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Bayer 04 Leverkusen: In der Offenisve der Werkself stimmt die Chemie

Tempo, Technik, Tore : In Bayers Offensive stimmt die Chemie

Moussa Diaby ist bei Bayer Leverkusens 5:1 gegen den FC Augsburg der Held des Spiels. Der klare Sieg gegen den überfordert wirkenden Abstiegskandidaten offenbart die Harmonie im Angriff der Werkself – wenn man ihn gewähren lässt.

Auch nach dem Schlusspfiff ging es Moussa Diaby darum, möglichst schnell den Ball zu erobern. Der Franzose schnappte sich das Spielgerät und klemmte es sich unter den Arm. Auf dem Weg in die Kabine blieb noch Zeit für ein paar Selfies mit Fans und Mitspielern. Bereits zur Halbzeit hatte er sein Trikot einem der pandemiebedingt nur 750 Zuschauer in der BayArena geschenkt. Es war ein besonderer Tag für den Franzosen. Beim 5:1 (2:0) der Werkself gegen den FC Augsbrug war er der herausragende Mann – und das liegt nicht nur an seinem ersten Dreierpack in der Bundesliga.

Der 22-Jährige erzielte das 2:0 (24.), 3:1 (65.) und 4:1 (69.), zuvor hatte Karim Bellarabi früh für Bayers Führung gesorgt (9.). Den Schlusspunkt setzte Lucas Alario nach seiner Einwechslung mit einem kunstvollen Hackentreffer. Die Gäste aus Augsburg wirkten indes überfordert gegen das Tempo und den Spielwitz der Leverkusener, die eine schöne Kombination nach der nächsten auf den Rasen zauberten. Lediglich kurz vor und kurz nach Arne Maiers Anschlusstreffer (62.) waren die abstiegsbedrohten Fuggerstädter halbwegs im Spiel. Doch dann kam Diaby und erstickte jegliche aufkeimende Hoffnung auf mehr im Ansatz.

„Mit meiner Geschwindigkeit kann ich viel Platz schaffen und spiele dann oft Schlüsselpässe“, sagte der Matchwinner, der gegen Augsburg allerdings vor allem seine Qualitäten als Vollstrecker unter Beweis stellte. „Ich freue mich über meine drei Tore. Damit konnte ich einen großen Beitrag leisten.“ Bayer habe vor allem deswegen so ein fußballerisches Feuerwerk abgebrannt, weil die Vorbereitung auf den Gegner unter der Woche optimal gewesen sei. „Das Team hat sehr fokussiert trainiert.“ Der Sieg, war sich Diaby sicher, sei ein „wichtiger Schritt für den weiteren Verlauf der Saison.“

Besonders freute sich der dreifache Torschütze über die Leistung seines Landsmannes Amine Adli, der zwei seiner Treffer vorbereitete. „Dass er ein sehr guter Spieler ist, wissen wir alle. Wir kennen uns schon lange durch die U-Nationalmannschaften. Wir sind beide Linksfüßer und harmonieren einfach gut.“ Adli ist aber nicht der einzige, mit dem die Chemie in Bayers Offensive stimmt. Diaby kommt auch mit Florian Wirtz bestens zurecht. „Wir verstehen uns gut. Er spricht ein bisschen Französisch.“ Das helfe auf dem Platz, aber auch außerhalb. Jeremie Frimpong, der das 4:1 vorbereitete, war nach dem Schlusspfiff ebenfalls voll des Lobes für die Leistung der Werkself. „Die Intensität war wie immer in der Bundesliga hoch, aber wir sind eiskalt geblieben.“ Seine Vorarbeit beschrieb er entsprechend vergleichsweise kühl: „Ich habe den Raum gesehen und ihn genutzt.“ Als er den relativ freien Diaby erkannt habe, sei der weitere Handlungsablauf klar gewesen: „Wir wissen alle, dass er schnell ist – und wenn man so einen schnellen Spieler sieht, muss man ihn anspielen.“ Das klingt nach einer einfachen Formel, setzt aber offensiv wie defensiv ein hohes gemeinsames Spielverständnis voraus. Das war auch bei den vielen guten Kombinationen zu sehen.

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Kapitän Lukas Hradecky lobte Diaby indes nicht nur für seine Tore, sondern vor allem für seine Arbeit nach hinten – und verglich ihn mit einem ehemaligen Topscorer der Leverkusener: „Wenn Leon Bailey nach hinten gearbeitet hat, kamen dabei auch vorne Weltklasseleistungen zustande. Wenn du etwas für die Mannschaft leistest, bekommst du was zurück.“

Ohnehin war der Schlussmann, der beim Anschlusstreffer keine gute Figur machte, angetan von der Reaktion des Teams nach dem 2:1. „Das war super. Wir haben nicht gewackelt. Ich glaube, der Sieg in Gladbach hat uns reifer gemacht“, sagte Hradecky mit Blick auf das zittrige, aber letztlich erfolgreich über die Zeit gebrachte 2:1 im Borussia-Park. „Wir hatten gegen Augsburg jetzt direkt die Gier, das 3:1 und 4:1 zu machen – und deswegen ist der Sieg auch in der Höhe verdient.“