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Bayer 04 Leverkusen: Kerem Demirbay enttäuscht, Florian Wirtz überrascht

Saisonabschlusszeugnis fürs Mittelfeld : Kerem Demirbay enttäuscht, Florian Wirtz überrascht

Wir haben uns die Leistungen der Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen in dieser Saison genauer angeschaut – und bewertet. Während Rekordtransfer Kerem Demirbay hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, hat Youngster Florian Wirtz für Furore gesorgt.

Julian Baumgartlinger Der Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft verlängerte in der Hinrunde seinen Vertrag beim Werksklub vorzeitig um ein Jahr bis 2021. Er bringt Stabilität und Erfahrung mit, ist zudem lauf- und zweikampfstark. Wunderdinge sind vom 32-jährigen Routinier aus dem defensiven Mittelfeld nicht zu erwarten, dafür weiß Coach Peter Bosz aber auch, was er bekommt, wenn er ihn aufstellt. Insgesamt drei Mal führte „Baumi“ die Werkself in der vergangenen Saison als Spielführer auf den Rasen. Note: 3-

Adrian Stanilewicz Nach zehn Jahren im Trikot von Bayer 04 zieht es den gebürtigen Solinger zur neuen Spielzeit zum Zweitligisten SV Darmstadt. Dort wird der 20-Jährige wieder unter seinem ehemaligen Bayer-Jugendcoach Markus Anfang spielen. Gemeinsam gewannen sie 2016 die Deutsche B-Jugendmeisterschaft. Bei der Werkself kam der polnische Junioren-Nationalspieler angesichts der starken Konkurrenz im Mittelfeld in der Bundesliga nicht zum Zug. Für die Leverkusener Profis absolvierte er daher insgesamt nur zwei Pflichtspiele – beide in der Europa League. Ohne Note

Kerem Demirbay Der 27-Jährige ist bislang nicht die erhoffte Verstärkung. Er hatte Schwierigkeiten, nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer für 32 Millionen Euro aus Hoffenheim den neuen Spielstil zu adaptieren. Erst in der Rückrunde ließ sich in einigen Partien erahnen, weshalb ihn die Verantwortlichen beim Werksklub zum Rekordtransfer machten. Die Bilanz des Technikers nach 40 Partien: zwei Tore, elf Vorlagen – ausbaufähig. In der Hinrunde setzte ihn Coach Bosz in einer Phase drei Spiele in Serie auf die Ersatzbank. Von einem zweifachen deutschen Nationalspieler können, dürfen und sollten Fans sowie Entscheidungsträger von Bayer 04 mehr erwarten. Er muss sich in seiner zweiten Saison steigern. Note: 5

Exequiel Palacios Der Winterzugang mit der Rückennummer 25 verpasste die ersten Partien der Rückrunde wegen einer aus Argentinien mitgebrachten Rotsperre. Arbeitete sich dann in die Mannschaft, ehe die Corona-Pandemie die Saison jäh unterbrach. Nach dem Neustart wurde er vom Trainer aber kaum noch berücksichtigt. Zeigte vor allem beim 1:0-Erfolg in der Europa League gegen die Glasgow Rangers, das in ihm großes Talent schlummert. Verfügt über einen guten Überblick und besitzt ein Gespür dafür, den entscheidenden Pass zu spielen. Note: 4+

Charles Aránguiz In Leverkusens stärkster Phase Anfang des Kalenderjahres gehörte der Chilene zu den besten unter dem Bayer-Kreuz. Mit ihm als leidenschaftlichen Taktgeber im zentralen Mittelfeld zeigte die Werkself ihre besten Spiele. Nach dem Wiederbeginn wirkte der 31-Jährige, der seinen Vertrag unlängst bis 2023 verlängerte, allerdings ungewohnt fahrig. Konnte im Saisonendspurt nicht an seine vor der Zwangspause gezeigten Leistungen anknüpfen. Note: 3

Nadiem Amiri Nach einigen Partien für Leverkusen wurde der offensive Mittelfeldspieler zum ersten Mal von Bundestrainer Joachim Löw in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Sein Debüt im Dress des Deutschen Fußball-Bundes gab der 23-Jährige dann in einem Testspiel Anfang Oktober gegen Argentinien, zwei weitere Einsätze in der EM-Qualifikation folgten. Für die Werkself bestritt er in seinem ersten Jahr immerhin 42 Pflichtspiele – kein schlechter Wert. Lediglich die Bilanz von einem Treffer und sechs Vorlagen in diesen Partien ist sicher ausbaufähig. Note: 4+

Florian Wirtz Erst im Winter und nicht ohne Nebengeräusche vom Rivalen aus Köln unters Bayer-Kreuz gewechselt, zeigte der deutsche Junioren-Nationalspieler in der U19, dass er zu den hoffnungsvollsten Talente seines Jahrgangs gehört. Trainierte Anfang März als damals noch 16-Jähriger bereits bei den Profis mit und hinterließ Eindruck bei Coach Bosz. Der schickte den Techniker mit dem guten Torriecher gleich in der ersten Partie nach dem Wiederbeginn gegen Bremen von Beginn an auf den Rasen. In insgesamt sieben Einsätzen zeigte Wirtz, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen ist. Trug sich mit seinem Treffer zum 2:4 gegen die Bayern Anfang Juni als jüngster Torschütze in die Bundesliga-Geschichtsbücher ein. Er steht allerdings erst am Anfang seiner Entwicklung und muss sich noch an das schnellere Spiel und die körperliche Härte in der Bundesliga gewöhnen. Note: 2