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Bayer 04 Leverkusen: Kevin Volland ist vor dem DFB-Pokalfinale in Form

Erstes Tor seit Februar : Volland holt sich das gute Finalgefühl

Nicht nur wegen seines Treffers gegen Mainz beweist Bayers Angreifer, dass er rechtzeitig zum Pokalfinale zu alter Stärke gefunden hat. Der 27-Jährige freut sich auf die „einmalige Gelegenheit“ am Samstag in Berlin.

In der Retrospektive ist schnell klar, warum Bayer 04 Platz vier in der Bundesliga verpasst hat. Trainer Peter Bosz musste lediglich einen Blick in die jüngere Vergangenheit werfen, um Ursachenforschung zu betreiben. Der Tag, an dem sich seine Mannschaft um den sicheren Einzug in die Königsklasse gebracht hat, ist klar umrissen. Es war der 20. Juni 2020.

Bis dahin hatte die just an Mönchengladbach vorbeigezogene Werkself alles selbst in der Hand, doch es folgte eine 0:2-Niederlage bei Hertha BSC. Die Borussia hatte fortan wieder die Nase vorn und gab sich nun am Wochenende beim 2:1-Sieg gegen ebenjene Berliner keine Blöße. Das macht letztlich den Unterschied zwischen Europa- und Champions League aus. Daran änderte auch der 1:0-Sieg gegen Mainz zum Abschluss nichts.

„Die Enttäuschung war nach dem Spiel in Berlin sehr groß“, sagte Bosz rückblickend. Der Erfolg gegen die Rheinhessen konnte ihn aber mit der Bundesligasaison versöhnen. Deswegen hält der Niederländer auch nicht viel davon, nun alle Spiele durchzurechnen, in denen Leverkusen die entscheidenden Punkte hat liegen lassen – und doch ist auffällig, dass Hertha BSC das einzige Team der Liga ist, gegen das Bayer in dieser Saison null Punkte geholt hat. Dortmund und Gladbach wurden im Rückspiel geschlagen, München im Hinspiel, gegen Leipzig gab es zwei Mal ein Remis, und auch sonst punktete Leverkusen konstant. Nur gegen den blau-weißen Hauptstadtklub nicht.

„Natürlich kann man all diesen Spielen nachgehen, aber ich bin mir sicher, dass auch Gladbach das machen könnte – und wenn wir so anfangen, würde vielleicht auch Bremen noch in der Champions League spielen“, sagte Bosz zugespitzt mit Blick auf etwaige Rechenspiele und „hätte, wäre, wenn“-Szenarien. „Das hat keinen Sinn. Wir haben es nicht geschafft. 63 Punkte reichen in diesem Jahr eben nicht.“ Der Rekord, als bester Fünftplatzierter seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in die Geschichte einzugehen, tröstet darüber freilich nicht hinweg.

Kevin Volland, der bereits nach 70 Sekunden den Endstand erzielte, wollte sich Bayers bisherige Bilanz ebenfalls nicht vermiesen lassen. „Wir haben in der Liga eine super Saison gespielt. Das darf man nicht vergessen“, sagte er im TV-Interview. Für ihn sei es ein „sehr gutes Gefühl“ gewesen, endlich wieder ein Tor erzielt zu haben. Zur Erinnerung: Der Angreifer verbrachte die Zwangspause weitgehend mit Reha-Maßnahmen, um nach seinem Syndesmosebandriss Ende Februar wieder in die Spur zu finden. Eigentlich hätte die Verletzung sein Saison-Aus bedeutet, doch dann kam Corona, fegte alle Terminplanungen hinweg und Volland kann wieder mitmischen – rechtzeitig zum DFB-Pokalfinale am Samstag gegen München in guter Form.

Sein Rezept für das Endspiel ist simpel: „Alles raushauen und große Leidenschaft als Team zeigen.“ Bayer habe am Samstag ein „richtiges Highlight“ und ein paar Spieler im Team, die wohl nicht mehr so oft die Gelegenheit haben, den Pokal zu gewinnen. „Wir haben uns das Finale hart erarbeitet. Es ist eine einmalige Gelegenheit“, betonte Volland, der aber auch weiß: „Gegen die Bayern braucht man immer einen brutal guten Tag.“ Dass er dafür bereit ist, hat der 27-Järhige nicht nur wegen seines Treffers bewiesen. „Wieder über volle 90 Minuten auf dem Platz zu stehen, tut auch für die Substanz gut“, sagt er.

Ob er auch am Samstag gegen München zum Siegtorschützen avanciert? Volland wiegelt ab: „Als Kind träumt man natürlich davon, aber es muss schon einiges auf dem Platz passieren, damit es klappt. Dass wir das können, haben wir gezeigt und ich bin davon überzeugt, dass wir es schaffen können.“