Bayer 04 Leverkusen: Kai Havertz ist der Dosenöffner für Peter Boszs Werkself

Vom Vorlagengeber zum Torjäger : Kai Havertz ist der „Dosenöffner“ der Werkself

Kai Havertz hat bereits acht Mal in dieser Saison das 1:0 für Bayer 04 geschossen. Das nötigt auch Vereinslegende Bernd Schneider Respekt ab.

Wenn Kai Havertz seine Mannschaft in Führung schießt, bedeutet das zumeist sichere Punkte für die Werkself. Beim 1:1 gegen den FC Schalke gelang dem 19-jährigen Mittelfeldspieler bereits zum achten Mal in dieser Spielzeit der Treffer zum 1:0. Kein anderer Profi hat ligaweit öfter das erste Tor in einer Partie geschossen. Lediglich einmal, beim 2:4 gegen Leipzig, verlor Leverkusen eine Partie, in der sich Havertz als erster in die Torschützenliste eintragen konnte. Er ist Bayers sprichwörtlicher „Dosenöffner“ – und blüht unter Trainer Peter Bosz erst richtig auf.

Seitdem der Niederländer das Sagen bei der Werkself hat, entwickelt sich der dreimalige deutsche Nationalspieler immer mehr zum Torjäger. Er hat mehr Ballkontakte und kommt häufiger zum Abschluss. Inzwischen stehen bereits 16 Treffer in seiner Bilanz. Damit führt der gebürtige Aachener die mannschaftsinterne Wertung an, im Ligavergleich haben bisher nur Luka Jovic, Paco Alcácer und Robert Lewandowski öfter getroffen. „Es spricht für sich, wie viele Tore Kai Havertz in dieser Saison schon geschossen hat“, sagt Vereinslegende Bernd Schneider. Der 45-Jährige, der zwischen 1999 und 2009 in insgesamt 263 Partien 35 Tore für die Leverkusener Profis erzielte, sieht in Havertz ein Stück weit seinen Nachfolger in Bayers Mittelfeld – mit einer Ausnahme. „Ich schätze ihn als ähnlichen Spielertypen wie mich ein, aber er ist viel torgefährlicher“, erklärt Schneider.

Gelangen Havertz in seinen ersten beiden Profijahren jeweils mehr Vorlagen als Tore, zeigt er in seiner dritten Saison, dass er auch als Vollstrecker schon jetzt von großer Bedeutung für den Werksklub ist. Für den Vize-Weltmeister von 2002, Bernd Schneider, kommt der Erfolg des umworbenen Youngster nicht überraschend. Wie auch bei Julian Brandt mache es einfach Spaß, Havertz beim Fußballspielen zuzuschauen. Das gilt vor allem, wenn sie in Kooperation gegnerische Abwehrreihen aushebeln. Boszs Idee, das Duo als Doppel-Acht spielen zu lassen, geht bislang perfekt auf.

Auch Schneider ist von der Spielweise der beiden angetan. „Sie sind immer kreativ, nie auszurechnen und wissen dank ihrer hervorragenden Technik genau, was sie tun.“ Auf Sicht sieht er Havertz, Brandt und auch Innenverteidiger Jonathan Tah als feste Größen in der Auswahl des Deutschen Fußballbundes. „Ich gehe davon aus, dass alle drei Leverkusener auf Sicht Stammspieler in der Nationalmannschaft werden. Das Potenzial dazu haben sie.“

Ihre Nationalspieler in Top-Form wird die Werkself auch im letzten Spiel am Samstag (15.30 Uhr) in Berlin benötigen. Ein Sieg und der damit durchaus noch mögliche Einzug in die Champions League würde eine von Höhen und Tiefen geprägte Saison inklusive Trainerwechsel im Winter zu einem versöhnlichen Abschluss verhelfen. „Jetzt zum Saisonende ist die Mannschaft wieder in der Spur und ich hoffe, dass es das Team noch schafft, sich für die Champions League zu qualifizieren“, sagt Schneider und drückt die Daumen für den Saisonendspurt.

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