Bayer 04 Leverkusen: Kerem Demirbay feilt an seinen Eckbällen

„Wir müssen daran arbeiten“ : Bayers Kerem Demirbay feilt an seinen Eckbällen

Bayer muss bei der Verwertung von Standards nachbessern. Gegen Hoffenheim hatte die Werkself 19 Ecken - aber keinen Torerfolg. Kerem Demirbay sieht in Standards eine „Waffe“, die er in Zukunft häufiger nutzen will.

Über die Statistik des torlosen Remis gegen Hoffenheim ist alles gesagt. Dass insgesamt 19 Eckbälle nicht das erlösende 1:0 brachten, ist eine Tatsache, die sich nicht wiederholen soll. So sieht es nicht nur Kerem Demirbay. „Natürlich müsste davon der ein oder andere rein gehen“, sagt der 26-Jährige. „Aber es gibt solche Tage.“ Insofern will er in Zukunft weiter daran arbeiten, dass seine Ecken noch präziser und schärfer zu den Mitspielern gelangen.

„Das ist immer so eine Sache“, erklärt Demirbay mit Blick auf die nicht genutzten Eckbälle gegen seinen ehemaligen Verein. „Wir müssen das einfach immer wieder trainieren. Es kommt nicht nur auf die Abläufe und das Timing an, sondern auf viele verschiedene Kriterien.“ Dass es gegen Hoffenheim nicht geklappt habe, sei ein Zeichen für ihn und die Werkself gewesen: „Wir müssen das nochmal schärfen.“

Eckbälle sind eine Wissenschaft für sich und können freilich jederzeit Spiele entscheiden. Das ist Woche für Woche auf den Fußballplätzen dieser Welt zu sehen. „Über die Saison hinweg können sie sehr oft drei Punkte bringen – selbst, wenn man mal schlecht spielt. Das ist eine Chance, die man auch so verstehen muss. Mit Standards kann man viel kreieren und viel entscheiden.“ Entsprechend einleuchtend ist Demirbays Rezept zur Verbesserung der Torgefahr nach ruhenden Bällen: „Wir müssen arbeiten, immer weiter daran arbeiten.“

Er spreche sich daher stets mit seinen Teamkollegen ab, um entsprechende Lösungen und Ideen zu entwickeln. „Es geht unter anderem darum, wo sie den Ball hin haben wollen, wo ich ihn am besten mit Schärfe hinschlage und womit ich mich am wohlsten fühle.“ Bis dahin gelte der Grundsatz: üben, üben, üben. „Wir müssen immer in den Abläufen drin bleiben – und unser Bewusstsein weiter dafür schärfen, das Tor unbedingt machen zu wollen.“

Dafür ist gerade die Zeit in der Länderspielpause geeignet. Zwar ist ein großer Teil des Leverkusener Kaders auf dem Globus verstreut, aber Demirbay sieht darin auch einen Vorteil: „Das gibt uns etwas mehr Zeit, um Sachen wie Standards zu trainieren und zu schleifen. Aber es wäre natürlich schöner, wenn alle hier wären. Ich hoffe, dass sie ohne Verletzungen von ihren Reisen wiederkommen.“

Das dürfte wohl auch für seinen Trainer Peter Bosz gelten. Insgesamt sind 14 Spieler der Werkself mit ihren jeweiligen Landesauswahlen unterwegs. Kai Havertz und Jonathan Tah sind am Freitag ab 20.45 Uhr mit Deutschland gegen die Niederlande im Einsatz, ehe am Montag zu gleicher Zeit das Duell gegen Nordirland folgt. Beide Partien haben nach drei Siegen aus drei Spielen im Grunde bereits wegweisenden Charakter für die EM-Qualifikation. Sechs Punkte gegen die ärgsten Konkurrenten um den Gruppensieg würden der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw ein schönes Polster verschaffen – und die deutschen Fans hätten wohl nichts dagegen, wenn die Entscheidung zugunsten ihrer Elf zur Not auch über einen Eckball erfolgen würde.

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