Bayer 04 Leverkusen: Kevin Volland kritisiert Haltung der Werkself

„Haben körperlos gespielt“ : Volland kritisiert Haltung der Werkself

Der Vize-Kapitän von Bayer 04 lässt nach dem schwachen Auftritt und dem daraus resultierenden 0:3 in Frankfurt kein gutes Haar an sich und seinen Mitspielern. Er fordert das, was der Werkself schon seit Jahren abgeht: Konstanz.

Es ist eine undankbare Aufgabe, sich nach Niederlagen den kritischen Fragen der Beobachter zu stellen. Denn nicht selten unterscheidet sich der Blick der Profis von denen der Trainer, Fans und Experten. Nach dem 0:3 (0:2) in Frankfurt waren sich indes alle einig: Die Leistung der Werkself war schlecht, und in der Anfangsphase, in der Goncalo Paciencia seiner Eintracht mit zwei Toren den Weg zum Sieg ebnete (4./17.), sogar besonders.

Kevin Volland, der Bayer als Kapitän anstelle des zunächst auf der Bank sitzenden Lars Bender auf den Rasen führte, zeigte sich wie seine Mitspieler selbstkritisch. „Wir haben in der ersten halben Stunde relativ körperlos gespielt, waren nicht richtig auf dem Platz und haben die Zweikämpfe nicht angenommen“, sagte der 27-Jährige. Die Gegentore seien zu einfach gefallen und die Werkself anschließend „der Musik hinterhergelaufen“.

Zwar steigerte sich das von Peter Bosz trainierte Team nach dem Seitenwechsel und hatte durch den eingewechselten Karim Bellarabi, Kai Havertz und Lucas Alario einige gute Chancen. Doch entweder war der Abschluss zu ungefährlich, oder Frankfurts Schlussmann Frederik Rönnow hatte seine Finger im Spiel. „Der Torwart hat gut gehalten, aber das darf keine Ausrede sein. Wir haben den Anschlusstreffer nicht gemacht und dann verdient verloren“, brachte es Volland auf den Punkt.

Coach Bosz wird sich die Frage stellen müssen, weshalb seine Schützlinge nicht auf den Blitzstart der Hausherren vorbereitet wirkten – obwohl jeder seiner Profis im Nachgang betonte, über die Stärke der Hessen informiert gewesen zu sein. „Jeder wusste, was auf uns zukommt“, betonte der sich auf der linken Außenbahn kaum in Szene setzen könnende Vize-Kapitän. „Aber wir haben es nicht geschafft, als Team dagegenzuhalten. Frankfurt war galliger, bissiger, spritziger und hat uns gut gepresst. Es ist unerklärlich, wie wir in der ersten halben Stunde gespielt haben.“

Nun sei es Volland zufolge Aufgabe der Mannschaft, das Spiel, in dem Bas Dost (80.) für die Entscheidung sorgte, schnell aufzuarbeiten und „aus den Köpfen zu bekommen“ – vor allem mit Blick auf die Partie am Dienstag (18.55 Uhr) in der Champions League bei Atlético Madrid und der damit verbundenen letzten Chance auf den Einzug ins Achtelfinale. „Wir müssen konstantere Leistungen bringen und besser auf dem Platz stehen. In Madrid wird es ähnlich schwer wie in Frankfurt.“

Bosz betonte zwar, dass er gemeinsam mit der Mannschaft „die nötigen Schlüsse aus dem Spiel“ ziehen würde. Doch wie diese Aussehen, ließ der 55-Jährige offen. Allzu viele Optionen bleiben dem Niederländer nicht mehr, vor allem mit Blick auf die Verteidigung. Für die enttäuschenden Mitchell Weiser und Aleksandar Dragovic dürften am Dienstag Lars Bender und Jonathan Tah in die Anfangsformation rücken. Für die linke Seite stünde Panagiotis Retsos bereit. In Wendell (Oberschenkelzerrung) und Daley Sinkgraven (Muskel-Sehnenverletzung an der Oberschenkelrückseite) fallen gleich beide etatmäßigen Linksverteidiger aus.

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