Bayer 04 Leverkusen: Kerem Demirbay glänzt bei Testspielsieg

Bayer-Trainer Bosz lobt Zugang Demirbay : „Gute Fußballer können in allen Systemen spielen“

Kerem Demirbay hat beim 4:0-Erfolg von Bayer Leverkusen in Wuppertal als offensiver Mittelfeldspieler überzeugt. Trainer Peter Bosz will den Rekordzugang der Werkself in den kommenden Wochen auf mehreren Positionen testen.

Es gibt Fußballer, die benötigen Zeit, um sich in einem neuen Team zurechtzufinden – und dann gibt es solche wie Kerem Demirbay. Der Königstransfer der Werkself ließ in seinen ersten 45 Minuten im Bayer-Trikot mehr als nur einmal sein Können aufblitzen und sorgte so für die spielerischen Glanzpunkte im Stadion am Zoo. Zwei Torvorlagen steuerte der 26 Jahre alte Profi zu Leverkusens 4:0 (3:0)-Erfolg im ersten Testspiel beim Wuppertaler SV bei – und erntete für seinen Auftritt Lob von allen Seiten.

„Die Ecke war super, ich brauchte ja nur noch den Kopf hinhalten“, sagte Lars Bender. Der Kapitän hatte fünf Minuten vor der Halbzeit eine Hereingabe von Demirbay zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Gäste verwertet. Karim Bellarabi, der nach mehrmonatiger Verletzungspause ein gelungenes Comeback feierte, erzielte zuvor den Führungstreffer (26.). Für den 3:0-Pausenstand sorgte schließlich Kevin Volland – wiederum nach einem starken Sololauf von Demirbay, der gleich mehrere Spieler des Regionalligisten stehenließ. Den Endstand stellte Joel Pohjanpalo eine Viertelstunde vor dem Abpfiff her.

Trainer Peter Bosz zeigte sich mit dem Auftakt der Testspielserie zufrieden – und natürlich auch mit Demirbay, für den der Arbeitstag nach 45 Minuten beendet war. „Gegen Wuppertal hat er etwas mehr nach vorne gespielt, fast auf der Julian-Brandt-Position. Er kann aber auch eine Position weiter hinter spielen. Was das Beste für die Mannschaft ist, das muss ich noch sehen, das weiß ich noch nicht“, sagte der Niederländer.

Er kündigte an, den zweifachen deutschen Nationalspieler bis zum Saisonstart auf mehreren Positionen testen zu wollen. „Wir werden ihn einsetzen, wo wir ihn brauchen. Wo das ist, werden wir sehen.“ Bosz erklärte, dass er das selbst noch nicht einschätzen könne. „Ich muss ihn kennenlernen, dann sehe ich, ob er ein bisschen mehr nach hinten oder nach vorne muss. Das ist auch ein Gefühl, aber das kommt.“ Letztlich sei die exakte Position aber nicht entscheidend. „Gute Fußballer können in allen Systemen spielen, und Kerem ist ein guter Fußballer.“

Der Gepriesene gab an, „einfach froh“ zu sein, sein erstes Spiel für die Werkself bestritten zu haben. „Wir können mit einem positiven Gefühl hier rausgehen“, sagte Demirbay. Der Linksfuß war aber nicht der einzige Profi, der ein ansprechendes Debüt zeigte. Auch Moussa Diaby, der am Sonntag seinen 20. Geburtstag feierte, bewies nach seiner Einwechslung gleich, weshalb er vergangene Saison im von Thomas Tuchel trainierten Starensemble in Paris auf 34 Einsätze kam. Setzte der Franzose zum Sprint an, ging ein anerkennendes Raunen durch die Zuschauerreihen.

Allerdings musste Diaby, der auf der linken Angriffsseite spielte, frühzeitig den Platz verlassen. Der Außenstürmer hatte einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen und wurde vorsichtshalber ausgewechselt. „Wir wollten kein Risiko eingehen“, erklärte Bosz. Am Montag soll Diaby wieder ins Training einsteigen. Der dritte Sommertransfer der Werkself, Daley Sinkgraven, erlebte als Linksverteidiger indes ein vergleichsweise unspektakuläres Debüt. Defensiv wurde er vom WSV-Sturm nur selten gefordert und offensiv konnte er keine nennenswerten Akzente setzen.

Nach einer intensiven ersten Trainingswoche inklusive der medizinischen Leistungstests und mehreren U19-Fußballern, die den nationalspielerbefreiten Kader gegen Wuppertal auffüllten, sollte niemand den Testspielerfolg überbewerten. Doch die Ansätze, die die Werkself und vor allem die Neuen im Team zeigten, machten bereits Lust auf die kommende Spielzeit.

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