Bayer 04 Leverkusen: Julian Brandt blüht auf neuer Position auf

Bayer Leverkusen: Brandt blüht in seiner neuen Rolle auf

Im System des neuen Bayer-Trainers Peter Bosz spielt Julian Brandt im Zentrum. Die neue Rolle gefällt dem jungen Leverkusener richtig gut. Mit seinen starken Leistungen empfiehlt er sich auch für Bundestrainer Löw als Zehner.

Der 5:1 (4:1)-Kantersieg der Werkself am Freitagabend in Mainz hatte ein Gesicht: das von Julian Brandt. Der Blondschopf erzielte seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga und bereitete zwei weitere Tore vor. In seiner neuen Rolle im offensiven Mittelfeld blüht der 22-Jährige unter Bayer-Coach Peter Bosz auf. Aktuell befindet er sich in der Form seines Lebens – und bietet sich nun auch als Zehner für die Nationalmannschaft an.

„Der Bundestrainer wird auch gesehen haben, dass ich meine Position gewechselt habe“, sagte Brandt. Was Joachim Löw davon halte, wisse er nicht. Brandt kann sich jedoch vorstellen, auch für die DFB-Auswahl künftig eher zentral als auf den Außenpositionen zu spielen. „Wir haben in Deutschland gute, zentrale Spieler. Ich hoffe aber, dass ich mit dem, was ich kann, das Angebot erweitern kann. Wenn der Bundestrainer gezielt einen Zehner sucht, dann glaube ich, dass ich die Qualitäten dazu hätte.“

Ihm gefalle es zwar auch, über außen anzugreifen, doch biete ihm die zentralere Position mehr Freiraum. „Im Zentrum habe ich einen direkteren Zug zum Tor und muss nicht erst von außen nach innen ziehen. Bei mir ist die Leichtigkeit drin, es funktioniert sehr viel.“

Unter Ex-Coach Heiko Herrlich war Brandt nahezu ausschließlich auf der linken oder rechten Außenbahn eingesetzt worden. Im neuen 4-3-3-System von Bosz bildet Brandt gemeinsam mit Kai Havertz ein spielstarkes und torgefährliches Duo im offensiven Mittelfeld, das in der Liga seinesgleichen sucht. „Für mich ist er kein Flügel-, sondern ein Zentrumspieler, denn guten Spielern muss man so oft wie möglich den Ball geben“, erklärte Bosz die Umstellung von Brandt. Auch der Niederländer zeigte sich begeistert vom Auftritt seines Schützlings. „Er war heute wirklich überragend, hat keinen Ball verloren, war immer anspielbar und im richtigen Moment da.“

Mainz hatte durch Robin Quaison (9.) das frühe 0:1 durch Wendell (5.) noch ausgleichen können. Auf die Treffer von Kai Havertz (19.), Brandt (30./64.) und Karim Bellarabi (43.) hatten die 05er aber keine Antworten mehr. „Es ist unglaublich, was er geleistet hat“, sagte Havertz angesprochen auf die Leistung seines Teamkollegen Brandt. „In der Rückrunde spielt er teilweise Weltklasse. Er ist ein guter Freund und ich will ihn nicht allzu sehr hochjubeln, aber der Weg für ihn geht weiter nach oben.“ Worte, die Brandt sicher schmeicheln, nach den Auftritten zuletzt aber durchaus berechtigt sind.

Nach 15 Punkten aus den vergangenen sechs Liga-Spielen scheinen für Bayer 04 nun sogar wieder die Champions-League-Plätze in Reichweite. „Wenn wir weiterhin so gut spielen, ist alles möglich. Wir wollen die Champions League noch erreichen“, sagte der 19-jährige Havertz.

Coach Bosz zeigte sich derweil sehr zufrieden damit, wie seine Mannschaft im zweiten Durchgang den Vorsprung souverän verteidigte und sogar ausbaute. „Wir haben jetzt in der Liga drei Mal hintereinander gewonnen“, sagte er. „Das war sehr wichtig, jetzt sind wir wieder dabei.“

Einen Schönheitsfehler hatte der Sieg dann aber doch. Julian Baumgartlinger hat sich das Nasenbein gebrochen und wurde noch am Samstag operiert. „Dem Mittelfeldspieler wird heute noch eine Maske angepasst, mit der er in den bevorstehenden Spielen in der Europa League und in der Bundesliga einsatzfähig sein wird“, teilte Bayer 04 mit. Baumgartlinger erlitt die Verletzung, nachdem er mit Mainz-Debütant Leandro Barreiro zusammengeprallt war.

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