämpfe geworfen hat“, betonte der Trainer. Man könnte sinngemäß sagen: Bayer hat sich das Glücksgefühl erarbeitet, in der Liga nach drei Spieltagen ungeschlagen bei sieben Punkten und 9:2 Toren zu stehen.

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Im Fall von Patrik Schick ist indes erzwungen eher das richtige Wort. Lange sah es nach einem durchwachsenen Nachmittag für den Tschechen aus, der zwar kämpferisch überzeugte, aber vor dem Tor einiges liegen ließ. Paradebeispiel ist die Szene nach einer knappen Stunde, in der er frei vor Rafal Gikiewicz den Ball über das Tor setzte. Aber er ließ den Kopf nicht hängen, blieb dran, und machte es etwas später beim 3:1 deutlich besser. Vorbereitet wurde der Treffer vom eingewechselten Florian Wirtz, der in der Schlussphase auch noch das 4:1 markierte – sicherlich ein etwas zu hoher Sieg.

„Mit den Einwechslungen konnten wir weitere Qualität reinbringen und das hat sich bemerkbar gemacht“, ordnete Seoane den Spielverlauf sachlich, aber mit einem verklausulierten Lob für Wirtz ein. Zufall war der Auswärtssieg aber keineswegs, denn Bayer war über 90 Minuten trotz einer gewissen Fehleranfälligkeit die bessere Mannschaft, hatte die klareren Torchancen und traf in den Schlussminuten durch Schick und Zugang Amine Adli sogar noch jeweils Latte und Pfosten.

Leverkusen hat einen sehr guten Start in die Liga hingelegt – vielleicht der Grund, warum Augsburgs Trainer Markus Weinzierl nach der Partie mehrfach betonte, gegen einen „Champions-League-Teilnehmer“ gespielt zu haben. Die Königsklasse ist zwar das erklärte Ziel bei Bayer, doch so weit ist es noch lange nicht. Das Team startet nach der Länderspielpause in die Europa League.