Bayer 04 Leverkusen: Jonathan Tah und Kai Havertz bleiben optimistisch

Werkself unter Druck : Bayer bleibt trotz Zeitnot zuversichtlich

Obwohl der Start in die Rückrunde misslang, ist Optimismus das vorherrschende Gefühl im Lager der Werkself. Die Leverkusener Spieler glauben an Trainer Peter Bosz und sein System. Am Samstag steht in Wolfsburg ein erstes Schlüsselspiel an.

In der weiten Welt der fußballgeprägten Phrasen gibt es eine, die ebenso treffend wie schmerzhaft für Bayer 04 ist: Die Tabelle lügt nicht. 24 Punkte und Platz zehn – das klingt nicht nur nach Mittelmaß, sondern auch nach einem weiten Weg Richtung Europapokalplätze. Doch ganz so schlimm ist es nicht. Gerade einmal vier Zähler trennen die Werkself von Wolfsburg, das sich auf Platz sechs eingerichtet hat. Wie es der Spielplan will, treffen beide Teams am kommenden Samstag in der VW-Stadt aufeinander. Für Trainer Peter Bosz avanciert sein zweites Pflicht- zum Schlüsselspiel im Kampf um einen Europapokalplatz.

Beim 0:1 gegen Mönchengladbach war viel Gutes von seinem Team zu sehen. Da waren sich Beobachter, Kommentatoren, Spieler und Verantwortliche weitgehend einig. Der Tenor: Nur Tore haben für einen perfekten Einstand des Niederländers gefehlt, der Anfang Januar Heiko Herrlich mit dem klaren Auftrag beerbte, Leverkusen in den europäischen Fußball zu führen. War es gegen die Elf vom Niederrhein gar eine Niederlage, die Mut macht? „Ja, ich glaube schon“, antwortete Kai Havertz. „Wir waren sehr dominant und haben die Gladbacher kaum zur Entfaltung kommen lassen. Trotzdem stehen wir ohne Punkte da.“ Jetzt gelte es, die Trainingswoche zu nutzen, um „das System noch ein bisschen mehr in die Köpfe zu bekommen“, wie der 19-Jährige es umschreibt. Viel Zeit bleibt dafür nicht.

Die Spielidee von Bosz kommt den meisten Spielern im Kader entgegen. Pressing, Ballbesitz, sofortige Attacken des Gegners bei Ballverlusten, schnelle Kombinationen, Offensive als Leitmotiv – all das war im ersten Pflichtspiel des Jahres zu sehen. Allerdings gilt das auch für Unaufmerksamkeiten in der Abwehr, schludrige Abschlüsse und unpräzise Pässe im letzten Drittel.

Havertz ist sich bewusst, dass sich seine Rolle verändert hat. Als Teil der Doppel-Acht soll er sich ebenso konsequent auch nach hinten orientieren, wie sein Nebenmann Julian Brandt, um zumindest partiell einen zweiten Sechser geben zu können. „Wir müssen beide mehr Defensivarbeit leisten. Ich glaube, es tut uns ganz gut, wenn wir Verantwortung übernehmen“, sagte Havertz. Kompakt stehen und die Räume schließen – das sei ein wesentlicher Punkt. Auch gegen Wolfsburg dürfte diese Qualität gefragt sein. Der Druck ist groß, Punkte müssen her. „Das kennen wir noch aus der Hinrunde“, gibt sich der Youngster gelassen. „Wenn wir als Mannschaft zusammenstehen und so weiter spielen, werden wir das packen.“

Jonathan Tah sieht es ähnlich. Gegen Mönchengladbach hätte Bayer gewinnen müssen, betonte der Innenverteidiger. „Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit komplett dominiert.“ Mit Blick auf Wolfsburg weiß auch er, dass es noch besser laufen muss – vor allem, weil in Bayern München eine Woche später ein Gegner in die BayArena kommt, gegen den Zählbares nicht unbedingt einkalkuliert werden kann. „Wir müssen noch an vielen Sachen arbeiten, aber es geht in die richtige Richtung“, sagte Tah.

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