Nächste herbe Pleite Bayer Leverkusen hisst in Frankfurt die weiße Flagge

Frankfurt · Der von Xabi Alonso trainierte Werksklub blamiert sich mit 1:5 bei der Eintracht und lässt in der letzten halben Stunde jedwede Gegenwehr vermissen.

 Bayers Lukas Hradecky schaut konsterniert auf den Videowürfel.

Bayers Lukas Hradecky schaut konsterniert auf den Videowürfel.

Foto: dpa/Arne Dedert

Die Szenen nach dem Schlusspfiff waren bezeichnend für den aktuellen Zustand der Werkself. Nur mit Mühe konnte Bayer Leverkusens Kapitän Lukas Hradecky zumindest einige seiner Mitspieler dazu überreden, den obligatorischen Gang zu den mitgereisten Fans anzutreten. Dass einige Spieler das Schicksal des Werksklubs offensichtlich wenig tangiert, wurde indes schon in den 90 Minuten zuvor deutlich. Anders lässt sich der desolate Auftritt der Rheinländer bei Eintracht Frankfurt, das in einem 1:5 (0:1)-Debakel endete, kaum erklären. Mittelfeldspieler Kerem Demirbay fand im Anschluss klare Worte und sagte: „Wir stecken ganz tief in der Scheiße.“

Das Spiel in Hessen hätte bereits zur Pause entschieden sein können. Die von Oliver Glasner gecoachte Eintracht ging allerdings fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um, Hradecky im Tor der Leverkusener erwischte zudem einen guten Tag. Erst Daichi Kamada (49.+5) gelang es, den Finnen per Foulelfmeter zu überwinden. Von Bayers historisch starker Offensive aus der Vorsaison war einmal mehr fast nichts zu sehen. Jeremie Frimpong verbuchte noch die beste Gelegenheit für die Gäste (33.). Das 1:1 per Flugkopfball durch Piero Hincapie kam daher mehr als überraschend (56.).

Der Europa-League-Sieger ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, schlug postwendend durch Randal Kolo Muani zurück (58.) und deklassierte in der Folge eine sich ergebende Werkself in der letzten halben Stunde. Jesper Lindström (65.), Kamada (72./Foulelfmeter) und der Ex-Leverkusener Lucas Alario (86.) machten die zweite herbe Niederlage für Bayer nach dem 0:3 in der Königsklasse gegen Porto wenige Tage zuvor perfekt. Leverkusens Torschütze Hincapie sah zudem Gelb-Rot (71.).

Einzelkritik Bundesliga: Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen in Noten​
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Frankfurt – Bayer 04: die Werkself in Noten

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Foto: dpa/Uwe Anspach

Der eingewechselte Demirbay sprach angesichts der alarmierenden Leistung und des erneuten Abrutschens auf den Relegationsplatz Klartext. Zudem warnte er davor, die Situation schönzureden. „Wir müssen den Verein so schnell es geht da rausholen. Was letzte Saison war, interessiert niemanden mehr“, betonte der 29-Jährige und stellte fest: „Wir sind momentan sehr schlecht.“ Auch Bayers neuer Trainer Xabi Alonso machte unmissverständlich klar, dass es so nicht weitergehen kann. „Wir haben von Beginn an die Intensität vermissen lassen, die es auf diesem Level braucht“, sagte der Spanier. „Daran sind wir alleine schuld – niemand wird uns helfen und das für uns ändern. Es gibt keine Ausreden.“

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