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Bayer 04 Leverkusen: Jonathan Tah plädiert für Hannes Wolf

„Hätte Lust darauf“ : Jonathan Tah plädiert für Hannes Wolf

Bayer Leverkusens Abwehrspieler hätte nichts dagegen, wenn aus Interimstrainer Hannes Wolf eine Dauerlösung würde. Über das gesicherte Mindestziel Europa League zeigt sich der 25-Jährige erleichert, kritisiert aber zugleich die Art und Weise.

Der vorletzte Spieltag der Bundesliga war intensiv für Jonathan Tah. Beim 1:1 (1:0) gegen Union Berlin hatten er und seine Defensivkollegen einige Mühe, die Gäste aus Köpenick in Schach zu halten. Immer wieder war die Mannschaft von Trainer Urs Fischer gefährlich in Richtung Leverkusener Tor unterwegs. Dass es am Ende ausgerechnet Joel Pohjanpalo war, der den Ausgleich erzielte (72.), hatte freilich einen besonderen Beigeschmack. Florian Wirtz hatte Bayer in der ersten Halbzeit etwas schmeichelhaft in Führung gebracht (26.).

Das Ergebnis sichert auch dank der Gladbacher Niederlage gegen Stuttgart das Mindestziel Platz sechs. „Die Erleichterung ist natürlich groß. Ich freue mich, dass wir das am Ende geschafft haben – auch, wenn es sehr knapp war“, sagte Tah. Der Abwehrspieler wollte aber nicht unerwähnt lassen, dass der Einzug in die Europa League angesichts der furiosen Hinrunde, die Leverkusen auf Platz drei beendete, kein Grund für Euphorie ist. Er sei nicht froh über die Art und Weise, wie Bayer gespielt habe. „Es steckt noch viel mehr in uns“, ist Tah überzeugt.

Diese Einschätzung teilt er wohl mit jedem, der die Werkself in dieser Saison intensiver beobachtet hat. Das erste Saisondrittel war bärenstark. Bis zum Hinspiel gegen Bayern München war Bayer ungeschlagen und Tabellenführer. Nach dem 1:2 begann der Abwärtstrend, den Trainer Peter Bosz nicht stoppen konnte. In der Liga lief es plötzlich nicht mehr, der Pokalwettbewerb endete früh mit einer 1:2-Schmach nach Verlängerung beim Viertligisten Rot-Weiss Essen, und in der Europa League verabschiedete sich der Werksklubs bereits im Sechzehntelfinale überraschend eindeutig gegen den Schweizer Vertreter Young Boys Bern (3:4/0:2).

Nach der 0:3-Niederlage gegen Hertha BSC zogen die Verantwortlichen die Reißleine und feuerten Bosz. Hannes Wolf übernahm die Mannschaft mit dem klaren Auftrag, sie in den internationalen Fußball zu führen. Das Traumziel Champions League wurde verfehlt, dafür geht es nun auch dank des Pokalsiegers aus Dortmund auf Platz sechs in die Europa League. Nach sieben Spielen fällt Wolfs Bilanz mit zwölf Punkten ordentlich, aber nicht überragend aus. Tah kann sich dennoch vorstellen, dass aus der Interims- eine Dauerlösung wird.

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„Ich hätte Lust darauf“, antwortete der Nationalspieler bei Sky auf die Frage, ob er mit Wolf weiterarbeiten wolle. „Es hat gut funktioniert. Wir haben es zum Ende gut gemacht und haben viel Kompaktheit reinbekommen. Aber es liegt nicht in meiner Hand.“ Zudem lobte der 25-Jährige den Teamgeist, der sich in den vergangenen Wochen gebildet habe, um das letzte verbliebene Saisonziel zu sichern.

Auch Wolf ist freilich froh, dass er seine Mission erfüllt hat. „Wir wussten, dass es ein Spiel auf Augenhöhe ist“, sagte er nach dem Remis gegen Union Berlin – und verwies auf das Verletzungspech der vergangenen Woche. In Daley Sinkgraven (Innenbandzerrung), Leon Bailey (Zehenbruch) und Exequiel Palacios (Adduktorenverletzung) hatten sich zuletzt kurzfristig drei Stammkräfte vorzeitig aus der Saison verabschiedet. Es ist eine beachtliche Erweiterung der ohnehin bereits langen Verletztenliste. „Wir haben nochmal echt geblutet und deswegen bin ich total stolz, dass wir es geschafft haben, das Ziel zu erreichen. Da siegen dann der Pragmatismus und die Freude.“

Seine Zukunft kommentierte er angelehnt an den bekannten Ausspruch von Franz Beckenbauer: „Schau´n mer mal.“