Bayer 04 Leverkusen: Jonathan Tah glaubt an Titel mit der Werkself

Bayers Innenverteidiger: Tah glaubt an Titel mit der Werkself

Der Leverkusener Innenverteidiger Jonathan Tah schwärmt nach seiner Vertragsverlängerung unterm Bayer-Kreuz bis zum Jahr 2023 vom Klub und dem Potenzial der Mannschaft. Ein Wechsel ins Ausland reizt den 22-Jährigen vorerst nicht.

Nach Routinier Stefan Kießling steht nun auch Jonathan Tah vor einem besonderen Jubiläum. Dem Abwehrspieler fehlen nur noch drei Einsätze zu seinem 100. Auftritt im Leverkusener Trikot - und das mit gerade einmal 22 Jahren. Der gebürtige Hamburger fühlt sich wohl in dem Klub und der Region. Seit seinem endgültigen Wechsel unters Bayer-Kreuz 2015 hat sich der robuste Innenverteidiger zu einem wichtigen Puzzlestück für die Werkself und zum Nationalspieler entwickelt. Mit seiner erst kürzlich unterschriebenen Vertragsverlängerung bis 2023 setzte er auch ein Zeichen für die Zukunft der Mannschaft in ihrer aktuellen Zusammensetzung.

Dass Tah sich trotz vieler Interessenten aus dem In- und Ausland für einen Verbleib bei Bayer 04 entschieden hat, zeugt vom Vertrauen in die Klubverantwortlichen, am Standort Leverkusen ein Team aufzubauen, dass in den kommenden Jahren um Titel spielen kann. "Ich glaube, dass wir noch viel Potenzial in der Mannschaft haben", sagt er. "Davon will ich ein Teil sein und noch mehr Erfolg mit Bayer haben - und vielleicht mal einen Titel gewinnen." Ein Wechsel ins Ausland könne ihn womöglich in Zukunft reizen, sei aktuell jedoch kein Thema. Tah: "Ich möchte am Ende meiner Karriere sagen können, das ich das Bestmögliche herausgeholt habe."

Leverkusen sei für junge Profis ein gutes Pflaster. "Es gibt viele Beispiele von großen Spielern, die hier waren und sich super weiterentwickelt haben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich der Verein oben etabliert hat und mit den Topklubs in Konkurrenz steht", sagt Tah. Zudem sei das Arbeitsklima angenehm. "Alles ist sehr familiär, vielleicht etwas kleiner als bei anderen Vereinen. Das ist das, was Bayer so zusammenschweißt und mir an Leverkusen gefällt." Die junge Werkself, die derzeit auf Platz fünf liegend in Schlagdistanz zu den Champions-League-Plätzen ist, könne noch viel mehr aus sich herausholen, ist sich der in Düsseldorf lebende 1,94-Meter-Mann sicher.

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Tah spielt aktuell eine der besten Saisons seiner noch jungen Karriere. Als zweiter Abwehrchef hinter dem erfahreneren Sven Bender ist er in der Startformation der Werkself auch unter Trainer Heiko Herrlich gesetzt. Zu seinen Stärken zählen neben seiner Beidfüßigkeit vor allem seine physische Robustheit und seine Kopfballpräsenz. Für seine Körpergröße ist Tah zudem bemerkenswert schnell auf den Beinen und und muss sich in puncto Spielaufbau nicht vor seinem Vorbild, dem Münchner Weltmeister Jérôme Boateng, verstecken. Fehler wie zuletzt gegen Hertha BSC Berlin, als Tah einen Befreiungsschlag der Hauptstädter unterschätzte und Salomon Kalou zum 0:2 einlud, sind absolute Ausnahmen.

In der aktuellen Form wäre der Kapitän der U 21-Auswahl des DFB gewiss auch ein Kandidat für Joachim Löw und die Nationalmannschaft. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht gerne dabei wäre", erklärt Tah. Er wisse aber auch um die starke Konkurrenz auf der Innenverteidigerposition. "Alle Spieler sind bei Topklubs und sind international unterwergs. Darauf wird auch geachtet", gibt er zu bedenken. Die letzte Rückmeldung vom Bundestrainer erhielt er nach dem Schalke-Spiel. Tah: " Er hat mir gesagt, dass ich weiter Gas geben soll, mich weiter verbessern und meine Leistung bringen soll."

Das ist ein Ratschlag, den Tah gewiss befolgen wird - nicht nur, um seine WM-Chance zu wahren, sondern auch für seine Titelträume.

(sb)