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Bayer 04 Leverkusen: Kevin Volland fordert nächsten Entwicklungsschritt

Schwachpunkt Chancenverwertung : Volland fordert den nächsten Schritt

Nach der 1:2-Niederlage in Hoffenheim gab sich Bayers Angreifer selbstkritisch. Sowohl er als auch die Werkself insgesamt müssten sich weiterentwickeln, wenn es noch etwas werden soll mit einem Champions-League-Platz.

Nach Niederlagen vor Kameras und Mikrofonen zu stehen, um die eigenen Fehler zu erklären, ist wohl für jeden Profi ein unangenehmes Unterfangen. Insofern war es beinahe schon erwartbar, dass sich die Spieler der Werkself nach dem 1:2 (1:1) in Hoffenheim in Zurückhaltung übten – bis auf Kevin Volland. Der 27-Jährige stand nach der Partie Rede und Antwort. Dabei fand er durchaus kritische Worte für die Leistung der Leverkusener. Sein Hauptkritikpunkt war die schlechte Chancenverwertung, die unter anderem auch in seinen Abschlüssen ihren Ursprung hatte.

„Wir haben ganz klar zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht“, sagte Volland. Schon beim 3:0 gegen Düsseldorf habe Bayer „zig Chancen“ ausgelassen. In Hoffenheim wurde diese Nachlässigkeit gnadenlos bestraft. „Wir haben trotzdem immer weiter gemacht und es wurde ein offenes Spiel, wie wir es eigentlich nicht haben wollten. Hoffenheim hat dann einfach auch seine Qualität und so wurde es für uns schwer, weil wir nach dem 1:0 nicht das 2:0 nachgelegt haben.“

Knapp zehn Minuten nach Moussa Diabys sehenswerter Führung, für die er im Vollsprint Stefan Posch tunnelte, hatte der Franzose die nächste große Chance, doch der insgesamt überragend aufgelegte Hoffenheimer Keeper Stefan Pentke parierte. Kurz danach erzielte Andrej Kramaric den Ausgleich und das Drama nahm seinen Lauf (23.).

„Hoffenheim stand in der zweiten Halbzeit etwas tiefer, aber trotzdem kamen wir gut ins letzte Drittel und hatten unsere Chancen“, resümierte Volland. Doch die Gastgeber wussten die durch Bayers Offensivdrang immer wieder entstehenden Räume gut für Konter zu nutzen. In einer Partie, in der es über weite Strecken mit viel Tempo und auf hohem Niveau hin und her ging, war es dann die TSG, die durch Robert Skov das bessere Ende für sich hatte (63.). „Unter dem Strich haben wir uns selbst geschlagen, weil wir die Dinger nicht reingemacht haben“, erklärte der Angreifer. „Da müssen wir ansetzen und uns weiterentwickeln als Mannschaft, damit wir solche Spiele souverän gewinnen. Die Möglichkeiten dazu hatten wir.“

Das ist die gute Nachricht an einem ansonsten gebrauchten Nachmittag im Kraichgau: Leverkusen erspielt sich auch gegen Teams wie Hoffenheim zahlreiche Chancen. Allein, es fehlt der Torinstinkt. Volland war nicht der Einzige, dem bei seinen Abschlüssen Glück, Präzision, Wucht oder Kaltschnäuzigkeit fehlten. Auch Kai Havertz und Karim Bellarabi blieben allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz ohne Torerfolg. 22:14 Torschüsse zugunsten der Werkself standen am Ende in der Statistik – bei deutlich mehr Ballbesitz sowie besserer Pass- und Zweikampfquote. „Wir müssen vor dem Tor cooler werden und mehr Tore schießen“, forderte Volland.

Sven Bender griff zu einer eher nüchternen Formel, um die Niederlage zu erklären: „Wir haben zwei Tore kassiert und vorne zu wenig gemacht.“ Der Abwehrchef lobte Hoffenheim für seine mutige Spielweise. „Wir müssen uns an die eigene Nase packen, weil wir das Spiel zu lange offen gehalten haben.“ Trotzdem sei es jetzt wichtig, weiter an der Torausbeute zu arbeiten. „Wir müssen immer daran glauben, gierig sein und irgendwann wird es dann soweit sein, dass wir solche Spiele gnadenlos effektiv beenden und für uns entscheiden.“

Eine gute Gelegenheit, damit anzufangen, wäre das Pokalspiel am Mittwoch gegen Stuttgart (18.30 Uhr). Volland lässt sich jedenfalls nicht von der Torflaute entmutigen: „Wir machen weiter, auf jeden Fall.“