Bayer 04 Leverkusen: Kevin Volland und Leon Bailey düpieren den Rekordmeister düpierten

Bayer-Duo glänzt in München : Wie Volland und Bailey den Rekordmeister düpierten

Der 2:1-Sieg der Werkself in München hat viele Helden. Zwei davon haben durch einfache Kommandos auf dem Platz die Defensive des FC Bayern überrumpelt.

Bei Kevin Volland lief es erst nach dem Spiel nicht mehr richtig. Der zur Dopingprobe beorderte Angreifer von Bayer Leverkusen stieg mit Verspätung und leicht gehetzt in den Mannschaftsbus ein, nachdem er die letzte Pflicht des Abends endlich hinter sich gebracht hatte. „Ich habe mich extra beeilt“, sagte er mit spitzbübischem Grinsen. Ein Problem war die unplanmäßige Wartezeit für seine Teamkollegen aber nicht. Sie waren nach dem 2:1 (2:1)-Sieg in München freilich in unerschütterlich guter Laune.

„Wir waren sehr effizient, haben vor allem in den ersten 30 Minuten gut gekontert und hätten sogar das 3:1 machen können – oder sogar müssen“, ordnete Volland das Ergebnis des Topspiels ein. „Und wir hatten das Glück, dass uns in den letzten Wochen ein bisschen gefehlt halt.“ Das ist eine treffende Einschätzung, denn der FC Bayern hatte nicht nur 74 Prozent Ballbesitz, sondern auch ein deutliches Chancenplus.

24:11 Torschüsse standen letztlich in der Statistik, zudem gewannen die Gastgeber mehr Zweikämpfe und hatten eine deutlich bessere Passquote. Dass die Partie allen Wahrscheinlichkeiten und drei Münchner Aluminiumtreffern zum Trotz mit einem Sieg für Leverkusen endete, war vor allem ein Verdienst von Leon Bailey. Der Jamaikaner erzielte die Führung (10.) und unmittelbar nach dem Ausgleich durch Thomas Müller (34.) völlig unbeeindruckt vom Gegentor auch den Endstand (35.). Volland war jeweils der Vorlagengeber – erst mit einem feinem Steil- und dann mit einem klugen Doppelpass.

„Spiel und geh!“, habe er dem manchmal etwas zu dribbelaffinen Bailey auf dem Platz zugerufen. Gesagt, getan: Wenige Sekunden später stand es 2:1 für Leverkusen. „Er ist eiskalt und hat sehr gute Laufwege in die Tiefe. Das haben wir heute ganz gut genutzt.“ Für die Leistung des Jamaikaners fand Volland eine ebenso knappe wie treffende Beschreibung: „Top“.

Der zweifache Torschütze musste zwar nach etwas mehr als einer Stunde angeschlagen ausgewechselt werden, sagte aber nach dem Abpfiff, dass es ihm gut gehe. Von einem längeren Ausfall des Flügelspielers ist nicht auszugehen. Das Erfolgsrezept gegen die Bayern umschrieb der 22-Jährige mit relativ einfachen Worten. „Es war ein verrücktes Spiel, wir haben mit unserem ganzen Herzblut gespielt, haben alles gegeben und jeder war für jeden da. Das war das Wichtigste“, sagte er. „Wir haben viel Charakter gezeigt.“

Für ihn persönlich war der Sieg nicht nur wegen seiner beiden Treffer ein besonderes Erlebnis. „Dass ich lange verletzt war und dann bei meinem Comeback gegen Mönchengladbach eine Rote Karte gesehen habe, war kein gutes Gefühl“, bekannte Bailey, der seit Falko Götz im Jahr 1986 der erste Bayer-Spieler ist, der doppelt gegen die Bayern getroffen hat. „Ich hatte Leute um mich herum, die mich zu 100 Prozent unterstützt haben. Das hat mir sehr geholfen.“ Er sei nach dem ersten Leverkusener Auswärtssieg in München seit rund sieben Jahren einfach nur glücklich, dass er seinem Team habe helfen können.

Das wird wohl auch Kevin Volland so sehen. Die Frage, ob Leon Bailey sich nun gar der Form nähere, für die er vor knapp zwei Jahren regelmäßig in den höchsten Tönen gelobt und bereits als einer der absoluten Topspieler der Liga gehandelt wurde, beantwortete er mit „so ist es“.

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(dora)