Bayer 04 Leverkusen: Heiko Herrlich will beim FC Zürich zum Serienbrecher werden

Bayer-Trainer verzichtet auf Medienschelte : Herrlich will in Zürich zum Serienbrecher werden

Der Trainer der Werkself und sein Abwehrchef Sven Bender geben sich vor dem Europa-League-Spiel in der Schweiz angriffslustig. Auf eine Medienschelte im Stile des FC Bayern verzichtete er jedoch ausdrücklich.

Zwei Teams stehen in Gruppe A der Europa League noch mit weißer Weste da. Sowohl Bayer 04 Leverkusen als auch der FC Zürich sind mit sechs Punkten aus zwei Spielen auf dem Besten Weg in die nächste Runde. Am Donnerstagabend treffen beide Mannschaften im Stadion Letzigrund aufeinander (18.55 Uhr/Dazn) – und Heiko Herrlich ist fest entschlossen, aus der Schweiz die nächsten Punkte mit nach Leverkusen zu nehmen.

„Sie haben es bisher geschafft, in der Gruppe kein Gegentor zu bekommen. Diese Serie wollen wir brechen“, sagt der Trainer der Werkself, der den Zürichern auch noch in anderer Hinsicht einen Strich durch die Rechnung machen will: „Sie haben außerdem wettbewerbsübergreifend in ihrem Stadion dieses Jahr noch kein Spiel verloren. Das wird eine Herausforderung.“

Allerdings warnt der 46-Jährige vor der starken Mentalität des kommenden Gegners, der in der Super League am Wochenende 3:3 gegen Young Boys Bern spielte. Das ist insofern interessant, weil gerade das zuletzt die Schwäche der Leverkusener Elf war. Nicht umsonst ärgerte sich Kapitän Lars Bender nach dem 2:2 gegen Hannover am vergangenen Samstag über die mangelnde Überzeugung im Team. Doch der neuerliche Rückschlag in der Bundesliga soll nun keine Rolle mehr spielen.

„Wir hatten gegen Hannover nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten“, sagt Bayers Abwehrchef Sven Bender. Das Spiel vom Wochenende sei nun analysiert und „raus aus der Birne“, wie es der 29-Jährige umschreibt. Daher steige nun die Vorfreude auf das Duell mit dem FC Zürich. „Wir sind konzentriert, aber trotzdem locker und brauchen nicht verkrampft an dieses Spiel herangehen.“

Die Partie sei eine Riesenchance für Bayer 04, eine Vorentscheidung in Gruppe A zu erzwingen. Der Sieger des Duells der Punktgleichen steht wohl zumindest mit einem Bein in der nächsten Runde. „Wir haben im letzten Jahr lange darauf hingearbeitet, solche Spiele zu haben“, betont Bender. „Was wir brauchen ist der Hunger, am Donnerstag gewinnen zu wollen“, fügt Herrlich hinzu. „Ich bin guter Dinge. Die Mannschaft macht auf mich einen guten Eindruck.“

Mit Ironie kommentierte Herrlich die Geschehnisse des vergangenen Freitags, als beim FC Bayern München die sportliche Leitung zum Rundumschlag gegen die Medien ausholte. „Ich habe Fernando, Jonas und Rudi gebeten, nach meiner Pressekonferenz auch eine zu geben. Aber sie wollten einfach nicht“, sagte er mit einem Schmunzeln.

Gemeint sind Geschäftsführer Fernando Carro, Sportdirektor Jonas Boldt und Sportgeschäftsführer Rudi Völler, die bei Bayer 04 die sportlichen Geschicke leiten und damit das Pendant zum Münchner Trio wären, das sich in seiner inzwischen schon legendären Pressekonferenz in Medienschelte erging, anstatt die bis dahin dürftigen Leistungen des FC Bayern sachlich zu analysieren.
Herrlich ist indes deutlich selbstkritischer: „Eins ist klar: Die Presse ist nicht schuld, dass wir so wenige Punkte haben. Dafür sind wir alleine zuständig“, sagte er bereits vor dem Abflug in die Schweiz. Deshalb sei die Kritik an ihm und an der Mannschaft gerechtfertigt. Die Werkself steht in der Bundesliga nach acht Spieltagen mit acht Punkten auf Platz 13 – zu wenig für die Ambitionen des Europa-League-Teilnehmers.

Die bisherige Bilanz in der Europa League spricht für Leverkusen. Sowohl in Rasgrad (3:2) als auch gegen Larnaka (4:2) gewann die Werkself jeweils nach einem Rückstand. Im Gegensatz zur Bundesliga läuft es bislang für Leverkusen auf der europäischen Bühne gut. „Es wäre optimal, wenn wir am Donnerstag unser Europa-League-Gesicht zeigen und die nächsten drei Punkte einfahren“, sagt Sven Bender.

Das würde mit Sicherheit auch das Selbstvertrauen vor dem wichtigen Ligaspiel am Sonntag in Bremen stärken (18 Uhr), ehe es am Mittwoch zur zweiten Pokalrunde nach Mönchengladbach geht (20.45 Uhr).

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