Bayer 04 Leverkusen kann nach Sieg gegen VfB Stuttgart vorerst durchatmen

Sieg gegen Stuttgart : Bayer Leverkusen kann vorerst durchatmen

Lange sah es so aus, als würde es keinen Sieger im Kellerduell zwischen Leverkusen und Stuttgart geben. Dann schlug Kevin Volland zwei Mal zu. Und verschafft Leverkusen etwas Luft.

Leidenschaft und Laufbereitschaft wollte Heiko Herrlich gegen den VfB Stuttgart sehen – und seine Spieler haben im Gegensatz zu den Vorwochen wie bestellt geliefert. Die zuletzt vermissten Tugenden gehörten plötzlich wieder zum Repertoire der notorisch wankelmütigen Werkself. Ein Beleg: Im Vergleich zu der 0:3-Niederlage in Leipzig lief die Werkself insgesamt rund acht Kilometer mehr. Aber das Wichtigste ist: Sie traf auch wieder ins gegnerische Tor und ließ defensiv so gut wie nichts zu.

Zwei Treffer von Kevin Volland (76./83.) entschieden das Duell der Krisenklubs. Während sich Leverkusen durch den Heimsieg vorerst der gröbsten Sorgen entledigt hat, verharrt Stuttgart am Tabellenende. Einen „verdienten Arbeitssieg“ habe der Trainer der Werkself gesehen. Er musste lange warten, bis endlich das erlösende 1:0 fiel. Eine kurze Ecke von Julian Brandt auf Kai Havertz, der auf Volland flankte, brach den Bann. Entsprechend groß dürfte seine Erleichterung auf der Leverkusener Bank gewesen sein.

Bis dahin war Bayer die dominantere Mannschaft und spielte teils ruppig, teils gefällig, doch im letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor fehlte oft die Präzision, was wohl zumindest teilweise der verfahrenen Tabellensituation geschuldet sein dürfte. Der VfB hingegen agierte über weite Strecken trotz starker kämpferischer Leistung offensivschwach und – man kann es kaum anders sagen – wie ein Abstiegskandidat. „Wenn du hier was mitnehmen willst, musst du 90 Minuten konzentriert sein. Das waren wir in der 76. Minute nicht“, sagte Stuttgarts Trainer Markus Weinzierl. „Die beiden Gegentore ärgern mich total. Das darf in so einer Phase des Spiels und in so einer Situation nicht passieren.“

Herrlich freute sich besonders, dass seine Mannschaft zu null gespielt hat. Nach bereits 24 Gegentoren in der Liga war die defensive Schwäche der Werkself für alle offensichtlich. „Man fragt sich, warum das nicht Woche für Woche funktioniert“, sagte Herrlich. „Die Intensität war heute da. Das war eine gute Leistung.“ Entscheidend sei jetzt aber, dass seine Spieler diesen Hunger behielten. Für Matchwinner Kevin Volland, der vor seinem Doppelpack mehrere gute Chancen ausließ, fand Herrlich viele lobende Worte: „Kevin ist nach wie vor der, der die meisten Tore und die meisten Scorerpunkte bei uns hat. Er haut sich immer voll rein und ist immer anspielbar. Es freut mich sehr, dass er die beiden Tore gemacht hat.“

Der Torschütze selbst wollte sich nach der Partie nicht äußern. Nach der Niederlage in Leipzig kritisierte er das Team und die schwache Leistung mit harschen Worten. Der Rüffel durch Rudi Völler ließ nicht lange auf sich warten. „Weniger reden, mehr auf dem Platz zeigen“, war die Kernaussage des Sportgeschäftsführers, der Herrlich seit Wochen gegen etwaige Kritik verteidigt. Volland hat diese Ermahnung offensichtlich beherzigt.

Wenn der Sieg gegen Stuttgart der Startschuss für die bereits mehrfach in dieser Saison angekündigte Aufholjagd gewesen sein soll, muss Bayer 04 nun nachlegen. In der Liga geht es am Montag, 3. Dezember, beim ebenfalls abstiegsbedrohten 1. FC Nürnberg weiter (20.30 Uhr). Vorab steht am Donnerstagabend noch das Heimspiel in der Europa League gegen Ludogorets Rasgrad an (18.55 Uhr).

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