Bayer 04 Leverkusen: Kevin Volland will nicht rechnen, sondern siegen

Bayer 04 kämpft um Platz vier : Volland will nicht rechnen, sondern siegen

Bayer 04 Leverkusen kämpft am letzten Bundesliga-Spieltag um die Qualifikation für die Champions League. Angreifer Kevin Volland sieht gute Chancen, Platz vier auch zu erobern. Grundvoraussetzung sind allerdings drei Punkte in Berlin.

Die Konstellation der Tabelle vor dem letzten Spieltag der Bundesliga ist hinlänglich analysiert: Viel nervenaufreibender geht es nicht. Wer Deutscher Meister wird, ist ebenso ungeklärt wie die Frage, wer das letzte offene Ticket für die Champions League ergattern kann. In der engeren Auswahl sind Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt und Bayer 04. Der VfL Wolfsburg hat indes bestenfalls mathematisch wahrnehmbare Chancen auf den begehrten vierten Platz. Zusätzliche Würze erhält die Situation durch die Tatsache, dass Gladbach (gegen Dortmund) und Frankfurt (bei den Bayern) jeweils großen Einfluss darauf haben, wer sich am Samstag gegen 17.20 Uhr definitiv eine weitere Meisterschaft auf den Vereinswimpel drucken kann.

„Es ist spannend“, sagt Kevin Volland. „Wir freuen uns darauf und sind alle heiß.“ Für die Werkself geht es zum Saisonabschluss zu Hertha BSC Berlin. „In erster Linie müssen wir unser Spiel gewinnen. Es bringt nichts, wenn wir jetzt anfangen, groß herumzurechnen. Mit der vergangenen Saison will der 26-Jährige die Situation daher auch nicht vergleichen. Zur Erinnerung: Damals fehlten in der Endabrechnung nur vier Tore in der Differenz, um am punktgleichen BVB vorbeizuziehen und Platz vier zu erobern. „Jetzt ist es eine andere Konstellation“, betont Volland. Die Höhe eines eventuellen Sieges in Berlin sei daher zunächst sekundär. Wichtiger seien die drei Punkte. „Alles ist möglich. Die Chance ist groß, dass wir den Sprung noch schaffen.“

Die momentane Lauerstellung der Werkself sei angesichts der schwierigen Spiele der Konkurrenz in diesem Jahr günstiger als im Mai 2018, mutmaßt der Angreifer. „Es ist schon eine bessere Position. Dortmund und Bayern spielen noch um die Meisterschaft und auch bei allen anderen Mannschaften geht es um viel. Deswegen werden sie auch alle mit 100 Prozent bei der Sache sein.“ Sein Rezept für die Auswärtsaufgabe in der Bundeshauptstadt: „von Anfang an überzeugt sein und mit hohem Tempo in das Spiel gehen.“

Darüber hinaus interessiert er sich vergleichsweise wenig für Vergangenheitsbewältigung. Das 1:1 gegen den FC Schalke am Samstag ist mit Blick auf die Frankfurter Niederlage am Sonntag gegen Mainz zwar gefühlt ein noch größerer Rückschlag, aber laut Volland auch ein Ansporn. „Sich im Nachhinein noch darüber zu ärgern, macht keinen Sinn“, sagt er. Vielleicht sei der Punkt gegen Schalke am Ende noch mehr wert als es zunächst den Anschein hatte: „Wir fahren mit einem geilen Gefühl nach Berlin“, so der 26-Jährige. Auch bei Kai Havertz geht es nur noch um das Saisonfinale – und weniger um die Tabellenkonstellation. „Wir werden in dieser Woche alles dafür tun, uns perfekt auf die Berliner vorzubereiten“, sagt der mit 16 Saisontreffern beste Torschütze der Werkself, der in den vergangenen sechs Spielen sechsmal getroffen hat. Nach dem Schlusspfiff werde man dann sehen, ob es für Platz vier gereicht habe.

Am Dienstag lief die letzte öffentliche Einheit der Saison. Bis auf Julian Baumgartlinger (Belastungssteuerung) sowie die längerfristig verletzten Karim Bellarabi, Leon Bailey und Joel Pohjanpalo (alle im Aufbautraining) waren alle Akteure dabei. Sven Bender und Charles Aránguiz verließen indes den Platz vorzeitig – ebenfalls zur Belastungssteuerung.

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