Bayer 04 Leverkusen: Joel Pohjanpalo drohte das Karriere-Aus

Hinterhältige Fußverletzung : Joel Pohjanpalo drohte das Karriere-Aus

Seit rund einem Jahr hat der finnische Angreifer von Bayer Leverkusen kein Spiel mehr für die Werkself absolviert. Nach einer Verletzung am Sprunggelenk hing die Karriere des 24-Jährigen an einem seidenen Faden. Jetzt ist er zurück auf dem Trainingsplatz.

Es war das wohl dunkelste Kapitel in der Profi-Karriere von Joel Pohjanpalo. Fünf Millimeter fehlten, und der finnische Stürmer von Bayer Leverkusen hätte seine Fußballschuhe an den oft zitierten Nagel hängen müssen. „Wenn der Knochen durchgebrochen wäre, hätte ich an einen anderen Beruf denken müssen“, sagte der 24-Jährige. Eine Durchblutungsstörung im rechten Sprungbein wäre ihm fast zum Verhängnis geworden. Sie hatte dazu geführt, dass der instabil gewordene Knochen im Fuß nur Millimeter vor einem Bruch stand. Inzwischen kann Pohjanpalo aber wieder lachen.

Als sich der introvertiert wirkende Finne in dieser Woche zum ersten Mal nach 133 Tagen Pause seine Fußballschuhe angezogen und den Trainingsplatz neben der BayArena betreten hatte, wirkte er glücklich wie selten in den vergangenen Monaten. Mit mit dem ehemaligen Zweitliga-Profi Hansjörg Schneider machte er einfache Lauf-, Pass- und Schussübungen mit Ball. Ein Gefühl, dass der Berufsfußballer sichtlich genoss. „Als ich das letzte Mal auf dem Rasen stand, hatten wir noch Adidas-Bälle“, sagte Pohjanpalo und lächelte verschmitzt.

Die Leidenszeit des Jokers, der dem Hamburger SV in einem Spiel einst drei Tore nach seiner Einwechslung einschenkte, begann im März 2018. Mit Schmerzen im Sprunggelenk war Pohjanpalo von einer Länderspielreise mit der finnischen Nationalmannschaft unters Bayer-Kreuz zurückgekehrt. Er pausierte bis zum Sommer und stieg dann wie geplant ins Mannschaftstraining ein. Eine gemeinsame Radtour zum Beginn der Vorbereitung lief zunächst auch ganz gut. „Ich habe keine Schmerzen gespürt“, versicherte Pohjanpalo.

Nur anhand von MRT-Aufnahmen erkannten die Mediziner das Ausmaß der Verletzung. Ein Spezialist in München stellte schließlich die ernüchternde Diagnose, die eine Pause von 100 Tagen auf Krücken bedeutete, um den Knöchel komplett ruhigzustellen. Pohjanpalo, der zwischen 2014 und 2016 für Fortuna Düsseldorf auf Torejagd ging (55 Zweitliga-Spiele, 13 Tore), erklärte: „Das war scheiße, aber ich habe versucht, positiv zu bleiben und die Mannschaft immer in der Kabine besucht. Das ist das Einzige, was ich machen konnte.“

Seitdem die Unterarmstützen wieder in den Abstellraum verfrachtet werden durften, arbeitet der Finne intensiv an seinem Comeback. Mehr als 3000 Kilometer habe er seither in der Reha auf dem Rad verbracht. So viele, dass er nun locker bei der „Tour de France“ starten könne, witzelte er.

In den kommenden Wochen will Pohjanpalo wieder ins Teamtraining einsteigen. „Mir geht es sehr gut und dem Fuß auch“, betonte er. Seine Ausdauer sei schon auf einem guten Level, jetzt müsse er noch an den Bewegungsabläufen arbeiten. „Aber das kommt mit der Zeit. Ich will so schnell wie möglich wieder mit der Mannschaft trainieren. Und dann ist es die Entscheidung des Trainers, wann ich in den Kader zurückkehre.“

Bis es es soweit ist, wird er die Spiele seiner Teamkollegen weiter von der Tribüne aus oder vor dem Fernseher verfolgen. Am Sonntag (18 Uhr) sind die von Peter Bosz trainierten Leverkusener beim Vorletzten in Hannover zu Gast.

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